Dienstag, 20. November 2018

Börse Dax im Minus, Dow Jones legt zu, Lufthansa bricht ein

Kursrutsch im Dax: Starke Schwankungen an der Börse

Der Dax fällt nach positivem Start zurück ins Minus. Die Aktie von Lufthansa bricht nach Zahlen ein. An der Wall Street starten die US-Börsen einen Erholungsversuch, Dow Jones und Nasdaq legen wieder zu.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag seine Erholung vom Wochenauftakt nicht fortsetzen können. Der deutsche Leitindex erreichte am Nachmittag zeitweise ein Tagestief von 11.235 Punkten und notierte am späten Nachmittag noch 0,5 Prozent schwächer bei 11.275 Zählern. In den USA unternahmen die Indizes zwar einen Erholungsversuch, die Gewinne an der Wall Street hielten sich jedoch in Grenzen.

Die Anleger mussten eine Flut von Quartalszahlen verarbeiten. Etwas Unterstützung kam aus Übersee - insbesondere an den zuletzt gebeutelten chinesischen Festlandbörsen ging es kräftig bergauf.

Charttechnisch sehe es für den Dax weiter negativ aus, warnte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker Axitrader. "Den starken Widerstand bei 11.500 Punkten dürfte der Index kaum durchbrechen können." Dementsprechend müssten "die Dax-Bullen ihr Bestes tun, um die Marke von 11.000 Punkten zu verteidigen". Denn falls der Dax deutlich unter dieses Niveau falle, dürfte sich die vorangegangene Korrektur verschärfen.

Der MDax Börsen-Chart zeigen, in dem die Aktien der mittelgroßen deutschen Unternehmen notiert sind, sank am Dienstag um 0,54 Prozent auf 23.584,93 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen verlor 0,33 Prozent auf 3144,41 Zähler.

In China beflügelte derweil die in Europa bereits tags zuvor gespielte Hoffnung auf sinkende Steuern für Autokäufe die Kurse. Zudem will es die Regierung in Peking Versicherern und Fondsgesellschaften erleichtern, am Aktienmarkt zu investieren. An der Wall Street war es am Montag zwar weiter bergab gegangen. Doch auch dort deutet sich am Dienstag eine bescheidene Erholung an.


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Im Dax eroberte Volkswagen Börsen-Chart zeigen mit einem Kursplus von dreieinhalb Prozent den Spitzenplatz. Der Autobauer litt im abgelaufenen Quartal zwar kräftig unter der Einführung neuer Abgastests sowie einer Geldbuße in der Dieselaffäre. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) ging allerdings weniger stark zurück als von Analysten befürchtet.

Die Titel von Dax-Neuling Wirecard Börsen-Chart zeigen verloren nach zwischenzeitlichen Gewinnen über anderthalb Prozent. Der Zahlungsdienstleister ist etwas schneller gewachsen als am Markt erwartet. Analysten sprachen von starken Zahlen und rechnen bereits damit, dass Wirecard im laufenden Jahr das obere Ende der Zielspanne für das operative Ergebnis erreichen wird.

Die Deutsche Börse Börsen-Chart zeigen hatte am Vorabend nach Handelsende Zahlen vorgelegt. Der Marktbetreiber profitierte weiter von der Unsicherheit an den Finanzmärkten: Erlöse und Ergebnis zogen im dritten Quartal im Jahresvergleich erneut kräftig an. Dennoch verloren die Papiere zuletzt rund ein Prozent.

Die Lufthansa Börsen-Chart zeigen landete mit einem Kursrutsch von rund 8 Prozent am Dax-Ende. Beobachter werteten das bereinigte operative Ergebnis des dritten Quartals als Enttäuschung. Stephen Furlong vom Broker Davy rechnet auch angesichts steigender Treibstoffkosten damit, dass die Markterwartungen sinken werden.

Für die Beiersdorf-Aktien Börsen-Chart zeigen ging es um fast dreieinhalb Prozent nach unten. Dass der Konsumgüterhersteller in den ersten neun Monaten des Jahres kräftig gewachsen ist und sich für das Gesamtjahr auf Kurs sieht, überzeugte die Anleger nicht. Experten monierten eine enttäuschende Umsatzentwicklung aus eigener Kraft im dritten Quartal.

Die Anteilsscheine des Medizinkonzerns Fresenius Börsen-Chart zeigen und seiner Dialysetochter FMC gaben nach detaillierten Quartalszahlen um knapp drei beziehungsweise dreieinhalb Prozent nach. Fresenius bekommt auf dem Weg zu einem neuerlichen Rekordjahr immer mehr Hindernisse zu spüren. Wegen der schleppenden Geschäfte bei FMC und in seinen deutschen Helios-Kliniken hatte das Unternehmen deshalb bereits Mitte Oktober seine Wachstumsprognose gesenkt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Vortag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 141,04 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,07 Prozent auf 160,35 Punkte.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq starten Erholungsversuch

In einem unverändert nervösen Marktumfeld hat die Wall Street am Dienstag einen neuen Erholungsversuch gestartet. Tags zuvor war ein solcher gescheitert, nachdem wieder einmal Handelssorgen die Oberhand gewonnen hatten.

Im frühen Geschäft stieg der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen um 0,96 Prozent auf 24.677 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500ging es um 0,89 Prozent auf 2664,83 Punkte nach oben. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 legte um 0,52 Prozent auf 6749,07 Punkte zu.

Zollstreit: Trump droht China mit weiteren Zöllen

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg erwägt die US-Regierung zusätzliche Zölle auf sämtliche importierte Waren aus China. Abhängig mache dies Präsident Donald Trump von einem geplanten Treffen am Rande des G20-Gipfels mit Chinas Staatschef Xi Jinping. Falls dieses scheitere, könnten Anfang Dezember neue Maßnahmen ergriffen werden, hieß es unter Berufung auf drei namentlich nicht genannte Quellen, die mit den Vorgängen vertraut seien. Der Gipfel der führenden Industriestaaten und Schwellenländer (G20) findet vom 30. November bis zum 1. Dezember in Buenos Aires statt

General Electric mit 22 Milliarden Dollar Quartalsverlust

Im Blick der Anleger dürften zunächst vor allem die Aktien der Dow-Konzerne Pfizer Börsen-Chart zeigen und Coca-Cola Börsen-Chart zeigen stehen, die inzwischen ihre Geschäftsberichte vorgelegt haben. Während der Pharmakonzern Pfizer sein Jahresumsatzziel senkte, was der Aktie ein vorbörsliches Minus von knapp 3 Prozent einbrockte, meldete der Softgetränkehersteller Coca Cola ein überraschend starkes bereinigtes Quartalsergebnis je Aktie.

Eine massive Abschreibung in der kriselnden Kraftwerksparte brockte dem angeschlagenen Industriekonzern und einstigem Dow-Mitglied General Electric Börsen-Chart zeigen (GE) einen herben Quartalsverlust ein. Die Titel bekamen dies vor dem Handelsstart zu spüren: Sie büßten 3 Prozent ein.

Under Armour gefragt, Zahlen von Ebay und Facebook am späten Abend

Aktien des Sportartikel-Herstellers Under Armour schossen um fast 10 Prozent nach oben. Der Sportartikelhersteller hob zur Zahlenvorlage sein Ziel für das Jahresergebnis je Aktie an und übertraf damit die Markterwartung.

Nach Börsenschluss stehen unter anderem noch Facebook , Ebay und die Telekomtochter T-Mobile US mit Zahlen im Blick.

In Tokio zog der Nikkei-Index am Dienstag um 1,5 Prozent auf 21.457 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 1,2 Prozent auf 2573 Punkte.

Euro kaum verändert

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag nur wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1378 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1381 Dollar festgesetzt.

Im weiteren Handelsverlauf rechnen Marktbeobachter wieder mit mehr Bewegung im Handel mit dem Euro. Auf dem Programm stehen zahlreiche Konjunkturdaten, die für Bewegung sorgen könnten. Am späten Vormittag werden Daten zum Wirtschaftswachstum in der Eurozone veröffentlicht. Am Nachmittag folgen Kennzahlen zur Preisentwicklung in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone.

Chinas Yuan auf Zehnjahrestief zum Dollar

Dagegen hat die chinesische Währung Yuan am Morgen die Kursschwäche der vergangenen Handelstage fortgesetzt. In der vergangenen Nacht wurde der tiefste Stand seit etwa zehn Jahren erreicht. Zeitweise wurden für einen US-Dollar 6,9741 Yuan gezahlt. Noch mehr musste zuletzt im Jahr 2008 gezahlt werden.

In den vergangenen sechs Monaten hat die chinesische Währung im Handel mit dem Dollar etwa neun Prozent an Wert verloren. Die Zeit war geprägt von einem ernsten Handelskonflikt zwischen den USA und China. Ausgehend von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump haben sich beide Länder zuletzt mehrfach mit Strafzöllen auf Waren aus dem jeweils anderen Land überzogen.

mit dpa und Reuters

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