Montag, 18. Juni 2018

Aktienprofi Thomas Grüner rät Ruhe bewahren - und über Öl, Gold und China nachdenken

5. Teil: China

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Nachdem der chinesische Aktienmarkt im Juni letzten Jahres stark eingebrochen ist, hat die Führung Chinas beschlossen, Sicherheitsmechanismen einzuführen, um die Börse zu stabilisieren. Doch bereits zu Jahresbeginn wurden diese Mechanismen auf eine harte Probe gestellt und versagten - statt Stabilität an den Märkten herrscht nun Chaos.

Güldene 36-Meter hohe Mao-Statue in China: Ob es der chinesischen Führung durch weitere Regulierung gelingen wird, den Markt unter Kontrolle zu behalten, ist fraglich
Der Börsencrash begann, als schwache konjunkturelle Daten aus dem Reich der Mitte veröffentlicht wurden. Als Konsequenz brach der chinesische Leitindex um etwa sieben Prozent ein. An dieser Stelle griff bereits die chinesische Marktregulierung ein. Diese beinhaltet unter anderem, dass der Handel für 15 Minuten unterbrochen wird, sobald die Börse mehr als fünf Prozent verliert und für den Rest des Tages ausgesetzt wird, wenn die Börse um mehr als sieben Prozent fällt.

Die Führung in China begegnete dem mit einer Abwertung der Landeswährung Yuan und löste damit an den Finanzmärkten die Sorgen vor einem virtuellen Handelskrieg aus. Anleger wiederum flüchteten erneut aus chinesischen Aktien und brachten die Börsen in Shanghai und Shenzhen abermals zum Ziehen der Notbremse. Nachdem nun Panik am chinesischen Aktienmarkt herrscht und diese die globalen Aktienmärkte erschüttert, verkündete die chinesische Börsenaufsicht, den Handel künftig bei Kursschwankungen nicht mehr automatisch auszusetzen.

Ob es der chinesischen Führung durch weitere Regulierung gelingen wird, den Markt unter Kontrolle zu behalten, ist fraglich. Sicher hingegen ist, dass das Vertrauen der Anleger in den chinesischen Markt deutlich erschüttert ist.

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