Sonntag, 26. Juni 2016

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Warnsignal für deutschen Aktienmarkt Dax folgt China in den Bärenmarkt

Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse: Nach rund sechs Jahren Bullenmarkt mit stetig steigenden Kursen hat derzeit der Bär die Oberhand - der Dax ist mit einem Minus von 20 Prozent seit seinem Hoch in den von Skepsis geprägten "Bärenmarkt" zurückgefallen

Es ist nur ein Zahlenspiel, aber für viele technisch orientierte Anleger hat es eine enorme Bedeutung: Am deutschen Aktienmarkt sind seit dem jüngsten Ausverkauf nun auch offiziell die "Bären" los, sprich, die Pessimisten und Verkäufer haben die Oberhand. Während an der Börse der "Bulle" für Käufer und steigende Kurse steht, symbolisiert der "Bär" fallende Kurse.

Da der Dax Börsen-Chart zeigen seit seinem Hoch im April 2015 inzwischen um mehr als 20 Prozent nachgegeben hat, sprechen Börsianer nun von einem "Bärenmarkt" am deutschen Aktienmarkt. Ein Markt also, an dem Pessimismus vorherrscht und die Mehrheit der Anleger eher mit fallenden als mit steigenden Kursen rechnet.

Chinas Börsen sind mit ihrem Kursrutsch um mehr als 40 Prozent schon lange im Bärenmarkt-Modus. Dass nun mit dem deutschen Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen nun ein weiterer, wichtiger europäischer Index in den Bärenmarkt-Modus gefallen ist, sei ein besorgniserregendes Signal, heißt es auf dem US-Wirtschaftsportal "CNN Money". Der französische Aktienmarkt könnte der nächste Kandidat sein - der französische Leitindex CAC 40 hat bisher knapp 19 Prozent seit seinem Hoch verloren.

Dow Jones im Korrekturmodus - auch in USA herrscht Angst vor den Bären

In den USA sind die Indizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Börsen-Chart zeigen bislang lediglich in einem "Korrekturmodus": Das heißt, die Indizes haben seit ihrem Hoch im April 2015 jeweils mehr als 10 Prozent an Wert verloren. Während bei einer solchen "Korrektur" viele Börsianer noch davon ausgehen, dass nach einer solchen Marktbereinigung die Indizes ihren Aufwärtstrend rasch wieder fortsetzen können, ist die Skepsis in einem "Bärenmarkt" schon deutlich größer: Gilt eine Korrektur für viele Anleger noch als Kaufchance, ist ein Rückfall in einen Bärenmarkt für viele technisch orientierte Anleger ein Grund zur Flucht. Sie fürchten, dass es für den schwer angeschlagenen Index noch dicker kommt.

Kursrutsch wie 2008?

Der letzte veritable Börsencrash war der Lehman-Crash im September 2008, damals verloren Dow und Dax zwischen Herbst 2008 und März 2009 jeweils rund 40 Prozent an Wert. Seit März 2009 ging es dann am deutschen Aktienmarkt mehr als 6 Jahre lang wieder aufwärts - im April 2015 war der Dax dann von damals rund 4000 Punkten über die Marke von 12.000 Punkten geklettert und hatte damit mehr als 200 Prozent zugelegt. Im Rückblick könnte der Höchststand im April 2015 der Endpunkt des sechsjährigen Bullenmarktes gewesen sein - inzwischen notiert der Dax wieder 20 Prozent tiefer und hat seine Gewinne des Jahres 2015 binnen fünf Tagen aufgezehrt.

Möglich, dass die US-Börsen aus ihrem "Korrekturmodus" bald wieder in einen Aufwärtstrend einschwenken und auch den Dax wieder mit nach oben ziehen. 40 Prozent Kursrutsch wie im Jahr 2008 - so weit muss es nicht kommen, schließlich ist trotz der Konjunkturschwäche in China eine Banken-Krise a la Lehman sehr unwahrscheinlich.

Doch auf eine rasche Erholung sollten Anleger derzeit nicht allzu viel Geld setzen - zu groß ist die Skepsis im neuen deutschen Bärenmarkt.

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