Sonntag, 27. Mai 2018

Weiter Chancen an der Börse Darum kann 2018 ein gutes Jahr für europäische Aktien werden

Deutschland weit hinten: Diese Börsen locken mit den höchsten Dividendenrenditen
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4. Teil: So hilft die EZB auch künftig

  • Hinzu kommt die Geldpolitik der EZB: Anders als die Fed wird die Europäische Zentralbank vorläufig an ihrer lockeren Geldvergabe festhalten, zumal auch in der Euro-Zone die Inflation niedrig ist. Die Folge könnte ein für europäische Firmen günstige Entwicklung der Wechselkurse sein.

    Gerade das vergangene Jahr hat zwar gezeigt, wie knifflig Vorhersagen von Wechselkursen sind. Zu Beginn 2017 sah alles nach einem starken Dollar und einem schwächer werdenden Euro aus. Entsprechend lauteten die Vorhersagen so ziemlich sämtlicher Experten für den weiteren Jahresverlauf - und diese Prognosen mussten die Fachleute kurz darauf reihenweise wieder zurücknehmen. Denn entgegen den Erwartungen machte der Euro gegenüber dem Dollar im Laufe von 2017 erheblich an Boden gut.

    Entsprechende Zurückhaltung scheint bei einer Vorhersage für 2018 geboten. Daher dazu nur so viel: Wenn es ein Argument gibt, das an dieser Stelle angeführt werden kann, dann ist es die vermutlich zunehmende Zinsdifferenz zwischen dem Dollar- und dem Euro-Raum, die durch die Zinssteigerungen der Fed entstehen dürfte. Diese Differenz könnte zu einem Anstieg des Dollars und im Gegenzug zu einer Schwächung des Euros führen, was wiederum erfreulich insbesondere für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft wäre. Aber nochmal: Die Betonung liegt an dieser Stelle auf dem Konjunktiv.
  • Aus anderen Gründen können wiederum auch steigende Zinsen positiv auf ein europäisch ausgerichtetes Aktienportfolio wirken, wie beispielsweise die Investmentgesellschaft T. Rowe Price glaubt. Finanzen, Energie und Grundstoffe seien in den europäischen Leitindizes stark gewichtet, so das Unternehmen. Höhere Zinsen würden sich daher ebenso positiv auswirken wie auch steigende Rohstoffpreise.
  • Wenn die Kursrisiken am Aktienmarkt steigen, rücken Dividenden als regelmäßige Einkünfte für die Investoren stärker in den Mittelpunkt. Und auch bei diesem Thema können sich europäische Aktien sehen lassen.

    Wie etwa eine aktuelle Untersuchung von AGI ergeben hat, werden europäische Aktiengesellschaften 2018 insgesamt wohl 323 Milliarden Euro an Dividenden an ihre Anteilseigner ausschütten. Das wären 23 Milliarden mehr als im Vorjahr und ein neuer Rekordwert, so AGI.

    Wie das Unternehmen betont, stellen Dividenden eine wichtige Renditequelle dar und tragen wesentlich dazu bei, die Schwankungsanfälligkeit von Aktienrenditen zu glätten. Auf lange Sicht tragen die Gewinnausschüttungen nach Berechnung der Experten von AGI zu rund einem Drittel der Gesamtperformance von Aktien bei.
Christoph Rottwilm auf Twitter

Es gibt also einige Gründe, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt für ein Investment in europäische Aktien sprechen. Gut möglich, dass Goldman Sachs beim nächsten Investorentreffen Anfang 2019 auf eine besonders lange Gewinnstrecke europäischer Indizes berichtet.

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