Donnerstag, 29. September 2016

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China-Krise Konjunkturangst drückt Preise für Öl, Kupfer und Zink

Fällt China als Top-Nachfrager aus, geraten auch die Preise für Rohstoffe kräftig ins Rutschen

China verbraucht Unmengen an Energie und Rohstoffen. In der aktuellen Krisenstimmung gehen jetzt Preise für Öl und viele Industriemetalle auf Talfahrt. Gold ist - zumindest zeitweise - als sicherer Hafen gefragt.

Die mittlerweile achte Abwertung des Yuan durch die chinesische Notenbank, um der lahmenden Konjunktur Impulse zu verleihen, verstärkte die Ängste im Markt, dass die Wirtschaft der Volksrepublik spürbar schwächelt.

Derzeit sei nicht klar, wie die chinesische Regierung das Vertrauen wieder zurückgewinnen könne, urteilten die Analysten der Essener Nationalbank. "Dieses Mal dürften zusätzliche geld- und fiskalpolitische Maßnahmen zur Stimulierung des Wachstums allein nicht ausreichen."

An den chinesischen Aktienbörsen war der Handel nach nur einer halben Stunde vorzeitig abgebrochen worden, nachdem die Leitindizes um mehr als sieben Prozent absackten.

Ölpreis fällt auf tiefsten Stand seit April 2004

Angesichts der jüngsten Turbulenzen nahm der Verfall der Ölpreise neue Fahrt auf. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 6 Prozent auf 32,16 Dollar je Barrel (159 Liter) und kostete damit so wenig wie zuletzt Anfang April 2004. Der Preis für das US-Öl WTI rutschte in der Spitze um 5,5 Prozent auf ein Zwölf-Jahres-Tief von 32,10 Dollar je Fass ab. Die Aussicht auf ein anhaltendes Überangebot macht dem Ölpreis seit Monaten zu schaffen. Verschärft wurde der Preisrutsch zuletzt noch durch die zunehmenden Spannungen zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran über den Jahreswechsel. Experten zufolge wird dadurch eine gemeinsame Linie des Ölkartells Opec zum Abbau des Überangebots nun noch unwahrscheinlicher.

Preise für Kupfer, Zink und Palladium rauschen ab

Deutlich ins Wanken gerieten auch die Preise für die Industriemetalle. Kupfer, das vor allem in der Bauindustrie verwendet wird, kostete mit 4488 Dollar je Tonne zeitweise knapp 3 Prozent weniger - 2015 war der Preis bereits um 25 Prozent eingebrochen.

Zink und Nickel verbilligten sich in der Spitze jeweils um 4,6 und 3,5 Prozent auf 1475 und 8310 Dollar je Tonne. Der Abwärtsdruck auf die Metallpreise sollte angesichts der Sorgen um China erst einmal anhalten, prognostizierte Ivan Szpakowski, Analyst bei der Citi in Hong Kong. Der Preis für Palladium, das vor allem in Autokatalysatoren verbaut wird und daher ebenfalls besonders konjunkturempfindlich ist, fiel um bis zu 2,4 Prozent auf ein Fünfeinhalb-Jahres-Tief von 495 Dollar je Feinunze.

Der Goldpreis fand dagegen schwer eine Richtung. Das Edelmetall, das gern in Krisenzeiten angesteuert wird, verteuerte sich in der Spitze um 0,8 Prozent auf ein Neun-Wochen-Hoch von 1102 Dollar je Feinunze. Im späteren Handelsverlauf rutschte der Preis dann allerdings knapp ins Minus.

rei/reuters

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