Samstag, 17. November 2018

Börse Dow und Nasdaq starten Aufholjagd, Dax klar im Plus

Zittern an der Börse: Der Dow Jones kommt nicht recht voran, und der Dax fällt prompt zurück ins Minus
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Zittern an der Börse: Der Dow Jones kommt nicht recht voran, und der Dax fällt prompt zurück ins Minus

Das Zittern an der Börse geht weiter: Nach dem Kurssturz am Vortag starten Dow Jones und Nasdaq eine Aufholjagd. Der Dax dreht im späten Handel deutlich in die Gewinnzone. Die Aktie von Continental legt kräftig zu. Die Aktie von Bayer stürzt dagegen auf ein 6-Jahres-Tief.

Rauf, runter, rauf: Dax-Anleger brauchen derzeit starke Nerven. Nach der Verkaufswelle an der Wall Street vom Vortag war der Dax zunächst bis auf 11.085 Punkte gefallen, hatte dann aber einen Erholungsversuch gestartet. Kurz vor Handelsschluss auf Xetra notierte der Dax 1 Prozent im Plus bei 11.305 Punkten. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Continental und Daimler mit Gewinnen zwischen 6 und 4 Prozent. Die Aktie von Bayer stürzte dagegen unter die Marke von 66 Euro und markierte den tiefsten Stand seit 6 Jahren. Die Monsanto-Übernahme droht für Bayer wegen der Klagewelle in den USA zum Desaster zu werden.

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen baute bis 17.30 Uhr seine Gewinne auf knapp 400 Punkte (1,6 Prozent) aus und nahm die Marke von 25.000 Zählern wieder in den Blick. Am Vortag hatte der Index jedoch 608 Punkte an Wert verloren.

Deutlicher fielen die Gewinne an der Nasdaq aus. Der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen gewann zuletzt 3,1 Prozent auf 6985 Zähler und nahm die Marke von 7000 Punkten wieder in den Blick.

Am Vortag hatte der Dax auf dem tiefsten Niveau seit Dezember 2016 geschlossen. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex rund 12 Prozent verloren. An der Wall Street notiert der Dow Jones auf Jahressicht wieder im Plus, der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen hat immer noch ein Kursplus von 10 Prozent zu verteidigen.


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Autowerte europaweit im Plus, Kurssprung bei PSA

Gute Geschäftszahlen der Opel-Mutter PSA Peugeot Citroën Börsen-Chart zeigen haben am Donnerstag der europäischen Autobranche Rückenwind beschert. Der Sektorindex im marktbreiten Stoxx 600 kletterte zur Mittagszeit um 2,7 Prozent auf 480 Punkte - und erholte sich so von seinem tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Ein Kurssprung um fast 6 Prozent bei den Aktien des Opel-Mutterkonzerns PSA gab dabei den Ton an. Der französische Autokonzern hatte im dritten Quartal eine Umsatzsteigerung berichtet, die am Markt besonders gut ankam.

In diesem freundlichen Marktumfeld legten die Aktien von Daimler Börsen-Chart zeigen trotz schwacher Quartalszahlen um knapp 4 Prozent zu. Daimler hatte bereits im Vorfeld vor schwächeren Zahlen gewarnt.

Auch Volkswagen legten rund 4 Prozent zu, während die Aktie von Continental um 8 Prozent zulegte - allerdings war das Papier in den vergangenen Wochen auch tief gestürzt.

Deutsche Bank testet Rekordtief

Die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen rutschte zeitweise auf ein Rekordtief. Das Papier notierte zu Handelsbeginn 1,27 Prozent schwächer bei 8,67 Euro. Im Anschluss erholte sich die Aktie jedoch wieder und drehte zuletzt leicht ins Plus.

Nebenwerte: Puma, Siltronic und MTU sehr fest

Bei Siltronic stoppte der jüngste Kursrutsch mit einer Erholung um 8 Prozent. Analysten äußerten sich in ersten Reaktionen erfreut über die vorgelegten Vierteljahreszahlen. Unerwartet starke Resultate und der leicht verbesserte Ausblick zeigten laut Analyst Jürgen Wagner von Mainfirst, dass der jüngste Kursrückgang übertrieben gewesen sei.

Ähnlich stark präsentierten sich im MDax nach einem hochgeschraubten Geschäftsjahresausblick die Puma Börsen-Chart zeigen mit einem Kurssprung um knapp 10 Prozent, womit sie auch Adidas Börsen-Chart zeigen im Dax mit 1 Prozent ins Plus verhalfen. Laut dem Konzernchef Björn Gulden verlief das dritte Quartal besser als vom Management erwartet. Schubkraft verlieh dem Sportartikelkonzern vor allem das Wachstum in den Regionen Asien/Pazifik und Amerika.

MTU Aero Engines Börsen-Chart zeigen wurden im MDax außerdem von einem überraschend starken Quartal mit 4,5 Prozent Plus beflügelt. Schlechter sieht es im Index der mittelgroßen Werte nach Zahlen bei dem Spezialchemiekonzern Wacker Chemie aus, dessen Aktie um 1,7 Prozent fiel.

Ausverkauf in Asien geht weiter - Nikkei auf 6-Monats-Tief

An den Börsen Asiens ist der Ausverkauf am Donnerstag weitergegangen. Überall waren die Vorzeichen tiefrot. Händler verwiesen auf zunehmende Sorgen über die Gewinnentwicklung der asiatischen Unternehmen sowie vor einer allgemein sich abschwächenden weltweiten Wirtschaft.

Der japanische Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen 225 schloss mit minus 3,72 Prozent auf 21 268,73 Zählern und damit auf dem tiefsten Stand seit Ende März. Konträr zur schwer angeschlagenen Marktstimmung ragten die Aktien von Panasonic Börsen-Chart zeigen als größter Gewinner mit plus 0,5 Prozent positiv heraus. Sie profitierten von überraschend starken Zahlen des US-Elektroautoherstellers Tesla Börsen-Chart zeigen . Dieser hatte seinen ersten Quartalsgewinn seit zwei Jahren gemeldet. Die Japaner sind der "Batterie-Partner" von Tesla.

Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an den Börsen des chinesischen Festlands verlor zuletzt 0,43 Prozent auf 3174,55 Punkte. In Hongkong gab der Hang-Seng-Index den dritten Tag in Folge nach und büßte zuletzt 1,78 Prozent auf 24 799,99 Zähler ein.

Euro vor EZB-Entscheidung erholt, Ölpreise gefallen

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag etwas von seinen deutlichen Verlusten am Vortag erholt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1410 US-Dollar. Am Mittwoch war sie nach schwachen Konjunkturdaten auf einen zweimonatigen Tiefstand von 1,1379 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1389 Dollar festgesetzt.

Der Donnerstag steht im Zeichen wichtiger Wirtschaftsdaten und der Geldpolitik. Am Vormittag wird das Münchner Ifo-Institut sein monatliches Geschäftsklima veröffentlichen. Mit Spannung wird erwartet, ob es ähnlich trübe ausfällt wie andere wichtige Frühindikatoren, etwa die Einkaufsmanagerindizes des Instituts Markit.

Die Ölpreise sind am Donnerstag infolge der Talfahrt an den weltweiten Börsen gefallen. Sowohl Nordseeöl als auch US-Rohöl notierten in der Nähe ihrer zweimonatigen Tiefstände. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 75,53 US-Dollar. Das waren 64 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 67 Cent auf 66,15 Dollar.

mit Nachrichtenagenturen

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