Mittwoch, 20. Februar 2019

Börse Dax schließt knapp im Plus

Trader in Frankfurt am Main
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Trader in Frankfurt am Main

Nach den jüngsten Kursverlusten haben sich die Anleger wieder vorsichtig zurück in die europäischen Aktienmärkte gewagt. Die anstehende Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus und der Handelsstreit zwischen den USA und China hielten sie aber von größeren Käufen ab. Der Dax Börsen-Chart zeigen schloss am Dienstag knapp im Plus bei 11.218,83 Punkten, der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen gewann 0,5 Prozent auf 3152,99 Zähler. An der Wall Street legte der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen 0,2 Prozent zu.

Gleichzeitig griffen einige Investoren verstärkt zu sicheren Anlagen. Dies trieb den Preis der "Antikrisen-Währung" Gold auf ein Achteinhalb-Monats-Hoch von 1311,67 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Besorgniserregend sei die US-Anklage gegen den chinesischen Netzwerk-Ausrüster Huawei wegen Technologie-Diebstahls und Verstoßes gegen Iran-Sanktionen, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. "Dies wird China sicher missfallen." Sein Kollege Neil Wilson vom Online-Broker Markets.com rechnete dennoch mit einer Einigung bei den noch in dieser Woche anstehenden Verhandlungen im Zollstreit. "China hat angesichts seiner schwächelnden Wirtschaft mehr zu verlieren als die USA und kann sich einen langwierigen Handelskrieg nicht leisten."


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"Wer will beim Brexit noch irgendwas ausschließen?"

In London beriet das Parlament über den Brexit-Deal mit der EU und mehrere Änderungsanträge. Einer davon sah vor, den offiziellen Austritt Großbritanniens aus der EU zu verschieben, sollten sich die Abgeordneten nicht bis Ende Februar auf eine Scheidungsvereinbarung einigen. Die Regierung könne sich einem solchen Beschluss aber widersetzen, warnte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. "Das ist zwar nicht üblich, aber wer will beim Brexit noch irgendetwas ausschließen?" Das Pfund Sterling notierte wenige Stunden vor den Abstimmungen kaum verändert bei 1,3151 Dollar und der Euro stagnierte bei 1,1428 Dollar.

Aufwärts ging es dagegen mit dem Ölpreis. Wegen neuer US-Sanktionen gegen den staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA (siehe Video) verteuerte sich die Nordsee-Sorte Brent aus der Nordsee um bis zu 3,1 Prozent auf 61,79 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Raffinerien an der US-Golfküste müssten sich das benötigte schwefelhaltige Rohöl nun aus anderen Quellen besorgen, schrieben die Analysten des Brokerhauses PVM Oil Associates. Vor allem in Mexiko, Saudi-Arabien und Irak müsse mit Preisaufschlägen gerechnet werden.

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Bild: REUTERS, VENEZUELAN TV, VENEZUELAN GOVERNMENT TV, CNN TURK

SAP schwächelt, Harley bricht ein

Am deutschen Aktienmarkt ging es für die Papiere von SAP 2,8 Prozent bergab, nachdem die Margen des Software-Konzerns hinter den Markterwartungen zurückgeblieben waren. Außerdem sei der Ausblick für 2019 konservativ, schrieb Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank. An seiner Kaufempfehlung halte er dennoch fest.

Auch das Quartalsergebnis von Harley-Davidson blieb hinter den Erwartungen zurück. Zudem prognostizierte der Motorrad-Hersteller für 2019 den geringsten Absatz seiner kultigen Maschinen seit acht Jahren in Aussicht. Harley-Titel brachen zeitweise um mehr als neun Prozent ein und steuerten auf den größten Tagesverlust seit zweieinhalb Jahren zu.

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag zugelegt, seine Gewinne aber nicht ganz halten können. Gegen Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1435 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Zuvor war ein Euro bis zu 1,1450 Dollar wert gewesen. Am Nachmittag setzte die EZB den Referenzkurs dann auf 1,1422 US-Dollar fest.

luk, reuters

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