Mittwoch, 19. Dezember 2018

Weiter Chancen an der Börse Darum kann 2018 ein gutes Jahr für europäische Aktien werden

Deutschland weit hinten: Diese Börsen locken mit den höchsten Dividendenrenditen
REUTERS

3. Teil: Warum Anleger Europa gegenüber den USA vorziehen sollten

  • Sollte der Ökonom richtig liegen, so hätte das wohl Folgen für den Aktienmarkt. "Eine deutlichere Belebung der Inflation und/oder eine restriktivere Haltung der Zentralbanken würden erhebliche Marktbewegungen nach sich ziehen", heißt es beispielsweise bei JP Morgan Asset Management. Sprich: Es drohen Kursrückschläge, und zwar vermutlich vor allem da, wo die Kurse zuvor besonders stark gestiegen sind.

    So rückt zuerst die Wall Street in den Fokus: Der US-Index Dow Jones Börsen-Chart zeigen legte allein in den vergangenen zwölf Monaten um rund 28 Prozent zu. Beim breiteren US-Index S&P 500 waren es immerhin etwa 21 Prozent. Zum Vergleich: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen verbuchte über das vergangene Jahr ein Plus von vergleichsweise bescheidenen knapp 15 Prozent, und da sind die Gewinne vom Auftakt 2018 bereits eingerechnet.

    Vor dem Hintergrund verwundert es nicht, dass beispielsweise Klaus Kaldemorgen, einer der Altmeister der Geldanlage hierzulande in Diensten der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset Management, dringend vor einer Korrektur am US-Aktienmarkt warnt - und eher zu europäischen Aktien rät. Insbesondere die Kurse der großen US-Tech-Werte seien stark gestiegen, so Kaldemorgen im Rahmen des Goldman-Sachs-Events. Eine Korrektur sei überfällig. Tatsächlich trugen die Kurszuwächse der fünf Top-Tech-Firmen Facebook Börsen-Chart zeigen, Amazon Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen, Microsoft Börsen-Chart zeigen und Google Börsen-Chart zeigen - auch bekannt unter dem Akronym "FAAMG" - im vergangenen Jahr alleine etwa 25 Prozent zum Anstieg des 500 Werte umfassenden S&P 500 bei, wie Zahlen von Goldman Sachs zeigen.
  • Europäische Aktien erscheinen allerdings nicht nur attraktiv, weil sie womöglich ein geringeres Rückschlagrisiko haben als etwa US-amerikanische. Vielmehr sprechen verschiedene Faktoren für ein Investment an den Börsen auf dem alten Kontinent. So nimmt die Konjunktur in Europa zunehmend Fahrt auf, was den Unternehmen wiederum gute Geschäfte und Gewinne bescheren sollte. "Der Ausblick für 2018 ist so gut wie lange nicht mehr", sagt etwa Jörg de Vries-Hippen, Chefinvestor für europäische Aktien bei Allianz Global Investors (AGI). Er glaubt, dass sie Unternehmensgewinne in Europa 2018 im Schnitt um rund 8 Prozent ansteigen werden.

    Geht es nach der Investmentgesellschaft Columbia Threadneedle, ist das sogar noch eine zurückhaltende Erwartung. "Für 2018 erwarten wir ein weiteres Gewinnwachstum von bis zu 15 Prozent", schreibt Philip Dicken, Leiter des Hauses für europäische Aktien, in einem aktuellen Kommentar. Auch er verweist auf das starke Wachstum der Wirtschaft. "Beispielsweise haben das Beschäftigungswachstum in der Eurozone und die Auftragseingänge in der verarbeitenden Industrie gemäß Einkaufsmanagerindex im November 2017 ein 17-Jahres-Hoch erreicht", so Dicken.

    Uwe Eilers, Chef der Vermögensverwaltung FV in Königsstein im Taunus, sieht die Wirtschaft Europas ebenfalls optimistisch. "Die nach wie vor niedrigen Zinsen verbilligen das Fremdkapital, die Rohstoffpreise bleiben wohl moderat und die Währungssituation begünstigt weiterhin die Exporte", schreibt Eilers in einer Einschätzung. Seine These lautet daher: Europäische Aktien werden 2018 die Gewinner sein.

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