Montag, 16. Juli 2018

Börsenstars Amazon, Apple und Co Investoren aufgepasst - Sicherheitslücken im Depot

IT-Größen als Börsenstars: Müssen sich Anleger Sorgen wegen der Sicherheitslücken machen?
[M] Getty Images;DPA
IT-Größen als Börsenstars: Müssen sich Anleger Sorgen wegen der Sicherheitslücken machen?

Berichte über unsichere Computer-Prozessoren haben die Aktien der Hersteller in Turbulenzen gebracht. Betroffen sind aber auch IT-Größen wie Amazon, Apple oder Google. Ist deren Höhenflug an der Börse nun vorbei?

Es ist eines der großen Aufregerthemen zu Jahresbeginn - auch an der Börse: Forscher haben in IT-Geräten neue Sicherheitslücken entdeckt, von denen rund um den Globus die meisten Firmen betroffen sein dürften sowie so ziemlich jeder Privatmensch, der einen PC, ein Notebook, ein Tablet, ein Smartphone oder etwas ähnliches nutzt. Von allen diesen Geräten, so haben die Fachleute herausbekommen, ist es theoretisch möglich, Daten gegen den Willen des Besitzers abzuziehen.

Die Besonderheit: Umfangreiche Viren- oder Hackerattacken hat es zwar schon zuvor immer wieder gegeben. 2013 beispielsweise wurde der Internetkonzern Yahoo Opfer eines der größten Angriffe dieser Art, von dem sämtliche drei Milliarden Nutzerkonten des Unternehmens betroffen waren. Für viele Schlagzeilen sorgte vor wenigen Jahren auch ein riesiges Datenleck beim Entertainment-Unternehmen Sony, das es Hackern ermöglichte, zahlreiche interne Dokumente des Konzerns und seiner Mitarbeiter an die Öffentlichkeit zu bringen.

Bisher handelte es sich allerdings stets um Probleme, die auf der Softwareebene der Unternehmen entstanden waren. Das ist bei den jetzt publik gewordenen Schwachstellen offenbar anders: Angreifbar sind die Geräte Fachleuten zufolge, weil die in ihnen verbauten Prozessoren, die Hardware also, vor unerlaubtem Zugriff nicht sicher sind. Im Vergleich zu früher sei es daher deutlich schwieriger, diese Lücken zu schließen, heißt es bei den Experten - und damit womöglich auch sehr viel teurer (mehr zu den Details der neu entdeckten IT-Sicherheitsprobleme lesen Sie hier).

Intel-Aktie bricht ein - Konkurrenz gewinnt

An der Börse haben diese Nachrichten für einige Unruhe gesorgt. Besonders die Aktien des amerikanischen Halbleiterherstellers Intel Börsen-Chart zeigen gerieten in Turbulenzen, denn die Prozessoren des Unternehmens, die millionenfach in IT-Geräten weltweit verbaut werden, sollen von den Problemen besonders stark betroffen sein. Binnen weniger Tage verloren die Intel-Aktien in der Spitze beinahe 9 Prozent an Wert. Das Unternehmen teilte inzwischen mit, dass bereits mit zahlreichen Partnerfirmen daran gearbeitet werde, die Lücken mit Software-Aktualisierungen zu stopfen.

Bewegung gab es zudem bei der Konkurrenz von Intel. Weil Investoren offenbar der Ansicht sind, Chip-Hersteller wie AMD Börsen-Chart zeigen, Micron Börsen-Chart zeigen oder Xilinx Börsen-Chart zeigen kämen bei dem Thema besser weg als Intel, griffen sie bei deren Aktien zu - die Kurse verzeichneten entsprechende Gewinne. Ob die Anleger mit dieser Einschätzung allerdings richtig liegen, ist noch längst nicht ausgemacht. Denn noch scheint nicht endgültig klar zu sein, welche Prozessoren Hackern tatsächlich die entdeckten Einfallstore bieten, und in welchem Ausmaß.

"Entscheidend wird sein, ob Wettbewerber wie AMD und andere beweisen können, dass diese Angelegenheit nur Intel betrifft", meint auch Analyst Amit Daryanani von der Bank RBC. Sollte ihnen das gelingen oder sollten die Software-Aktualisierungen von Intel die PC-Leistung erheblich mindern, dann könnte das Unternehmen tatsächlich Marktanteile verlieren, so der Analyst.

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