Samstag, 24. Juni 2017

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Ungetrübte Stimmung an der Börse Dax 13.000? Diese Gründe sprechen dafür

Gebannter Blick: Schafft der Dax den Sprung über die 13.000 Punkte? Einiges spricht dafür.

Nach mehreren Jahren steigender Aktienkurse wartet manch einer auf das Ende der Börsenhausse. Doch davon ist momentan noch nichts zu erkennen.

Merkwürdige Situation an der Börse: Die Kurse in Europa, Asien und den USA notieren inzwischen zum Teil seit Jahren auf historisch hohem Niveau, so dass manchem Anleger längst mulmig werden dürfte. Müsste es nicht auch mal wieder abwärts gehen? Zwar gab es insbesondere in den vergangenen Wochen einige Rücksetzer bei Dax Börsen-Chart zeigen, Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Co. Das konnte der Kurshausse insgesamt aber bislang nichts anhaben.

Tatsächlich fällt es auch bei großer Mühe schwer, derzeit Gründe für ein Ende des Börsenhöhenflugs zu finden. Im Gegenteil: Vieles spricht dafür, dass es vorläufig weiter aufwärts gehen kann.

Hier die wichtigsten Argumente dafür:

Hoffen auf USA: Seinen jüngsten Schub bekam die Hausse an der Börse durch den Wahlsieg Donald Trumps in den USA, der Hoffnungen auf ein noch stärkeres Anziehen der US-Konjunktur weckte. Zwar zeigt sich inzwischen, dass Trump seine Agenda offenbar nicht so unbeirrt umsetzen kann, wie er es sich vielleicht ursprünglich vorgestellt hat. Insbesondere die Affäre um mögliche Russland-Kontakte seines Wahlkampflagers scheint vielmehr von der eigentlichen Regierungsarbeit abzulenken. Aus Sicht der Börse entscheidend ist jedoch: Trump scheint diese Affäre aus heutiger Sicht im Amt überstehen zu können - seine Wohltaten für die US-Wirtschaft lassen also zwar auf sich warten - es besteht aber nach wie vor die Aussicht, dass es die Investitionen, Deregulierungen und Steuererleichterungen künftig tatsächlich geben wird.

Starke Wirtschaft: Sowohl in Europa als auch in den USA läuft die Konjunktur inzwischen wieder rund. In den Management-Etagen herrscht beste Stimmung, und viele Unternehmen machen kräftig Gewinne. Mehr noch: Volkswirte blicken optimistisch nach vorne und schrauben derzeit ihre Prognosen in die Höhe. Auch der Welthandelsindex des Kölner Instituts für Kapitalmarktforschung, den manager magazin online exklusiv publiziert, sprang zuletzt signifikant in die Höhe. Selbst ohne den erhofften Trump-Turbo rechtfertigt dieses Umfeld ein stabiles Kursniveau an der Börse, zumal die Bewertungen der Aktien noch längst nicht übertrieben erscheinen.

Verlässliche Politik: Noch vor etwa einem Jahr sorgte Ungewissheit auf politischer Ebene für Unruhe am Aktienmarkt. In Großbritannien stand das Brexit-Votum kurz bevor, in vielen anderen Ländern waren wichtige Wahlen in Sicht, bei denen die Gefahr bestand, dass der Erfolg populistischer Kräfte für wirtschaftliche Unsicherheiten - etwa ein Wackeln des Euro - hätten sorgen können. Inzwischen ist von diesen Sorgen jedoch nicht mehr viel übrig: Der Brexit, der Austritt der Briten aus der EU also, wurde zwar beschlossen, er dürfte aber spätestens nach der jüngsten Wahlschlappe der britischen Premierministerin Theresa May deutlich glimpflicher ablaufen, als eine Zeit lang befürchtet. Auch anderswo haben sich Befürchtungen als unbegründet erwiesen. Bestes Beispiel: Frankreich, wo der neue Präsident Emmanuel Macron jetzt als Hoffnungsträger für Wirtschaftsreformen im Präsidentenpalast sitzt. "Die politischen Risiken sind zwar weiter vorhanden, aber insgesamt stärker in den Hintergrund gerückt", resümiert Ulrike Jäger, Chef-Anlagestrategin des Bankhauses Sal. Oppenheim.

Billiges Geld: Auch die Notenbankpolitik spricht für weiter steigende Aktienkurse. In Europa verfolgt derzeit noch die EZB ihren Weg des billigen Geldes, was die Kurse stützt. Angesichts der wackligen Situation beispielsweise in Italien dürfte sich daran so bald auch nicht viel ändern. Und sollten EZB-Präsident Mario Draghi und Kollegen in Zukunft doch beginnen, den Geldhahn zuzudrehen, so zeigt sich gegenwärtig in den USA, dass auch das nicht zum Ende der Börsenhausse führen muss. Im Gegenteil: Die amerikanische Zentralbank Fed hat in der vergangenen Woche bereits zum vierten Mal im aktuellen Zyklus die Leitzinsen angehoben - und die Wall Street bleibt weiter auf Rekordkurs. Der Grund: Gehen die Notenbanker beim tritt auf die Zinsbremse mit der erforderlichen Behutsamkeit vor, dann versteht der Markt die Zinsschritte nicht als Warnsignal vor knapper werdendem Geld, sondern als Bestätigung, dass es der Wirtschaft gut geht und dass weitere Investments in die Unternehmen gerechtfertigt sind.

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