Sonntag, 24. März 2019

Kurssturz im Dax, Ausverkauf an der Wall Street Zinsangst - nun fliehen auch US-Anleger

Börse in New York: Rückschlag nach wochenlanger Rally

Die lang erwartete Korrektur bricht über die Börsen herein: Der Dax verliert binnen zwei Tagen mehr als 500 Punkte, und auch der Dow Jones verzeichnet den höchsten Wochenverlust seit Jahren. Die Rendite von US-Bundesanleihen steigt derweil deutlich.

Anleger sind weltweit auf der Flucht, und die Indizes drehen steil nach unten: Der Dax Börsen-Chart zeigen ist am Freitag auf ein Dreimonatstief gestürzt und unter die Marke von 12.800 Punkten gefallen. Er beendete den Xetra-Handel auf Tagestief bei 12.785 Punkten, ein Minus von 1,7 Prozent. Am Donnerstagmorgen hatte der Index noch über 12.300 Zählern notiert. Die Gewinne des noch jungen Börsenjahres 2018 hat der deutsche Leitindex damit komplett eingebüßt, der Verlust in dieser Woche beläuft sich auf rund 5 Prozent. Es ist der größte Wochenverlust im Dax Börsen-Chart zeigen seit 6 Monaten - und am Montag dürften zunächst weitere Verluste folgen.

Charttechniker von Index-Radar sehen nun das Risiko weiterer Verluste in Richtung 12.600 Punkte. Auch die Nebenwerte-Indizes blieben unter Druck: MDax Börsen-Chart zeigen und TecDax notierten am Freitag jeweils im Minus. Technische Analysten sehen erhebliche Rückschlagrisiken für den Dax. Derzeit würden Untergrenzen ausgelotet. Knapp unter der Marke von 12.850 Punkten verlaufe die als längerfristiger Trendindikator geltende 200-Tage-Linie. Fällt diese Marke, könnte der Index in Richtung 12.600 Punkte fallen.

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Ausverkauf an der Wall Street: Renditen auf US-Anleihen auf Vierjahreshoch

Auch mit der schier endlosen Rally an den US-Börsen scheint es vorerst vorbei zu sein. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen baute am Freitag seine Verluste auf 2,8 Prozent aus und fiel bis zum Abend um rund 700 Punkte. Auch an der Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen ging es steil bergab.

Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen trieb die Anleger zu Wochenschluss in Scharen aus dem Markt. Die Rally, die den Dow Jones Börsen-Chart zeigen im Januar nochmals um fast 6 Prozent nach oben getrieben hatte, ist damit ausgebremst. Im Vergleich zur Vorwoche hat der Dow bislang mehr als 4 Prozent an Wert verloren, was den größten Wochenverlust sei Januar 2016 bedeutet.

Die weiter steigenden Renditen am US-Anleihemarkt lassen Aktien für die Marktakteure zunehmend als hoch bewertet erscheinen. Zehnjährige US-Papiere warfen am Freitag erstmals seit fast vier Jahren ein Rendite von mehr als 2,8 Prozent ab.

Daten vom US-Arbeitsmarkt verstärkten den Trend. Dort sind im Januar die Stundenlöhne etwas stärker gestiegen als angenommen. Das könnte die Erwartung einer zunehmenden Inflation in den USA untermauern. Am Anleihemarkt war die Kursreaktion auf den offiziellen Beschäftigungsbericht deutlich: Die Renditen stiegen weiter.

Amazon auf Rekordhoch, Google-Mutter Alphabet knickt ein

Bei den Quartalszahlen der Unternehmen wechselten sich derweil Licht und Schatten ab. Aktien von Amazon Börsen-Chart zeigen sprangen vor der Startglocke um 6,2 Prozent nach oben. Nach einem starken Weihnachtsgeschäft und angesichts boomender Cloud-Dienste erhöhten Banken und Broker gleich reihenweise die Kursziele für die Aktien des Online-Händlers. Goldman Sachs sieht Amazon weiter als "Strong buy"

Unter Druck gerieten dagegen vorbörslich die A-Aktien von Alphabet Börsen-Chart zeigen, die um 3,7 Prozent nachgaben. Die Profitabilität des Internetkonzerns leide etwas unter den Investitionen, schrieb Analyst Douglas Anmuth von JPMorgan.

Wenig Bewegung zeigten die Papiere von Apple Börsen-Chart zeigen . Der Gewinn stieg zwar 2017 im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf gut 20 Milliarden Dollar. Zugleich ging der iPhone-Absatz aber im Jahresvergleich um eine Million Geräte auf 77,3 Millionen zurück.

Deutsche Bank nach Jahreszahlen stark unter Druck

Mit Blick auf die hiesige Berichtssaison stand die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen im Fokus der Anleger. Das größte hiesige Geldhaus fuhr 2017 das dritte Jahr in Folge einen Verlust ein, der aber erwartungsgemäß niedriger ausfiel als in den beiden vorangegangenen Jahren. Derweil schrumpften die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - weiter zusammen und verfehlten die Analystenschätzungen. Am Freitag im frühen Handel sackten die Aktien daraufhin um rund 5 Prozent ab.

Dax charttechnisch angeschlagen

Mit seinem Kursrutsch auf das tiefste Niveau seit Anfang Januar habe der Dax Börsen-Chart zeigen die 50-Tage-Linie, eine wichtige charttechnische Unterstützung, durchbrochen, sagte Neil Wilson von ETX Capital. Die steigende Nervosität an den Börsen spiele den Skeptikern in die Hände, die auf eine größere Korrektur an den Aktienmärkten setzen.

"Nun öffnet sich langsam ein Fenster für die Bären, das Aussicht auf eine größere Korrektur nicht nur an der Wall Street bietet. Auch dass der Dax Börsen-Chart zeigenohne Gegenwehr unter die Unterstützung bei 13.133 Punkten fiel, ist Besorgnis erregend", ergänzte Jochen Stanzl von CMC Markets. Ohne ein direktes Zurückerobern dieser Marke rücke eine größere Korrektur im Dax in greifbare Nähe.

Euro fällt wieder unter 1,25 US-Dollar

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat am Freitag zuletzt wieder leicht nachgegeben, nachdem er zeitweise deutlich über die Marke von 1,25 US-Dollar gestiegen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt auf 1,2457 Dollar festgesetzt.

Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch ihre Geldpolitik nicht verändert und den Leitzins wie erwartet in der Spanne von 1,25 Prozent bis 1,50 Prozent belassen. In der Stellungnahme der Fed im Anschluss an die Zinsentscheidung hatte es im Vergleich zur vorangegangenen Mitteilung kaum Veränderungen gegeben. Die amerikanische Zentralbank will demnach die Zinsen weiterhin nur langsam erhöhen.

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