Mittwoch, 15. August 2018

Weitere Millioneninvestments geplant Coba riskiert Millionen mit Börsen-Fintech

Social-Trading-Plattformen: Bei sozialen Netzwerken der Geldanlage wie zum Beispiel Etoro gehen Kunden nicht zu ihrem Bankberater, sondern folgen Händlern auf speziellen Plattformen im Internet und kopieren deren Strategien

Gut ein halbes Jahr nach ihrem Start steckt die Commerzbank-Tochter CommerzVentures erstmals Wagniskapital in ein Fintech-Unternehmen. Mit drei Partnern investiert die Bank 39 Millionen Dollar (36 Millionen Euro) in die israelische Handelsplattform eToro.

"Wir haben im konkreten Fall einen hohen einstelligen Millionenbetrag investiert", sagt Stefan Tirtey, einer der beiden CommerzVentures-Geschäftsführer am Montag. Kollege Patrick Meisberger ergänzt: "Wir sind bei ein paar weiteren Investments in konkreten Verhandlungen, die angestrebten vier bis fünf Abschlüsse pro Jahr sind durchaus möglich. Das ist aber auch kein Muss."

Auf eToro können Nutzer die Handelsstrategien von erfolgreichen Händlern einsehen, diskutieren und kopieren. Das Unternehmen selbst beschreibt sich als "erster globaler Marktplatz für Leute, um Währungen, Rohstoffe und Indizes online auf einfache, transparente und angenehmere Art und Weise zu traden".

Die Firma wurde 2007 gegründet und ist in Zypern registriert. Sie hat über vier Millionen Nutzer und konkurriert mit Anbietern wie Tradingfloor.com und Tradeo.

IT- und Internetfirmen aus dem Finanzbereich, sogenannte Fintechs, machen etablierten Geldhäusern seit einiger Zeit Konkurrenz. Um sich für diese Angriffe zu wappnen und um neue Trends nicht zu verschlafen, gehen immer mehr Institute dazu über, mit Fintechs zusammenzuarbeiten und sich an ihnen zu beteiligen. CommerzVentures habe in den vergangenen Monaten über 100 Unternehmen unter die Lupe genommen, sagte die zuständige Commerzbank-Managerin Bettina Orlopp. eToro sie ausgewählt worden, weil die Firma das Potenzial habe, das Marktsegment "Social Trading" künftig zu dominieren.

Im Rahmen der Finanzierungsrunde bei eToro steckt CommerzVentures zusammen mit den Venture-Capital-Sparten des chinesischen Versicherer Ping An und der russischen Sberbank insgesamt 29 Millionen Dollar in die Firma, wie die Commerzbank mitteilte. Hinzu kommt eine Kreditlinie über zehn Millionen Dollar von der Silicon Valley Bank. Über den Anteil, den die Commerzbank nun an eToro hält, machte das Frankfurter Geldhaus keine Angaben.

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rei/dpa/reuters

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