Sonntag, 11. Dezember 2016

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10 Prozent weniger Wer der Wall Street 2015 in den Bonus-Topf gespuckt hat


Schon im November hatte es sich angedeutet, nun haben es auch die Behörden bestätigt: Die Bonus-Saison fällt an der Wall Street 2015/16 dürftiger aus als in den Jahren zuvor. Weil die New Yorker Finanzbranche einen ordentlichen Gewinnrückgang hinnehmen müsse, kassiere der durchschnittliche Wall Streeter neun Prozent weniger Bonus, teilte der Rechnungsprüfer des Staates New York, Thomas DiNapoli, kürzlich mit. Hohe Prozesskosten und ein Rückgang im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren hätten der Industrie zugesetzt.

Die gute Nachricht? Die Branche jammert im Zweifel auf sehr hohem Niveau.

146.200 Dollar gab es zuletzt obendrauf, wie die Grafik zeigt, die Statista für manager-magazin.de angefertigt hat. Im Jahr zuvor waren es noch gut 160.000 Dollar, 2006, im bislang bonusverwöhntesten Jahr der Wall-Street-Geschichte, gab es für den durchschnittlichen Arbeitnehmer in der Wertpapierindustrie noch über 191.000 Dollar zusätzlich zum ohnehin vergleichsweise üppigen Jahresgehalt.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Wall-Street-Bonus der letzten dreißig Jahre beläuft sich auf 86.369 Dollar - dieser Marke nähert sich die aktuelle Bonusrunde nicht einmal ansatzweise an. Auch der gesamte Bonustopf ist mit 25 Milliarden Dollar um mehr als die Hälfte praller gefüllt als der Durchschnitt der letzten 30 Jahre (knapp 14,5 Milliarden Dollar).

Abseits der aktuellen Zahlen liefert die Bonuskultur der vergangenen drei Jahrzehnte ein paar interessante Einblicke: Warum zum Beispiel haben viele Banker auch im Krisenjahr 2007 noch die zweithöchsten Pro-Kopf-Boni aller Zeiten kassiert? Wie stark hat die geplatzte Dotcom-Blase den Lebensstil der Wall Street in Gefahr gebracht? Eine Übersicht:

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