Dienstag, 17. Juli 2018

Verkauf von Powertrain vom Tisch Antriebssparte von Conti soll an die Börse

Der Autozulieferer Continental gibt sich eine neue Struktur, ein möglicher Spartenbörsengang dürfte Teil des Konzernumbaus sein

Mit ihren 40.000 Mitarbeitern erwirtschaftete sie zuletzt 7,7 Milliarden Euro Jahresumsatz. Jetzt steuert die Antriebssparte "Powertrain" des Autozulieferers Continental aller Wahrscheinlichkeit nach an die Börse. Einen Verkauf der Sparte fasst der Großaktionär Schaeffler offenbar nicht mehr ins Auge.

Die Spekulationen über einen Börsengang der Antriebssparte des Autozulieferers Continental kursieren schon länger. Dieses Szenario scheint sich im Zuge des Konzernumbaus jetzt immer deutlicher abzuzeichnen. Es werde auf einen Börsengang von Powertrain hinauslaufen und der Aufsichtsrat sich wohl für diesen Weg aussprechen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Als Alternative habe ein Verkauf des Bereichs an Conti-Anteilseigner gegolten. Diese habe Großaktionärin Schaeffler vorgeschlagen. Diese Lösung werde aber nicht mehr erwogen, heiß es. Am Finanzmarkt beförderten die Nachrichten den Kurs der Aktie von Continental Börsen-Chart zeigen nur kurzzeitig in die Gewinnzone. Kurz nach Mittag lag sie mit einem Minus von rund 1 Prozent wieder in Mittelfeld des Dax, der Index selbst notierte 1,5 Prozent leichter.

Ein Conti-Sprecher wollte die Informationen nicht bestätigen. Der Konzern wolle die laufende Überprüfung der Konzernstruktur bis Mitte des Jahres abschließen und dann mit allen Beteiligten besprechen. Ein Schaeffler-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Das manager magazin hatte bereits Anfang des Jahres über die Neugliederung des Konzerns und einem Börsengang als Option berichtet.

Einige Autozulieferer hatten unter Druck vom Kapitalmarkt in der Vergangenheit die stärkere Trennung ihrer Geschäftsbereiche in die Wege geleitet. So hat der britische Conti-Rivale Delphi sein angestammtes Zuliefergeschäft von den Zukunftsbereichen wie etwa den Assistenzsystemen abgetrennt.

Die Division Powertrain ist eine Untergruppe der Autozuliefersparte des Konzerns. In ihr das Geschäft mit Verbrennungsmotoren, Elektroantrieben und der dazugehörigen Steuerungselektronik gebündelt. Die Sparte erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 7,7 Milliarden Euro und beschäftigte mehr als 40.000 Mitarbeiter.

rei/dpa-afx

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