Samstag, 21. Oktober 2017

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Daimler im Fokus der Ermittler Nicht jeder Abgasbetrug pulverisiert den Aktienkurs

Daimler im Fokus: Auch der Stuttgarter Autobauer soll bei Abgasangaben geschummelt haben. Aktionäre bleiben noch gelassen

Betrugsvorwürfe gegen Autohersteller führen an der Börse immer wieder zu Kursverlusten. Nun steht Daimler in der Kritik - doch ein Absturz wie bei VW ist unwahrscheinlich.

Übernahmespekulationen, Geschäftszahlen, Zinsentscheidungen und ähnliches - es gibt an der Börse eine Reihe von Anlässen, die mehr oder weniger regelmäßig auftreten und für Kursbewegungen sorgen. Im Herbst 2015, als der Dieselskandal bei dem Volkswagen-Konzern losbrach, ist ein weiteres Thema hinzugekommen: Der Verdacht gegenüber Autoherstellern, sie hätten bei der Angabe von Abgas- oder Verbrauchswerten betrogen.

Alle paar Monate, so scheint es, gerät seither ein anderer Autobauer in Verdacht, bei den Abgas-Angaben getrickst zu haben. Die regelmäßige Reaktion der Börse auf die Schummelvorwürfe ist dann klar: Aktienverkäufe und Kursverluste.

In dieser Woche war der Stuttgarter Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen an der Reihe. Mehr als ein Jahrzehnt lang soll das Unternehmen in Europa und den USA Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft haben, zitierten Medien aus einem Durchsuchungsbeschluss der Behörden.Insgesamt seien davon mehr als eine Million Autos betroffen.

Daimler-Aktie bereits seit Wochen im Sinkflug

Vorwürfe, die Investoren offenbar ernst nehmen: Die Daimler-Aktie rutschte unmittelbar nach Veröffentlichung der Informationen um fast 3 Prozent ab. Das erscheint zwar glimpflich. Schon seit Wochen befindet sich das Papier jedoch ohnehin im Sinkflug, was auch daran liegen dürfte, dass bei Daimler bereits Ende März ebenfalls wegen der Abgasverdächtigungen eine Razzia durchgeführt worden war.

An der Börse werden in solchen Fällen Erinnerungen wach, und zwar vor allem an den September 2015. Seinerzeit brach beim Volkswagen-Konzern so etwas wie die Mutter aller Abgasaffären los: Binnen kurzer Zeit sackte die im Dax Börsen-Chart zeigen notierte Vorzugsaktie der Wolfsburger von mehr als 160 Euro auf weniger als 100 Euro ab.

Seither hat sich das Papier zwar wieder auf mehr als 140 Euro berappelt. Das Niveau von vor der Krise hat die VW-Aktie aber - ebenso wie übrigens die Aktie der Konzerntochter Audi - bislang nicht wieder erreicht.

Der nachhaltige Kursabschlag hängt womöglich mit den nach wie vor bestehenden Rechtsrisiken zusammen, die der Konzern im Zusammenhang mit der Abgasaffäre einkalkulieren muss.

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