Mittwoch, 20. März 2019

Börse Dax startet Erholungsversuch, Bayer im Plus

Dax mit Kursgewinnen: Die Erholung treibt den Dax wieder Richtung 11.000 Punkte

Der Dax startet am Dienstag einen Erholungsversuch und schließt über der Marke von 10.800 Punkten. Im Zollstreit zwischen China und den USA gibt es Bewegung. Auch der Dow Jones legt weiter zu.

Kursgewinne in Asien und den USA, Bewegung im Handelsstreit zwischen China und den USA sowie Gerüchte über eine Verschiebung des Brexit haben dem Dax Börsen-Chart zeigen am Dienstag Schwung verliehen. Der deutsche Leitindex kletterte zeitweise um 1,4 Prozent und notierte kurzzeitig über der Marke von 10.900 Punkten, dann setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein. Auf Xetra (17.30 Uhr) schloss der Dax 0,5 Prozent fester bei 10.803 Zählern. Am Vortag hatte der Dax noch mit leichten Verlusten geschlossen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen rückte um 0,6 Prozent vor. Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Bayer Börsen-Chart zeigen und von Adidas Börsen-Chart zeigen.

Unterstützung für den Dax Laut dem US-Präsidenten Donald Trump laufen die Gespräche mit China sehr gut. Chinas Präsident Xi Jinping hatte seinen hochrangigsten Verhandlungsführer in die seit Montag laufende zweite Gesprächsrunde mit den USA geschickt, was unter Anlegern bereits zuvor für gute Stimmung sorgte.

Wall Street im Plus: Dow Jones setzt Erholung fort

Die Hoffnung auf einen baldigen Ausweg aus dem US-chinesischen Handelsstreit hält auch die US-Anleger bei Laune. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen setzte zu Handelsbeginn am Dienstag seine Erholung fort. Auch der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen legte zu, wenn auch nur moderat.

Fünf Wochen nach dem Burgfrieden zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping unternehmen die Unterhändler einen neuen Anlauf, den Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften zu beenden. Auf Twitter schrieb US-Präsident Donald Trump, die Gespräche nähmen einen "sehr guten" Verlauf.

Zweite Runde der Zollgespräche - China mit Geste des guten Willens

Die zweite Runde der Zollgespräche zwischen den USA und China könnte den Anlegern am Dienstag wieder neuen Mut machen. Dass Chinas Präsident Xi Jinping seinen hochrangigsten Verhandlungsführer in die angelaufenen Gespräche mit der US-Delegation geschickt habe, nähre die Hoffnung auf einen Durchbruch, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK.

Im Handelsstreit kommt China den USA mit einer weiteren Öffnung des Agrarmarktes entgegen. Erstmals seit anderthalb Jahren erteilte die chinesische Regierung am Dienstag wieder Importzulassungen für gentechnisch veränderte Pflanzensorten. "Es ist eine Geste des guten Willens zur Lösung der Handelsfrage", sagte ein Vertreter eines US-Agrarverbandes. In Peking setzten Vertreter der beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte ihre Verhandlungen über Auswege aus dem Zollstreit fort. Die USA fordern seit längerem eine größere Öffnung Chinas für landwirtschaftliche Produkte und sind der größte Exporteur von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen. China ist der größte Importeur von Sojabohnen und Raps aus diesem Bereich. Insgesamt wurden fünf gentechnisch veränderte Pflanzensorten für den Import freigegeben - zwei Sorten von BASF, eine der neuen Bayer-Tochter Monsanto und zwei Sorten des US-Chemieriesen DowDupont. Dabei geht es um Raps, Mais und Sojabohnen.


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Bayer, Adidas und Continental im Dax gefragt

Unter den Einzelwerten zählten die Papiere des im Dax schwer gewichteten Pharma- und Agrochemiekonzerns Bayer mit Kursgewinnen von 2,8 Prozent zu den Favoriten der Anleger. Die zugekaufte US-Tochter Monsanto hat in Indien einen wichtigen Patentstreit gewonnen.

Zu den Gewinnern im Dax zählten auch die Aktien des Autozulieferers und Reifenherstellers Continental mit plus 3,8 Prozent. Die Papiere der Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW legten ebenfalls zu. "Hier setzen offenbar einige Anleger voll auf eine Einigung in den Gesprächen zwischen den USA und China", sagte ein Börsianer.

An der Wall Street hatten die wichtigsten Indizes ihre Gewinne nach Börsenschluss in Europa stabil gehalten. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigenbeendete die Sitzung 0,4 Prozent höher, der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,7 Prozent und der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigenrückte um 1,3 Prozent vor. Die US-Futures deuten unterdessen auf weitere Gewinne zum Börsenstart in den USA am Dienstag hin. In Tokio schloss der japanische Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen0,8 Prozent fester bei 20.204 Zählern, und auch die meisten anderen Indizes in Asien stabilisierten sich.

Brexit: Briten prüfen angeblich Verschiebung des Austrittstermins aus der EU

Auch das Thema Brexit beschäftigt Börsianer erneut. Brexit-Minister Stephen Barclay hat unterdessen einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, die britische Regierung prüfe die Möglichkeit einer Verschiebung des EU-Austrittstermins. "Die Politik der Regierung dazu ist klar, die Premierministerin hat es bei vielen Gelegenheiten gesagt: Wir verlassen die Europäische Union am 29. März. Wir streben keine Verlängerung an", sagte Barclay am Dienstag dem TV-Sender Sky News." Eine Verlängerung des im EU-Artikel 50 geregelten Austrittsprozesses wäre auch schwierig. Die Zeitung "Daily Telegraph" hatte berichtet, britische Regierungsvertreter hätten bereits vorgefühlt, ob eine Verlängerung der Verhandlungsfrist nach EU-Artikel 50 infrage komme. Großbritannien soll den bisherigen Planungen zufolge am 29. März die Staatengemeinschaft verlassen.

BMW unter Druck, Evotec gefragt

BMW Börsen-Chart zeigen büßten indes 1,1 Prozent ein. Nachdem die US-Bank JPMorgan am Montag bereits wachsende Probleme und Margendruck bei BMW hervorgehoben und die Aktie abgestuft hatte, folgte nun eine negative Studie von Jefferies zum Münchner Autobauer.

Im MDax Börsen-Chart zeigenzählten die Anteilsscheine von Evotec Börsen-Chart zeigenzu den Favoriten mit plus 2,8 Prozent. Das Biotechunternehmen erzielte in seinem Bündnis mit dem US-Konzern Celgene über Therapien gegen Nervenerkrankungen Fortschritte und erhielt dafür eine Zahlung von 14 Millionen US-Dollar (12,2 Mio Euro).

Rom hilft italienischer Bank - auch Deutsche Bank profitiert

Zu den Gewinnern an den europäischen Börsen gehörten die Banken in Italien, nachdem die Regierung in Rom der angeschlagenen Bank Carige zur Seite gesprungen war. Der italienische Branchenindex legte mehr als ein Prozent zu. Die Aktien von UniCredit und Intesa Sanpaolo gewannen jeweils rund ein Prozent. Das Kabinett in Rom verabschiedete am Montagabend ein Dekret zur Übernahme von staatlichen Garantien für Carige, die seit vergangener Woche unter Zwangsverwaltung der Europäischen Zentralbank (EZB) steht. Auch die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigenprofitierte von der höheren Nachfrage nach Bankaktien. Ihre Titel waren mit einem Plus von 1,2 Prozent unter den Dax-Gewinnern.

Analyst Christian Schmidt von der Helaba bleibt misstrauisch angesichts der Frage, wie nachhaltig Kursgewinne wären. "Die Unsicherheiten dominieren", betonte er und verwies auf die zunehmende Konjunktur-Skepsis der Marktteilnehmer und den Brexit, über dessen ausgehandelte vertragliche Modalitäten nun das Unterhaus am kommenden Dienstag, 15. Januar, abstimmen wird.

Rückkehr der Risikofreude

"Seit Freitag spricht alles für 'risk on'", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann und verwies dabei noch auf weitere Faktoren. Händler und Investoren, die die Sorge vor einer Rezession plage, seien am Freitag gleich von mehreren Seiten beruhigt worden. Abgesehen von den geldpolitischen Schritten der chinesischen Zentralbank hatte der monatliche Arbeitsmarktbericht aus den USA "massiv positiv" überrascht.

Fed tritt 2019 möglicherweise auf die Bremse - Dollar legt dennoch zu

Für Zuversicht bei Aktionären sorgte auch, dass ein weiterer US-Währungshüter für dieses Jahr nur noch eine Zinserhöhung als wahrscheinlich ansieht. Der Präsident des Fed-Ablegers von Atlanta, Raphael Bostic, warnte vor einem zu aggressiven Vorgehen der Notenbank (Fed). "Noch sind die Investoren auf zwei weitere Zinsschritte eingestellt", sagte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. "Da die jüngsten Konjunkturdaten und Bilanzzahlen nicht wirklich überzeugen konnten, ist es wichtig, dass die Federal Reserve das Tempo der Zinsschritte moderat hält."

Der Dollar legte dennoch leicht zu. Der Euro sank um 0,2 Prozent auf 1,1447 Dollar. Auch die "Antikrisen-Währung" Gold war nicht mehr so stark gefragt wie in den vergangenen Tagen. Eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 1283 Dollar.

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