Donnerstag, 17. Januar 2019

Börse China und Brexit bereiten Anlegern Kopfzerbrechen

Dax: Kursverluste zum Wochenauftakt

Schwache Konjunkturdaten aus China und die Unsicherheit vor der entscheidenden Brexit-Abstimmung lassen die Dax-Anleger vor neuen Käufen zurückschrecken. Als eine der wenigen Aktien im Leitindex können sich die Papiere der Lufthansa und von Continental absetzen.

Zu Beginn der dritten Handelswoche im neuen Jahr ist die Nachhaltigkeit der jüngsten Erholung am deutschen Aktienmarkt wieder in Frage gestellt. Überraschend schwache Außenhandelsdaten aus China und die Ungewissheit vor der Abstimmung über das Brexit-Abkommen im britischen Parlament sorgten nach leichten Verlusten am Freitag für ein weiteres Abbröckeln der Kurse auch am Montag.

Der Dax Börsen-Chart zeigen ging am Montag mit einem Verlust von 0,29 Prozent auf 10.855 Punkte aus dem Handel. Zweimal war der Index im Verlauf kurz unter die Marke von 10.800 Zählern getaucht, bevor er am Nachmittag seine Verluste kurzzeitig fast vollständig eindämmen konnte. In der vergangenen Woche hatte der Dax noch ein Plus von etwas mehr als einem Prozent verbucht. Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax Börsen-Chart zeigen büßte am Montag 0,43 Prozent auf 22.572 Punkte ein.

"Das Tauziehen zwischen Bullen und Bären an der Frankfurter Börse geht weiter", sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Auch weil die Unsicherheit über die Zukunft Großbritanniens mit oder ohne Europäischer Union, einem Brexit ungeordnet oder geregelt, anhalte. Gleichzeitig hinterlasse der Handelsstreit mit den USA in Chinas Wirtschaft immer tiefere Spuren, ordnete Stanzl die jüngsten China-Daten ein. Vor einer harten Landung seiner Wirtschaft müsse sich aber nicht nur China fürchten.

Auch die fortdauernde Hängepartie im Finanzierungsstreit um die Regierung in den USA trage nicht gerade zur Verbesserung der Stimmung unter den Anlegern bei, denn bald schon dürfte dies wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen, erwartet CMC-Experte Stanzl.

Chinas Export bricht im Dezember ein

Der Zollstreit mit den USA und das langsamere Wirtschaftswachstum haben den chinesischen Außenhandel am Jahresende stark belastet. Die Exporte seien im Dezember in Dollar gemessen im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent gefallen, teilte die Regierung am Montag in Peking mit. Die Importe gingen sogar um 7,6 Prozent zurück. Experten hatten zwar mit einem schwachen Ergebnis gerechnet, dabei aber sowohl bei den Aus- als auch den Einfuhren noch ein Plus erwartet. Beide Werte fielen zudem so schlecht aus wie schon seit 2016 nicht mehr. Für Analystin Helen Lau vom Broker Argonaut machten die schwachen Konjunkturdaten allerdings eine baldige Einigung im Zollstreit zwischen den USA und China wahrscheinlicher.

Dennoch zogen sich Anleger aus Firmen mit einem starken China-Geschäft zurück. Hierzu gehörten vor allem Luxusgüter-Hersteller wie LVMH Börsen-Chart zeigen, die Gucci-Mutter Kering, die Cartier-Mutter Richemont Börsen-Chart zeigen und der Schmuck-Anbieter Pandora. Ihre Aktien verloren bis zu 6 Prozent. Experten zufolge ist rund ein Drittel des Sektors von der Nachfrage der Chinesen abhängig. In den USA traf es die Chip-Firmen wie Micron Börsen-Chart zeigen und den Baumaschinen-Hersteller Caterpillar Börsen-Chart zeigen, deren Titel sich um bis zu 4,4 Prozent verbilligten.

Aktien von Lufthansa und Continental gefragt

Unter den Einzelwerten im Dax stachen die Anteilsscheine der Lufthansa Börsen-Chart zeigen positiv hervor. Sie gewannen nach Aussagen über deutlich geringer als bisher veranschlagte Kerosinkosten für das neue Jahr 1,21 Prozent. Die Lufthansa dürfte 2019 nun ihr Gewinnniveau des Vorjahres verteidigen, erwartet etwa Analyst Neil Glynn von der Credit Suisse. Die Papiere von Continental Börsen-Chart zeigen legten nach vorläufigen Eckzahlen zum abgelaufenen Jahr als bester Dax-Wert rund 3 Prozent zu. Am Morgen noch hatte die Papiere deutlich im Minus notiert.

Die Anteilsscheine von Beiersdorf Börsen-Chart zeigen büßten indes als einer der schwächsten Dax-Werte rund 2,4 Prozent ein. Die Schweizer Großbank UBS rechnet für 2019 mit Druck auf Wachstum und Gewinn. Nach einem starken Jahr 2018 seien die Erwartungen an den Konsumgüterkonzern inzwischen zu hoch, schrieb Analystin Pinar Ergun und rät nun zum Verkauf der Aktie.

Nach vorgelegten Jahreszahlen der Citigroup ging es zudem für die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen etwas deutlicher abwärts mit minus 0,9 Prozent. Die amerikanische Großbank erwirtschaftete 2018 zwar einen Milliardengewinn, enttäuschte allerdings ertragsseitig.


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Dass der Büroimmobilienspezialist Alstria Office weiterhin von steigenden Immobilienpreisen profitiert, honorierten die Anleger mit Käufen. Die Aktien legten im MDax um 2,7 Prozent zu. Im SDax gewannen die Papiere von Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigenzudem nach Umsatzaussagen zum vierten Quartal rund 3 Prozent. Der Chipentwickler erreichte laut vorläufiger Berechnungen im Schlussquartal 2018 das untere Ende seiner Umsatzprognose.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,09 Prozent am Freitag auf 0,07 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 142,48 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,18 Prozent auf 164,75 Punkte. Der Euro hielt sich mit 1,1461 US-Dollar unter der Marke von 1,15 Dollar, unter die er am Freitagnachmittag wieder gesackt war. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag noch auf 1,1533 Dollar festgesetzt.

mit Nachrichtenagenturen

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