Samstag, 19. Januar 2019

Börse Dax nimmt Kurs auf 11.000 Punkte - Erholung geht weiter

Der Dax dreht am Donnerstag im späten Handel ins Plus. Die Marke von 11.000 Punkten rückt erneut in den Blick. In den USA setzen Dow Jones und Nasdaq ihre Erholung fort.

Die Erholung am deutschen Aktienmarkt hat sich am Donnerstag im späten Handel fortgesetzt. Der Dax Börsen-Chart zeigen drehte mit Unterstützung der US-Börsen zuletzt ins Plus und schloss auf Xetra (17.30 Uhr) bei 10.915 Punkten - nur knapp unter Tageshoch. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten Linde, Fresenius und RWE, die jeweils um rund 2 Prozent zulegten. Der MDax Börsen-Chart zeigen , der Index der mittelgroßen Unternehmen, verlor am Donnerstag dagegen 0,5 Prozent.

Das Tempo der Erholung hat sich jedoch verlangsamt. Aktuell wirken am Markt vor allem die Zoll-Verhandlungen zwischen den USA und China nach, wo es weiterhin große Differenzen zu geben scheint. Ins Kontor schlugen außerdem schwache Daten zur Preisentwicklung in China und die Debatten in Großbritannien rund um den Brexit-Vertrag.

Wall Street: Dow Jones dreht zeitweise ins Plus

In den USA haben Dow Jones Börsen-Chart zeigen und der Tech-Index Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen nach vier Tagen mit Kursgewinnen in Folge zunächst den Rückwärtsgang eingelegt. Seit Weihnachten hatten sich beide Indizes kräftig von ihrem jüngsten Kursrutsch erholt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen gab im frühen Handel um 0,6 Prozent nach, drehte aber anschließend ins Plus und nähert sich wieder der Marke von 24.000 Punkten. Dies sorgte auch für Unterstützung an den deutschen Börsen.

Für Verunsicherung sorgten am Donnerstag die Jahreszahlen des US-Einzelhändlers Macy´s, die unter den Erwartungen blieben. Die Aktie von Macy´s brach um mehr als 10 Prozent ein. Zudem ging der Ölpreis nach seiner jüngsten Erholung ebenfalls um rund 2 Prozent zurück.

UBS belastet Conti-Aktie

Im SDax Börsen-Chart zeigen büßten zudem Leoni Börsen-Chart zeigen 5,7 Prozent und im Dax Börsen-Chart zeigen die Aktie von Continental Börsen-Chart zeigen 2,8 Prozent ein. Die Aktie des Autozulieferers und Reifenherstellers war zugleich auch von der Schweizer Großbank UBS abgestuft worden.

Neuigkeiten gab es vom Chemiekonzern BASF Börsen-Chart zeigen, dessen Aktie sich zuletzt unverändert und damit leicht besser als der Gesamtmarkt zeigte. BASF plant in Südchina eine Milliarden-Investition und kam dort einen Schritt weiter.

MDax: Osram stark unter Druck

Osram büßten nach negativen Aussagen des Vorstandschefs 6,5 Prozent ein und waren Schlusslicht im MDax. Olaf Berlien blickt nicht nur pessimistisch auf das abgelaufene Jahresviertel, sondern sorgt sich vor allem auch um die schwächelnde Autoindustrie, die der Lichtspezialist beliefert. So sackten daher auch die Papiere des auf Lichttechnik spezialisierten Autozulieferers Hella um 2,7 Prozent ab. Er gilt als ein wichtiger Kunde Osrams.

Südzucker gewannen dagegen nach Zahlen 7,7 Prozent. Am Markt wird inzwischen gehofft, dass der Preisverfall bei Zucker am Tief angekommen ist.


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Brexit-Abstimmung am Dienstag

Es gebe nach wie vor viele Unsicherheiten, sagte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. Der Hauptgrund für die jüngsten Börsengewinne ist an diesem Tag wieder einer der Gründe für die Verluste: Der Optimismus der Anleger, dass sich die USA und China einigen und ihren Handelskrieg beilegen könnten, schwindet wieder. Nach den am Vortag beendeten dreitägigen Verhandlungen in Peking ist klar, dass es noch große Differenzen zu überwinden gilt. Immerhin wurde laut einem Pressebericht, der sich auf informierte Kreise beruft, der Weg für weitere Verhandlungen auf höherer Stufe geebnet.

Neben den Handelskonflikten liegt der Fokus zudem weiter auf den Entwicklungen rund um den Brexit. Seit Mittwoch debattiert das britische Unterhaus über den Vertrag zum Ausstieg aus der EU. Am kommenden Dienstag soll es dann zu einer Abstimmung über diesen kommen. Eine Mehrheit für den Vertrag gibt es aber offenbar weiterhin nicht.

Stützend für die Börsen ist daher allenfalls, dass die US-Notenbank Fed in ihrem Sitzungsprotokoll einen vorsichtigeren geldpolitischen Kurs in der Zukunft signalisierte und damit die jüngsten Äußerungen des Fed-Chefs Jerome Powell untermauerte.

Euro steigt auf Dreimonatshoch

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag an die starken Kursgewinne vom Vortag angeknüpft und weiter zugelegt. Am frühen Morgen stieg die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,1570 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Oktober. Zuletzt wurde sie wieder etwas tiefer bei 1,1555 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1455 Dollar festgesetzt.

Ausschlaggebend für die Kursbewegung ist eine breitangelegte Dollar-Schwäche, die dem Euro im Gegenzug Auftrieb verliehen hat. Am Devisenmarkt spielt die Geldpolitik in den USA eine entscheidende Rolle. Die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen werden immer weiter nach unten geschraubt. Am Vortag hatte der Präsident der regionalen Notenbank von Atlanta, Raphael Bostic, sogar die Möglichkeit einer Leitzinssenkung in diesem Jahr nicht ausgeschlossen und damit starke Kursverluste beim Dollar ausgelöst.

Am Vorabend hatte außerdem die Veröffentlichung des Protokolls der vergangenen Zinssitzung der US-Notenbank Fed gezeigt, dass die amerikanischen Währungshüter bei ihrer Geldpolitik einen vorsichtigeren Kurs einschlagen. Nach Einschätzung vieler Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss (FOMC) könne man künftig "geduldiger" hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen sein, hieß es in der Mitschrift.

Ölpreise fallen wieder

Die Ölpreise haben am Donnerstag den starken Anstieg der vergangenen Handelstage vorerst nicht weiter fortgesetzt. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 59 Cent auf 51,77 US-Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostete am Morgen 60,87 Dollar. Das waren 57 Cent weniger als am Vortag.

Am Ölmarkt wurden die Erwartungen an ein schnelles Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China gedämpft. Nach dreitägigen Verhandlungen in Peking hatten beide Seiten in ihren jeweiligen Stellungnahmen deutlich gemacht, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt noch weit von der Lösung des Handelskonflikts entfernt sind.

In den vergangenen Handelstagen hatte die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Streits die Ölpreise immer wieder beflügeln können. Außerdem wurden die Notierungen durch die Entwicklung der US-Ölreserven belastet. Diese waren in der vergangenen Woche nicht so stark wie erwartet gesunken. Am Vortag hatte das amerikanische Energieministerium gemeldet, dass die Lagerbestände an Rohöl nicht ganz so stark wie erwartet gefallen waren.

dpa-afx, rtr

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