Sonntag, 25. September 2016

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Börsenrally zum Wochenschluss Dax springt - Banken- und Autowerte heben ab

Dax 2016: Die Gewinner und Verlierer im Dax
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DPA

Die Zinssenkung der EZB auf Null Prozent hat den Dax enorm schwanken lassen. Nach seinem Kurssturz am Vortag startet der Index nun einen Erholungsversuch - und baut seine Gewinne auf mehr als 3 Prozent aus. Vor allem Banken- und Autowerte sind gefragt.

Rauf, runter - und wieder rauf: Nach dem Börsenbeben am Vortag durch die Europäische Zentralbank (EZB) ist der Dax Börsen-Chart zeigen am Freitag wieder auf Erholungskurs gegangen. Bis zum Nachmittag kletterte der deutsche Leitindex Dax um 3,3 Prozent auf 9815 Punkte. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen legte ebenfalls um rund 3 Prozent zu.

Als Kurstreiber sah Händler Markus Huber vom Broker City of London Markets die Erholungsbewegung an der Wall Street am Donnerstagabend sowie die weitere Stabilisierung der asiatischen Börsen. Experte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar sieht den Dax Börsen-Chart zeigen nun auf "Richtungssuche nach dem EZB-Chaos".

Deutsche Bank und Commerzbank haussieren

Vor allem Bankentitel waren gefragt. Die Aktien von Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Commerzbank Börsen-Chart zeigen legten zeitweise jeweils mehr als 5 Prozent zu. Die Commerzbank-Aktien erreichten den höchsten Stand seit Mitte Januar und stehen gut 36 Prozent höher als vor vier Wochen.

Europaweit wird der Finanzsektor favorisiert nach den geldpolitischen Entscheidungen der europäischen Zentralbank (EZB) am Vortag: Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks kletterte als bester Sektor in Europa um 4,2 Prozent nach oben. Der europäische Versicherungsindex gewann auch fast 4 Prozent.

Besonders das aufgestockte Anleihekaufprogramm der EZB dürfte vielen Instituten einen höhere Gewinne bringen, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Das schiebe die Finanzwerte in der Gunst der Anleger wieder ganz nach vorne.

VW und BMW mit deutlichen Kursgewinnen

Die Vorzugsaktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen machten trotz eines negativen Berichts mit plus 4 Prozent den Kursrutsch vom Vortag wieder wett. Der Süddeutschen Zeitung zufolge haben VW-Techniker die Messungen bei Dieselfahrzeugen in den USA noch Ende 2014 und Anfang 2015 zusätzlich manipuliert. Von der VW-Tochter MAN kamen zudem ernüchternde Geschäftszahlen. Der Konjunktureinbruch in Brasilien und der Unternehmensumbau ließen das operative Ergebnis einbrechen.

Die Titel von BMW Börsen-Chart zeigen verteuerten sich nach Absatzzahlen um knapp 4 Prozent. Die Münchener hatten im Februar knapp 8 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor.

Achterbahn an der Börse nach EZB-Entscheidung

Bereits am Donnerstag hatte der Dax Börsen-Chart zeigen eine Achterbahnfahrt hingelegt. Auf die weitere Zinssenkung der EZB hatten Anleger zunächst euphorisch reagiert, der Dax kletterte zeitweise bis auf 9990 Zähler. Noch während der Pressekonferenz der EZB ging es dagegen steil wieder bergab, der Dax schloss schließlich 2,3 Prozent im Minus. Doch nun sorgen die wieder steigenden Ölpreise und die Kursgewinne in Asien für Unterstützung. Auch an der Wall Street hatten die Indizes ihre Verluste im späten Handel reduziert.

"EZB-Präsident Mario Draghi hat mit seiner 'Bazooka' das Ziel verfehlt", arbeitete Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK das weiterhin alles beherrschende Thema am Morgen noch einmal auf. Der Auftritt von Draghi bei der Pressekonferenz habe letztendlich Sorgen aufgebracht, dass die Währungshüter ihr Pulver verschossen haben könnten. Der Terminplan sei zum Wochenausklang unterdessen nur spärlicher gefüllt und die Nachrichtenlage dürfte sich etwas beruhigen, sagten Börsianer.

Asiens Börsen im Plus, Ölpreis steigt

Die asiatischen Aktienmärkte sind nach einer Berg- und Talfahrt am Freitag mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. EZB-Präsident Mario Draghi sorgte mit seiner Entscheidung vom Donnerstag, die Geldschleusen einerseits weit zu öffnen und zugleich ein Ende der Zinssenkungen zu signalisieren, für eine positive Stimmung am Markt. Das billige Zentralbankgeld weckte bei Investoren die Lust auf Risiko. Auch der höhere Ölpreis hob die Stimmung.

Der Tokioter Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen schloss 0,5 Prozent fester bei 16.938 Punkten. Der breiter gefasste Topix gewann ebenfalls 0,5 Prozent auf 1359 Zähler. Viele Investoren verwiesen auf den schwächeren Yen, der den Exportfirmen des Landes zugute kommt. Das Barometer für die asiatischen Aktienmärkte ohne Japan notierte 0,9 Prozent höher.

Der Preis für ein Barrel leichtes US-Öl stieg um 2,3 Prozent auf 38,71 Dollar.

Die EZB hatte den Leitzins am Donnerstag auf null Prozent gesenkt und den Strafzins für Banken verschärft, die ihr Geld bei der Notenbank parken. Zudem wurde das Anleihen-Kaufprogramm ausgeweitet. "Das Maßnahmenpaket ist mehr, als der Markt erwartet hat", sagte Peter Dragicevich, Währungsstratege bei der Commonwealth Bank. Allerdings signalisierte Draghi gleichzeitig, dass es wohl keine weitere Zinssenkung geben dürfte, auch wenn neue Fakten die Situation wieder ändern könnten. "Der Blick richtet sich jetzt zunehmend auf unkonventionelle Maßnahmen", sagte Stratege Dragicevich.

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la/dpa/reuters

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