Dienstag, 18. Dezember 2018

Cannabis-Produzent erwägt IPO Frisches Grün für Börse Frankfurt

Neue Grünpflanzen für die Frankfurter Börse? Na ja, nicht wirklich. Und wenn, dann wohl keine Cannabis-Pflanzen (Bild). Tatsächlich aber erwägt ein Cannabis-Hersteller den IPO in Frankfurt.

Nächstes Jahr steht am Frankfurter Aktienmarkt womöglich der erste Börsengang eines Herstellers medizinischer Cannabis-Produkte an. So strebt die australische Little Green Pharma wahrscheinlich im zweiten Quartal die Ausgabe ihrer Aktien in Deutschland an, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit den Plänen vertrauten Personen.

Mit dem dadurch eingenommenen Geld wolle das Unternehmen die Expansion in seinem wichtigsten europäischen Markt vorantreiben. Little Green Pharma wollte sich nicht äußern. Den Insidern zufolge wurden Goldman Sachs und die Deutsche Bank mit dem Börsengang betraut. Auch die beiden Banken wollten keinen Kommentar zu den Börsenplänen von Little Green Pharma abgeben.


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Cannabis-Aktien boomen. Wissenschaftler sehen immer mehr Beweise dafür, dass der Wirkstoff, der auch für Drogen verwendet wird, verschiedene Krankheiten lindern kann, unter anderem chronische Schmerzen, Multiple Sklerose oder Epilepsie.

Experten schätzen, dass der Markt für medizinisches Cannabis in Europa von rund 100 Millionen Euro in diesem Jahr auf wenigstens 450 Millionen Euro im Jahr 2022 wachsen wird - unter anderem wegen der zunehmenden Legalisierung des Wirkstoffs in Deutschland, Großbritannien, Italien und Dänemark.

In Nordamerika gab es in diesem Jahr bereits einige Börsengänge von Cannabis-Herstellern. Im Oktober ging dann die dänische Firma StenoCare an den Markt - der Aktienkurs hat sich seitdem verdoppelt.

Auch jenseits rein medizinischer Verwendung rechnen sich Konzerne gute Geschäft mit der einst verteufelten Droge aus. So hatte zuletzt Coca-Cola zuletzt über eine Hanf-Brause nachgedacht, und auch der Marlboro-Hersteller Altria Börsen-Chart zeigen prüft nach jüngsten Berichten den Einstieg ins Cannabis-Geschäft.

rei mit Reuters

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