Sonntag, 26. Juni 2016

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Börse Geld anlegen ohne Autopilot

Airbus-Cockpit: In der Vergangenheit hatten es Börsen-Überflieger vergleichsweise leicht - sie ließen sich einfach von den Notenbanken tragen

Der Dax schwankt hin und her, Aktienkäufer brauchen gute Nerven. Anleger können sich nicht mehr auf die segensreiche Hand der Fed verlassen - ohne diesen Autopiloten müssen sie sich auf alte Tugenden besinnen.

Hamburg - Es war eine schöne Zeit, dieses Jahr 2013. Um 25 Prozent kletterte der Dax Börsen-Chart zeigen. Wirklich ernsthafte Rücksetzer? Gab es nicht. Eine Börsenhausse von Feds Gnaden. Die amerikanische Zentralbank hatte mit niedrigem Leitzins und Anleihenkaufprogramm für eine Goldgräberstimmung an der Börse gesorgt.

Die Geldflut sollte Unternehmen zu Investitionen motivieren und auf diese Weise Arbeitsplätze schaffen. An der Börse führte es dazu, dass Indizes weltweit nach oben tanzten - weil niedrig verzinste Anleihen in so einem Umfeld keine Alternative waren und Aktien zeitweise als einzig verlockende Investmentmöglichkeit dastanden.

Börse auf Autopilot, so nennt es der Anleihenmanager Bantleon. Doch die Ära jenes Autopiloten neigt sich dem Ende zu, der Pilot muss wieder eingreifen.

Freilich, in der Europäischen Union ist der Rückzug der Notenbanken noch in weiter Ferne. Doch was die Fed macht, verfolgt man in Europa traditionell mit Aufmerksamkeit: Beim Treffen der Notenbanker in dieser Woche in Jackson Hole war den Zentralbankern die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte sicher. "Einige Anleger sind skeptisch, ob die Notenbanken das aktuelle Liquiditätsfeuerwerk auch ohne große Marktblessuren zurückfahren können", sagt Vermögensverwalter Marc-Oliver Lux von Lux & Präuner.

Anleger müssen wieder selbst steuern

Nun kommt es an der Börse also wieder auf fliegerische Qualitäten an, auf alte Tugenden. Es gilt, Aktien zu entdecken, deren Aussichten für die kommenden Jahre gut sind und Aussicht auf Kurssteigerungen bieten - auch ohne Unterstützung durch billiges Geld. Das hängt am gesamtwirtschaftlichen Umfeld - derzeit eher wackelig - aber auch an der unternehmerischen Fähigkeit, sich gegen Konkurrenten durchzusetzen.

Ein Beispiel dafür, wie anspruchsvoll Investments in einzelne Aktien sein können, liefert das spanische Unternehmen Amadeus. Amadeus stellt Buchungssysteme her - und war in diesem Marktsegment in den vergangenen Jahren recht erfolgreich. Investoren waren über drei Jahre gesehen damit besser gestellt als mit einem Investment in den spanischen Börsenindex, dem Ibex 35. Zuletzt jedoch geriet auch die Aktie von Amadeus unter Druck - eine deutliche Erinnerung an jene Tugend, Investments nicht unbeaufsichtigt zu lassen.

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