Dienstag, 23. Oktober 2018

Kursrutsch an der Börse schickt Dax auf Dreimonatstief Dax stürzt ++ Dow verliert 1000 Punkte ++ Anleger fliehen

Fallhöhe der Börsen: So viel haben Dow und Dax noch zu verlieren
REUTERS

Der Dax bricht erneut ein. An der Wall Street baut der Dow Jones im späten Handel seinen Verlust auf mehr als 1000 Punkte aus. Am Freitag droht dem Dax der Sturz Richtung 12.000 Punkte.

Neuer Kursrutsch an den Börsen: Der deutsche Aktienindex Dax Börsen-Chart zeigen hat seinen Erholungsversuch abgebrochen und ist wieder in den Abwärtstrend eingeschwenkt. Bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) rutschte der Dax Börsen-Chart zeigen 2,6 Prozent ins Minus und fiel auf 12.260 Punkte zurück. Das ist das tiefste Niveau seit 5 Monaten

Doch damit nicht genug. Im späten US-Handel baute der Dow Jones sein Minus auf 1015 Punkte (4,1 Prozent) aus und schloss bei 23.891 Punkten. Der Technologie-Index Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen fiel ebenfalls um 4 Prozent. Der Dax dürfte am Freitag wegen der späten Verluste in New York deutlich unter die Marke von 12.200 Punkten fallen.

Anleiherenditen steigen, US-Indizes verlieren 10 Prozent seit Hoch

Auch die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen legte erneut zu. Steigende Zinsen an den Kapitalmärkten hatten den jüngsten Crash an der Wall Street ausgelöst und die Börsen weltweit belastet.

Die Verluste gingen einher mit einem Anstieg des auch Angstbarometer genannten Volatilitätsindex VDax. Dieser stieg um mehr als 10 Prozent.

Der Dow Jones hat seit seinem Rekordhoch vor zwei Wochen inzwischen 10 Prozent nachgegeben. Damit befindet er sich laut Börsianer in einem "Korrekturmodus". Auch der marktbreite Index S&P 500 verzeichnet seit seinem Rekordhoch von Ende Januar Verluste in Höhe von 10 Prozent.


Dax-Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit


Twitter-Aktie steigt gegen den Trend

Der Handelsverlauf in den USA war nicht nur von Nervosität geprägt, sondern auch von Quartalsberichten zahlreicher Unternehmen, darunter Tesla und Twitter.

Der Kurznachrichtendienst Twitter Börsen-Chart zeigenhat knapp zwölf Jahre nach der Gründung seinen ersten Gewinn geschafft. Im vergangenen Quartal gab es schwarze Zahlen von 91 Millionen Dollar. Der Umsatz übertraf mit einem Plus von zwei Prozent die Erwartungen der Analysten. Anleger feierten den Meilenstein: Die Aktie sprang um fast 27 Prozent nach oben. Twitter hatte bisher nur Verluste geschrieben, im Vorjahresquartal gab es noch ein Minus von 167 Millionen Dollar.

Tesla knickt ein

Hohe Kosten für das neue Mittelklassewagen Model 3 brockten dem Elektroauto-Hersteller Tesla Börsen-Chart zeigenden bislang höchsten Quartalsverlust ein. Nach dem Stotterstart des Hoffnungsträgers bestätigte Tesla immerhin die Produktionsziele für den Model 3. Auch sonst gab sich Firmenchef Elon Musk zuversichtlich: "Ich bin optimistisch, dass wir profitabel werden". Das wäre wirklich mal was Neues: Die 2003 gegründete Firma hat bislang noch nie einen Jahresgewinn geschafft. Im späten US-Handel rutschten die Tesla-Titel, die am Vortag kräftig zugelegt hatten, um rund 5 Prozent ins Minus.

Einer raschen Erholung von den Tiefs steht nach Einschätzung von Börsianern im Wege, dass immer noch viele Anleger einen Teil ihrer Börsengewinne aus den vergangenen Monaten und Jahren in Sicherheit bringen wollen - und bei jedem Erholungsansatz einen Teil ihrer Aktien verkaufen (Eine Übersicht über die Fallhöhe der wichtigsten Indizes lesen Sie hier.)

Euro kaum verändert

Die Schwäche im Dax und an den europäischen Handelsplätzen ist Besorgnis erregend, zumal der Euro Börsen-Chart zeigenin den vergangenen Stunden deutlich nachgegeben hat und auf die Marke von 1,22 US-Dollar zurückgefallen ist. Normalerweise stützt ein schwächerer Euro den Dax - dies ist aber im aktuell nervösen Umfeld nicht der Fall.

Der Euro Börsen-Chart zeigen fiel am Vormittag bei 1,2233 US-Dollar den tiefsten Stand seit etwa zwei Wochen. Die EZB hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag deutlich höher auf 1,2338 Dollar Börsen-Chart zeigen festgesetzt.

Seit Beginn der Woche sorgen Spekulationen auf schnellere Zinserhöhungen in den USA für Auftrieb beim Dollar. Im Gegenzug geriet der Euro unter Druck.

Bitcoin mit Erholungsversuch

Auch bei den Kryptowährungen beruhigten sich die Kurse wieder. Die Krypto-Leitwährung Bitcoin war am Montag um weitere 12 Prozent gefallen, setzte in der Nacht aber zur Erholung an. Seit dem Jahreswechsel hat Bitcoin mehr als 50 Prozent an Wert verloren, und auch andere Digitalwährungen wir Ripple oder Ether stehen seit Tagen unter einem erheblichen Verkaufsdruck.

Zwar gab es in den vergangenen Monaten auch immer wieder Nachrichten, die dem Bitcoin Auftrieb verliehen, wie etwa die Entscheidung einiger Terminbörsen in den USA vom Spätherbst 2017, Future-Kontrakte auf die Digitalwährung ins Programm zu nehmen und sie damit ein Stück weiter in Richtung des etablierten Finanzmarktes zu rücken. Doch insgesamt zeigt der Bitcoin-Kurs inzwischen auch unter charttechnischen Gesichtspunkten einen klaren Abwärtstrend.

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