Dienstag, 23. Januar 2018

Weiter Chancen an der Börse Darum kann 2018 ein gutes Jahr für europäische Aktien werden

Deutschland weit hinten: Diese Börsen locken mit den höchsten Dividendenrenditen
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REUTERS

Auch nachdem die Kurse an vielen wichtigen Börsen weltweit bereits einige Jahre lang gestiegen sind, sehen Fachleute 2018 noch gute Chancen für Aktieninvestments - insbesondere in Europa.

384 Handelstage sind am Aktienmarkt eine kleine Ewigkeit. Im wirklichen Leben entspricht das etwa anderthalb Jahren, wie David Kostin, Chefstratege für US-Aktien bei Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen, in dieser Woche den rund 200 Teilnehmern einer Investorenkonferenz der US-Bank in Frankfurt vorrechnete.

384 Handelstage lang, so Kostin, hat es an der US-Börse inzwischen bereits keinen größeren Rücksetzer mehr gegeben. Seit den 1930er Jahren gab es erst zwei Fälle, in denen das über noch längere Zeiträume nicht passierte, sagte Kostin, nämlich einmal in den 60ern und einmal in den 90ern. Im Durchschnitt, so der Goldman-Experte, geben die Kurse an der US-Börse etwa alle 90 Tage einmal ordentlich, also um 5 Prozent oder mehr, nach.

Für den Goldman-Strategen erwächst aus dieser Beobachtung ein "taktisches Risiko" für den Aktienhandel an der Wall Street. Eines von wenigen Risiken, die nach Ansicht vieler Fachleute zurzeit für Aktieninvestments erkennbar sind: Wenn schon die Hausse, die an der New Yorker Börse seit mittlerweile beinahe neun Jahren anhält, partout nicht zu einem Ende kommen will, so dürfte doch zumindest eine Korrektur des Kursniveaus allmählich überfällig sein.

Seit 2009 geht es mit den Aktienkursen in New York nahezu ungebremst aufwärts. Die wichtigen Indizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen sowie S&P 500 markierten zuletzt Rekordstände am laufenden Band. In Deutschland sowie an anderen wichtigen europäischen Handelsplätzen zeigt der Trend ähnlich nach oben, wenngleich es zwischendurch einige deutlichere Rückschläge gab.

Stichwort Goldlöckchen

Die Besonderheit: Glaubt man den Analysten und Ökonomen in Banken und anderen Finanzhäusern, dann ist die Aussicht auf weiter steigende Kurse gegenwärtig besser als zu beinahe jedem vergangenen Zeitpunkt des laufenden Aufschwungs. Das ist der Tenor in Gesprächen und Vorträgen zu dem Thema, ebenso wie in nahezu allen Marktausblicken und Kommentaren, die zum Jahreswechsel in gewohnt großer Zahl in Umlauf gebracht wurden.

Die Gründe für den Optimismus lassen sich in einem Jargon-Begriff zusammenfassen, der seit einiger Zeit am Markt kursiert: "Goldilocks", oder zu deutsch: "Goldlöckchen". Gemeint ist jene Kombination verschiedener Faktoren, die jeder für sich genommen bereits kurstreibend wirken, und die im Zusammenspiel den Investmentprofis zufolge so etwas wie paradiesische Zustände für Geldanleger an der Börse erzeugen: Stabiles Wachstum in beinahe allen wichtigen Regionen rund um den Globus, dennoch geringe Inflation sowie mithin Zentralbanken, die sich mit dem Eindämmen ihrer in der Finanzkrise ausgelösten Geldflut weiterhin Zeit lassen können.

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