Dienstag, 18. Dezember 2018

Wirtschaftswachstum in Deutschland Bundesbank senkt Wachstumsprognose

Unsicherheiten größer: Wirtschaftswachstum fällt schwächer aus

Nach der Delle zum Jahresanfang wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland nach Einschätzung der Bundesbank in diesem Jahr schwächer ausfallen als zunächst erwartet. Der Aufschwung hält nach den Vorhersagen der Notenbank-Volkswirte zwar an. Für dieses Jahr nahmen sie aber ihre Prognosen kräftig nach unten.

"Die Unsicherheiten für den Ausblick sind erheblich höher einzustufen als zuvor", erklärte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Freitag. Die Gefahren für die Exportwirtschaft überwögen mittlerweile die Auswirkungen einer voraussichtlich expansiveren Fiskalpolitik in Deutschland. Der Handelsstreit mit den USA hatte zuletzt viele Unternehmen verunsichert. Auch in Frankreich lässt der Optimismus etwas nach. Zudem sorgt auch die europakritische Koalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechtspopulistischer Lega in dem hoch verschuldeten Euroland Italien für Unruhe.

Die Bundesbank erwartet für 2018 jetzt nur noch einen kalenderbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2 Prozent. Im Dezember hatte sie noch 2,5 Prozent geschätzt. Ihre Vorhersage für 2019 und 2020 hob sie dagegen leicht an. Für nächstes Jahr wird nun ein Wachstum von 1,9 Prozent (bisher: 1,7 Prozent) und für 2020 von 1,6 Prozent (bisher 1,5 Prozent) erwartet.

Insgesamt rechnet die Bundesbank aber noch mit einer guten Konjunktur. Die bereits hohe Auslastung der Wirtschaft ziehe bis 2020 weiter an. "Zusammengenommen ergibt sich das Bild einer andauernden Hochkonjunkturphase, in der sich die zunehmenden angebotsseitigen Engpässe in kräftigen Lohnzuwächsen und in einer stärkeren Binneninflation niederschlagen", erklärte Weidmann. Die Notenbank hob zudem ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr leicht an. Für 2020 nahm sie diese dagegen etwas zurück.

Lesen Sie auch: ifo-Geschäftsklimaindex: Stimmung in deutschen Firmen sinkt fünften Monat in Folge

Jüngst hatten schon das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sowie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) jeweils ihre Konjunkturprognose für Deutschland gesenkt. Grundsätzlich sehen die Ökonomen die deutsche Wirtschaft aber in einer guten Verfassung.

In Frankreich wird die Wirtschaft wohl etwas weniger stark wachsen. Die dortige Notenbank rechnet für dieses Jahr nur noch mit einer Steigerung der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent. Im März war sie noch von 1,9 Prozent ausgegangen. Für 2019 blieb sie aber bei ihren Prognosen von 1,7 Prozent und für 2020 von 1,6 Prozent.

rtr/dpa/akn

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH