Mittwoch, 20. Februar 2019

Börse Kurssturz der Wirecard-Aktie belastet Dax

Dax: Gewinnmitnahmen belasten den Index

Vor der US-Notenbank-Sitzung am Abend greifen US-Anleger zu, während der Dax seine Verluste ausbaut. Der Kurssturz bei Wirecard bremst den Index. Aktien von Apple, Boeing und AMD sind dagegen nach Zahlen gefragt.

Am deutschen Aktienmarkt halten sich Anleger auch zur Wochenmitte weiterhin zurück. Die Berichtssaison setzt sich in der ersten Börsenliga mit Wirecard und Siemens fort. Am Abend rückt dann die US-Notenbank Fed mit ihrer Zinsentscheidung in den Fokus. Ansonsten bleibt das Thema Brexit ein großer Unsicherheitsfaktor für Anleger. Auf Xetra schloss der Dax Börsen-Chart zeigen 0,3 Prozent tiefer bei 11.180 Punkten, nachdem er zeitweise auf ein Tagestief bei 11.135 Punkten abgesackt war. Vor allem der Kurssturz der Aktie von Wirecard belastete den Index. Die US-Börsen legten dagegen zu.

Wirecard stürzt nach FT-Bericht ab - Wirecard weist Gerüchte zurück

Die größte Belastung für den Dax: Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen sind am Mittwoch abgestürzt. Die Papiere brachen bei hohen Umsätzen mit Handelsunterbrechungen um bis zu 24,7 Prozent auf 126 Euro ein und waren damit mit Abstand größter Dax-Verlierer. Händler verwiesen auf einen Online-Bericht der "Financial Times", den das Unternehmen am Mittwoch vehement zurückwies. Der Artikel sei falsch, irreführend und verleumderisch, erklärte eine Sprecherin. In dem Bericht hieß es unter anderem, dass bei einer Führungskraft des Zahlungsabwicklers in Singapur im vergangenen Jahr der Verdacht auf Dokumentenfälschung und Geldwäsche im Raum gestanden habe. Nach dem harten Dementi von Wirecard dämmte die Aktie des Unternehmens ihre Verluste deutlich ein und notierte zuletzt nur noch 12 Prozent schwächer.

Mit Blick auf die Notenbanksitzung am Abend lautet die entscheidende Frage für den Markt: Steht die Federal Reserve (Fed) vor einer möglicherweise längeren Zinserhöhungspause? Hochrangige Notenbankvertreter, allen voran Fed-Chef Jerome Powell, haben ein solches Vorgehen bereits nahegelegt.

Wall Street startet mit Gewinnen

Entsprechend positiv sind die US-Indizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen in den Handel gestartet. Beide Indizes gingen mit einem Gewinn von 1 Prozent in den Handel. Hoffnungen auf Bewegung im Zollstreit sowie der wieder schwächere Dollar dienten dabei als Unterstützung für eine weitere Erholung am US-Aktienmarkt.

Hauptverantwortlich für die gute Stimmung in den USA waren waren jedoch die starken Kursgewinne der Dow-Schwergewichte Apple Börsen-Chart zeigen und Boeing Börsen-Chart zeigen . Die Anleger goutierten dabei die aktuellen Geschäftszahlen und Ausblicke beider Unternehmen.

Kurssprung von Apple und Boeing

Apple-Aktien schnellten um 4,5 Prozent nach oben. Der Elektronikkonzern verkauft seine iPhones zwar nicht mehr so gut wie früher, kommt aber trotzdem auf seinen gewohnten Milliardengewinn. Dafür sorgen andere Produkte vom iPad bis zur Apple Watch sowie das Servicegeschäft. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft verdiente Apple knapp 20 Milliarden Dollar, fast so viel wie im Vorjahresquartal, obwohl der Umsatz um 5 Prozent sank. Apple habe damit etwas besser als erwartet abgeschnitten und beim Ausblick auf das laufende Quartal nicht enttäuscht, sagte ein Händler.

Boeing-Papiere verteuerten sich vorbörslich um 5,4 Prozent und lagen auf dem höchsten Stand seit Oktober. Geringere Steuern und glänzende Geschäfte mit Verkehrsflugzeugen haben dem weltgrößten Flugzeugbauer 2018 ein überraschend dickes Gewinnplus beschert. Für das neue Jahr nimmt sich Konzernchef Dennis Muilenburg noch deutlich mehr vor. Die Zahl der ausgelieferten Verkehrsflugzeuge soll von zuletzt 806 auf 895 bis 905 Maschinen steigen, Umsatz und Gewinn kräftig wachsen.

Chiphersteller AMD haussiert

Bei den Technologiewerten überzeugten vorbörslich vor allem die Titel von AMD mit einem Plus von mehr als 9 Prozent. Die Geschäftszahlen und der Ausblick des Halbleiterkonzerns kamen am Markt sehr gut an. Vor allem das Umsatzziel für 2019 dürfte die zuletzt aufgekommenen Ängste vieler Investoren vor einer starken Abkühlung der Branchenkonjunktur mildern, sagte ein Händler.

In puncto Brexit ist das Risiko eines ungeordneten EU-Austritts Großbritanniens zwei Monate vor Ablauf der Frist gestiegen. Zwar einigte sich das britische Parlament am Dienstagabend auf die Forderung, den Austrittsvertrag mit der Europäischen Union nachzuverhandeln und so möglicherweise einer Mehrheit doch noch den Weg zu bahnen. Von der EU kam jedoch eine prompte Absage an Vertragsänderungen.

Aktien von Siemens tendieren nach Zahlen schwächer

Aktien von Siemens Börsen-Chart zeigen reagierten mit leichten Abschlägen auf die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal reagiert. Im frühen Handel fielen sie im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag um rund ein halbes Prozent auf 100 Euro. Damit deutet sich an, dass die Papiere des Dax-Schwergewichts am Tag der Hauptversammlung keine größeren Impulse von den Resultaten erhalten. Das Zahlenwerk des ersten Quartals fiel durchwachsen aus: Starken Auftragseingängen stand ein Rückgang im operativen Ergebnis gegenüber. Anhaltende Gewinnrückgänge im Kraftwerksgeschäft belasteten dabei ebenso wie sinkende Ergebnisse im Energiemanagement.

Kurssprung bei Covestro-Aktie

Die Hoffnung auf eine Erholung der Preise für das Schaumstoffvorprodukt MDI hat die Aktien des Spezialchemiekonzerns Covestro am Mittwoch kräftig angetrieben. Sie stiegen an der Spitze des Dax um 6,28 Prozent auf 49,40 Euro. Dem Analysten Isha Sharma des Investmenthauses Mainfirst zufolge hob der chinesische Covestro-Konkurrent Wanhua die MDI-Preise für Februar erstmals seit 8 Monaten an. Sharma wertet das besonders positiv, da mit einer anziehenden Nachfrage und damit steigenden Preisen eigentlich erst nach dem chinesischen Neujahrsfest Anfang Februar zu rechnen gewesen sei. Preissorgen hatten den Papieren von Covestro Börsen-Chart zeigen in den letzten Monaten stark zugesetzt. Auf eine Rally bis auf fast 96 Euro vor rund einem Jahr folgte ein Kursrutsch bis auf gut 41 Euro Ende 2018. Mit dem Kurssprung vom Mittwoch schafften es die Aktien nun auch wieder über die viel beachtete 50-Tage-Linie. Sie gilt als Indikator für den mittelfristigen Trend.

Wirecard legt Eckdaten für 2018 vor

Auch die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen notierten nach überraschend vorgelegten Eckdaten für 2018 auf Tradegate ein gutes halbes Prozent im Minus. Der Zahlungsabwickler hat im vergangenen Jahr weiter vom Boom beim Onlineshopping und dem elektronischen Zahlungsverkehr profitiert. Das operative Ergebnis kletterte um 38 Prozent, der Umsatz um 40 Prozent. Analysten hatten im Mittel in etwa mit diesen Werten gerechnet. Händler stuften die moderaten Kursverluste eher als eine Reaktion auf die jüngste Rally denn auf die Zahlen ein.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und andere Indizes in Echtzeit


Goldpreis auf Achtmonatshoch

Der Goldpreis hat seinen Höhenflug der vergangenen Handelstage am Mittwoch fortgesetzt und den höchsten Stand seit acht Monaten erreicht. Am Morgen wurde eine Feinunze (31,1 Gramm) an der Börse in London für knapp 1316 US-Dollar gehandelt. Damit war Gold so wertvoll wie zuletzt im vergangen Mai. Seit Beginn des Jahres hat sich das gelbe Edelmetall um etwa zweieinhalb Prozent verteuert. Als Ursache für den aktuellen Höhenflug des Goldpreises nannten Marktbeobachter eine Reihe von Gründen. Vor allem die Aussicht auf einen noch langsameren Anstieg der Zinsen in den USA habe für Auftrieb gesorgt.

Euro notiert fest, britisches Pfund unter Druck

Der Euro hat zur Wochenmitte weiter über der Marke von 1,14 US-Dollar notiert. Am Mittwochmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1440 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag noch auf 1,1422 Dollar festgesetzt.

Unter Druck stand am Morgen das britische Pfund angesichts des erhöhten Risiko eines ungeordneten Brexit. Am Vorabend hatte das britische Parlament der Regierung den Auftrag erteilt, die Brexit-Bedingungen mit der EU neu zu verhandeln. Es geht vor allem um die Auffanglösung für die irisch-nordirische Grenze. Abgelehnt wurden dagegen Anträge zur Verschiebung des Brexit-Datums Ende März.

Ölpreise halten Vortagesgewinne

Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre Gewinne vom Vortag halten können. Sanktionen der USA gegen den Ölsektor Venezuelas und Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China stützten die Preise. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 61,55 US-Dollar. Das waren 23 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 13 Cent auf 53,44 Dollar.

Am Dienstag hatten zwei Entwicklungen die Rohölpreise steigen lassen. Zum einen sorgten die politische Krise in Venezuela und damit verbundene Sanktionen der USA gegen das ölreiche Land für Verunsicherung am Markt. Das Risiko eines verminderten Ölangebots ließ die Preise klettern.

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung