Donnerstag, 15. November 2018

Kursrally an US-Börse Handelskrieg? Nasdaq, Amazon und Microsoft auf Rekordhoch

Ganz entspannt: Während Trump den Zollstreit mit China anheizt, verzeichnen Microsoft und Amazon (im Bild Microsoft Chef Nadella und Amazon-Chef Bezos) neue Rekordmarken
SHAWN THEW/ EPA-EFE/ REX/ SHUTTERSTOCK
Ganz entspannt: Während Trump den Zollstreit mit China anheizt, verzeichnen Microsoft und Amazon (im Bild Microsoft Chef Nadella und Amazon-Chef Bezos) neue Rekordmarken

Der deutsche Aktienmarkt wagt einen Erholungsversuch. Die US-Börsen sind am Donnerstag trotz der Sorgen um einen eskalierenden Handelsstreit mit Gewinnen in den Handel gestartet. Die Tech-Börse Nasdaq 100 erreicht ein Rekordhoch - ebenso die Aktien von Amazon und Microsoft.

Auf und Ab an der Börse: Nach dem schwachen Börsenverlauf zur Wochenmitte hat sich der Dax Börsen-Chart zeigen am Donnerstag stabilisiert. Er folgte dem zaghaften Erholungstrend der wichtigsten Börsen Asiens. Bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) legte der deutsche Leitindex 0,6 Prozent zu und schloss nur knapp unter der Marke von 12.500 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten die Pharmawerte Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen und Merck Börsen-Chart zeigen. Auch Continental Börsen-Chart zeigen profitierte von einem Zukauf des Konkurrenten Michelin. Zu den Verlierern zählten erneut die Bankenwerte Commerzbank Börsen-Chart zeigen und Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen: Europaweit tendierten Bankenwerte im Minus.

Schnäppchenjäger sind unterwegs, doch Anleger bleiben vorsichtig. Die Eskalationsbereitschaft von US-Präsident Donald Trump im Handelskonflikt mit China bleibt nach wie vor ein zentrales Thema an den Börsen. Angesichts der Nervosität der Investoren könnten daher weitere Verluste drohen.


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Dow Jones legt zu, Nasdaq 100, Amazon und Microsoft auf Rekordhoch

Auch an der Wall Street haben die Anleger am Donnerstag wieder Land gesehen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen legte zuletzt mehr als 200 Punkte (0,8 Prozent) zu. Der Tech-Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen kletterte noch stärker und gewann zuletzt 1,2 Prozent.

Der breitere Auswahlindex Nasdaq 100 Börsen-Chart zeigen schaffte es bei 7331 Punkten sogar auf eine Bestmarke und rückte zuletzt noch um 1,15 Prozent auf 7327 Punkte vor. Ihm halfen eine Übernahme sowie Rekordstände der beiden Schwergewichte Amazon Börsen-Chart zeigen und Microsoft Börsen-Chart zeigen.

Damit knüpften die US-Märkte an ihren vorangegangenen Aufwärtstrend an. Börsianer verwiesen auf Hoffnungen, dass China im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten gegenüber Präsident Donald Trump einen versöhnlichen Ton anschlagen könnte - dessen Zuspitzung hatte am Vortag weltweit auf die Stimmung gedrückt.

Broadcom will CA kaufen: CA-Aktie haussiert, Broadcom bricht ein

Die Aktien des Softwarekonzerns CA Technologies schossen dank einer Übernahmeofferte um rund 18 Prozent auf 43,93 US-Dollar hoch und waren damit so teuer wie zuletzt zur Jahrtausendwende. Beim Interessenten handelt es sich um den Chip-Riesen Broadcom - er einigte sich nach dem gescheiterten Kauf des Rivalen Qualcomm mit CA auf einen Übernahmepreis von 44,5 Dollar pro Aktie in bar, wie beide Unternehmen mitteilten. Damit würde Broadcom insgesamt 18,9 Milliarden Dollar zahlen. Die Broadcom-Titel sackten um über 15 Prozent auf 206,53 Dollar ab, was den tiefsten Stand seit März 2017 bedeutete.

Bieterkampf um Sky setzt sich fort

Derweil setzte sich der Bieterkampf um Sky fort. Dass der US-Kabelriese Comcast nun 14,75 britische Pfund in bar pro Aktie der britischen Sendergruppe zahlen will, ließ dessen Aktien in London um fast dreieinhalb Prozent auf 15,45 Pfund steigen - offenbar sehen die Anleger noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Comcast-Titel legten in New York um 1,36 Prozent zu. Dagegen verloren die Anteilscheine von Rupert Murdochs Medienkonzern 21st Century Fox , dessen jüngste Offerte von 14 Pfund je Sky-Aktie Comcast damit ausstach, 0,27 Prozent.

Der Anstieg der US-Verbraucherpreise stützte zudem Spekulationen auf weiter steigende US-Zinsen. Mit einer Jahresrate von 2,9 Prozent ist die Inflation in den USA wieder so hoch wie zuletzt im Februar 2012.

Dollar zum Euro kaum verändert

Der Dollar notierte am Donnerstag zum Euro kaum verändert. Dass der US-Dollar aktuell zu vielen Währungen eher aufwertet, stützt nach Ansicht von Börsianern zurzeit hingegen die Aktienmärkte in Asien.

Der Euro kostete zuletzt 1,1682 US-Dollar und hielt sich damit weiter unter 1,17 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1735 Dollar festgesetzt.

Nebenwerte: Gerresheimer und Nordex gefragt

Im MDax Börsen-Chart zeigen sprangen die Gerresheimer Börsen-Chart zeigen -Aktien nach dem am Vorabend angehobenen Umsatzausblick um 10,3 Prozent hoch. Zwar waren die Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal etwas schwächer als erwartet ausgefallen, ein Händler hob aber noch zwei Großaufräge sowie die Übernahme von Sensile Medical positiv hervor. Das schweizerische Unternehmen entwickelt Pumpen zur Verabreichung von Medikamenten.

Für Nordex Börsen-Chart zeigen ging es im TecDax Börsen-Chart zeigen um 2,7 Prozent nach oben, nachdem der Windkraftanlagenbauer im zweiten Quartal nach Leistung fast doppelt so hohe Aufträge eingesammelt hatte wie ein Jahr zuvor.

Asiens Börsen starten Erholungsversuch nach Ausverkauf

In Asien stiegen die Börsen am Donnerstag nach einem Ausverkauf am Vortag. Japans Nikkei 225 Börsen-Chart zeigenliegt zur Stunde 1,26 Prozent im Plus, Hongkongs Hang Seng Börsen-Chart zeigen gewinnt 0,71 Prozent und Chinas CSI 300 notierte gut 2 Prozent stärker.

Der im Handelskrieg zwischen Peking und Washington zum Spielball gewordene chinesische Konzern ZTE Börsen-Chart zeigen kann derweil bald wieder bei Zulieferern in den Vereinigten Staaten einkaufen. Der Telekomausrüster und das US-Handelsministerium unterzeichneten als letzten Teil eines Vergleichs von Anfang Juni eine Treuhandvereinbarung.

mit dpa-afx/rtr

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