Donnerstag, 17. Januar 2019

Börse Dow Jones dreht ins Plus - Anleger gehen erneut ins Risiko

Dax: Kursschwankungen zum Jahresstart

Der Dax schließt am Montag im Minus. Vor allem die Aktien von Bayer und Siemens belasten den Dax. An der Wall Street setzen Dow Jones und Nasdaq dagegen ihre Kursrally fort.

Nervöser Handel: Nach der kräftigen Erholungsrally vom Freitag hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Montag zum Handelsstart zunächst weiter zugelegt und die Marke von 10.800 Zählern zeitweise überwunden. Im Anschluss setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein: Der deutsche Leitindex gab seine Gewinne bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) komplett wieder ab und notierte schließlich mit 0,2 Prozent tiefer bei 10.747 Punkten. Erneute Hoffnung auf ein Ende der Zollstreitigkeiten hatte den Dax zeitweise an seine 21-Tage-Linie geführt, an der er nun aber wieder abgeprallt ist. Die 21-Tage-Linie gilt als Indikator für den kurzfristigen Dax-Trend.

Im Fokus der Anleger steht am Montag vor allem der Besuch einer US-Delegation in China zur Fortsetzung der Handelsgespräche. Es sind die ersten seit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vor fünf Wochen einen 90-tägigen "Waffenstillstand" vereinbart hatten. Die US-Börsen setzten bis zum Montag Abend ihre Kurserholung fort.

US-Delegation zu Gast in Peking: Verhandlungen im Zollstreit aufgenommen

Derweil mehren sich die Stimmen der Strategen, die nach dem kräftigen Abschwung der Aktienmärkte zum Ausklang von 2018 Einstiegschancen sehen. So gab der "Bull & Bear-Indicator" der Experten von Merrill Lynch erstmals seit Juni 2016 wieder ein Kaufsignal. Am Freitag hatte der Dax dank Spekulationen auf eine Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China 3,4 Prozent im Plus bei 10.767,69 Punkten geschlossen.

Wall Street: Erholung in den USA setzt sich fort

An der Wall Street bleiben Anleger in Kauflaune und gehen nach den deutlichen Kursverlusten im Dezember erneut ins Risiko. Nach dem über 3-prozentigen Anstieg vom Freitag baute der Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Montag Abend seine Kursgewinne zunächst auf 0,9 Prozent aus und kletterte wieder über die Marke von 23.600 Zählern. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann bis 19 Uhr MEZ sogar 1,4 Prozent hinzu. Seit Freitag hat der Technologie-Index damit mehr als 4 Prozent hinzugewonnen.

Frische US-Konjunkturdaten hatten kaum Einfluss auf die Kurse. So waren die Stimmungsdaten aus dem US-Dienstleistungssektor im Dezember - gemessen am ISM-Einkaufsmanagerindex - schwächer als erwartet ausgefallen. Die Bekanntgabe der Daten zur Industrieproduktion wurde wegen einiger geschlossener Bundesbehörden abgesagt.


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Rückkehr der Risikofreude

"Seit Freitag spricht alles für 'risk on'", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann und verwies dabei noch auf weitere Faktoren. Händler und Investoren, die die Sorge vor einer Rezession plage, seien am Freitag gleich von mehreren Seiten beruhigt worden. Abgesehen von den geldpolitischen Schritten der chinesischen Zentralbank hatte der monatliche Arbeitsmarktbericht aus den USA "massiv positiv" überrascht.

Die "beruhigenden Bemerkungen" des US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell hätten ihr Übriges beigetragen. Powell hatte wiederholt, er sei nach wie vor "moderat optimistisch" für die weltweit größte Volkswirtschaft USA. Und noch wichtiger: Er hatte betont, dass die Fed, falls nötig, ihr Wertpapierportfolio auch weniger rasch als bisher abbauen könne. Das sind laut Leuchtmann "klare Signale", dass die US-Notenbank bereit ist, früh zu reagieren und ihre Geldpolitik anzupassen, falls es konjunkturell klemmt.

Bayer, Siemens und Fresenius klar im Minus

Zu den größten Verlierern im Dax Börsen-Chart zeigen gehörten am Montag die Aktien von Siemens Börsen-Chart zeigen, Bayer Börsen-Chart zeigen und vom Gesundheitskonzern Fresenius Börsen-Chart zeigen. Alle drei Werte hatten am vergangenen Freitag noch deutlich zugelegt. Nun setzen Gewinnmitnahmen ein, die Aktien gaben jeweils um rund 2 Prozent nach.

JP Morgan stützt Commerzbank und belastet BMW-Aktie

Nach den Spekulationen auf eine Abkühlung der Weltwirtschaft in der vergangenen Woche blicken Börsianer zudem gespannt auf die anstehenden Konjunkturdaten. Im Tagesverlauf werden die deutschen und europäischen Einzelhandelsumsätze sowie die Auftragseingänge für langlebige US-Güter veröffentlicht.

Nikkei in Japan zieht deutlich an

An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland ihre Gewinne ausgebaut. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigenJones beendete die Sitzung 3,3 Prozent und der Nasdaq 4,3 Prozent höher. Der S&P500 stieg um 3,4 Prozent.

In Tokio zog der Nikkei Börsen-Chart zeigen Index am Montag um 2,5 Prozent auf 20.057 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,6 Prozent auf 2530 Punkte.

Unter den Einzelwerten am deutschen Markt dürften vor allem Umstufungen bewegen. So senkte JPMorgan-Analyst Jose Asumendi den Daumen über BMW . Die jüngsten Qualitätsprobleme hätten die Margen im Autogeschäft wohl unter 8 bis 10 Prozent gedrückt und es bleibe abzuwarten, ob der Konzern Margen in dieser Höhe wieder erreichen könne, schrieb er. Insgesamt dürfte seines Erachtens die Stimmung im gesamten europäischen Autosektor im ersten Halbjahr gedämpft bleiben. Die Aktie der Commerzbank wurde von der US-Bank JPMorgan in das "Top Pick"-Portfolio der europäischen Bankenbranche aufgenommen.

Euro profitiert von Dollar-Schwäche - nimmt die Fed das Tempo raus?

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Montag gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1420 US-Dollargehandelt, nachdem der Kurs am Freitagabend noch knapp unter 1,14 Dollar gelegen hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1403 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einer allgemeinen Dollar-Schwäche, die dem Euro im Gegenzug Auftrieb verlieh. Zu nahezu allen wichtigen Währungen stand der Dollar zum Wochenauftakt unter Druck. Als Ursache hierfür gelten Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell vom Freitag.

Powell hatte deutlich gemacht, dass die US-Notenbank Fed bei ihren künftigen Zinsentscheidungen die Sorgen der Finanzmärkte berücksichtigen werde. Außerdem werde die Notenbank angesichts der vergleichsweise geringen Inflation "geduldig sein" und die weitere Entwicklung der Wirtschaft beobachten. Am Markt wurden diese Aussagen als Hinweis auf eher langsamere Zinserhöhungen gesehen, was den Dollar unter Druck setzte.

mit dpa und reuters

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