Mittwoch, 19. September 2018

Konsumaktien locken zum Einstieg Coca-Cola, Nestlé und Co - Langeweile, die Geld bringt

Starinvestor Warren Buffett aus den USA ist bekennender Coca-Cola-Fan: Der Milliardär hält Anteile an dem Konzern - und erlaubte dem Unternehmen, in Asien mit seinem Konterfei zu werben.

Seit Jahren floriert weltweit und in Deutschland die Konjunktur, doch das wird früher oder später ein Ende haben. Und wenn es wirtschaftlich abwärts geht, liegen Anleger mit Aktien von Konsumgüterfirmen oft richtig.

Es ist eine der Top-Wirtschaftsnachrichten der Woche: Für 5,1 Milliarden Dollar, also etwa 4,4 Milliarden Euro, übernimmt der US-Getränkekonzern Coca-Cola die britische Kaffeehauskette Costa Coffee, mit weltweit etwa 4000 Filialen die Nummer zwei in ihrer Branche.

Damit lenkt Coca-Cola Börsen-Chart zeigen nicht nur die Aufmerksamkeit auf das umkämpfte Geschäft der großen, international agierenden Coffee-Shop-Betreiber, in dem sich der Getränkeriese inzwischen mit dem Schweizer Nestlé-Konzern und dem deutschen Milliardärs-Clan der Reimanns aus dem Mannheimer Raum einen Wettstreit um die weltweite Vormachtstellung liefert. Der Milliardendeal lenkt vielmehr auch die Blicke auf die mitunter langweilig wirkende Konsumgüterbranche, die insbesondere aus Sicht von Investoren an der Börse jedoch einige Vorzüge hat - zumal in Zeiten, in denen es - wie gegenwärtig - konjunkturell unruhiger werden könnte.

Als Konsumgüterwerte werden an der Börse all jene Papiere benannt, deren Unternehmen Produkte des täglichen Bedarfs herstellen, seien es Lebensmittel, Haushaltsartikel oder ähnliches. Im deutschen Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen zählen beispielsweise die Aktien von Henkel Börsen-Chart zeigen oder Beiersdorf Börsen-Chart zeigen zu dieser Kategorie. International bedeutende Konsumgüterkonzerne sind neben Coca-Cola sowie Nestlé Börsen-Chart zeigen auch Unilever Börsen-Chart zeigen, Procter & Gamble Börsen-Chart zeigen oder der Coca-Cola-Rivale PepsiCo Börsen-Chart zeigen..

Ein gemeinsames Charakteristikum all dieser Unternehmen ist die Tatsache, dass es eigentlich immer eine einigermaßen gleichbleibende Nachfrage nach den meisten ihrer Produkte gibt, nahezu unabhängig von den Aufs und Abs der Wirtschaft. Während andere Branchen in schwächeren Konjunkturphasen mitunter in Schwierigkeiten geraten, verzeichnen Konsumgüterhersteller daher häufig kaum Einbußen.

Das heißt allerdings auch: Geht es mit der Wirtschaft kräftig aufwärts, so sind die Konsumgüterfirmen nicht unbedingt diejenigen, die davon am stärksten profitieren. Im Ergebnis führt das - zumindest in der Theorie - zu einer gleichmäßigen, stabilen Geschäftsentwicklung, ohne große Überraschungen oder stärkere Ausreißer in die eine oder andere Richtung.

An der Börse sind die Papiere von Konsumgüterfirmen zudem noch aus einem anderen Grunde beliebt: Einige der Konzerne aus diesem Bereich gehören zu den besonders großzügigen und verlässlichen Dividendenzahlern am Markt. Der US-Konzern Procter & Gamble (P&G) etwa erhöhte in diesem Jahr seine Dividende zum sage und schreibe 62. Mal in ununterbrochener Folge. Seit der Gründung im Jahr 1890 hat das Unternehmen bislang jedes Jahr einen Teil seines Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Dividendenrendite von mehr als 3 Prozent, die P&G beim aktuellen Kursniveau bietet, kann sich insbesondere in Zeiten allgemein niedriger Zinsen ebenfalls sehen lassen.

Zweites Beispiel: Nestlé. Die Schweizer zahlen bereits seit 1959 ununterbrochen eine Dividende, die, wie der Konzern auf seiner Website nicht ohne stolz verkündet, zuletzt in 23 aufeinanderfolgenden Jahren angehoben wurde. Aktuell beträgt auch bei Nestlé die Dividendenrendite mehr als 3 Prozent.

Seit inzwischen mehreren Jahren erleben Deutschland sowie verschiedene andere wichtige Wirtschaftsnationen inzwischen einen Aufschwung. Das dieser nicht endlos anhalten wird, ist klar, und erste Anzeichen einer möglicherweise anstehenden konjunkturellen Abkühlung sind bereits zu beobachten.

Für Investoren, die Geld in Aktien anlegen wollen, ist das möglicherweise genau der richtige Zeitpunkt zum Einstieg in den Konsumgüterbereich. Die Papiere liefen zwar im Gros in den vergangenen zwölf Monaten nicht übermäßig gut, wie sich am Verlauf von Branchenindizes wie dem Dax Sector All Consumer Börsen-Chart zeigen oder dem MSCI World Consumer Staples Börsen-Chart zeigen ablesen lässt.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Sollte es wirtschaftlich jedoch tatsächlich ruppiger werden, so dürften viele professionelle Investoren dazu übergehen, ihre Depots sturmfest zu machen - und zu dem Zweck unter anderem zu Konsumgüteraktien greifen. Spätestens dann ist also mit Kurszuwächsen bei diesen Papieren zu rechnen.

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