Samstag, 21. Oktober 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Börse Dax am Verfallstag kaum verändert, Dow auf Rekordhoch

Kursanzeige in Tokio: Am Hexensabbat, dem dreifachen Verfallstag, laufen Optionen auf Aktien und Indizes aus

Nordkorea Machthaber Kim Jong Un lässt erneut eine Rakete über Japan hinweg schießen. Doch Anleger reagieren überwiegend gelassen. In Japan und China legen die Indizes sogar zu.

Der "Hexensabbat" hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss kalt gelassen. Der "große Verfalltag" gegen Ende jedes Quartals, an dem verschiedene Terminkontrakte und Optionen auf Indizes und Aktien auslaufen, sorgte nur kurz für Kursausschläge. Diese hielten sich zudem in Grenzen. Der Dax Börsen-Chart zeigen bewegte sich im Verlauf des Tages in einer engen Spanne und schloss am Ende 0,2 Prozent niedriger bei 12.518 Punkten.

Gegenwind für die Aktien kam vom festen Euro, der sich nach schwachen US-Einzelhandelsdaten zwischenzeitlich wieder der Marke von 1,20 US-Dollar näherte. Eine stärkere Währung erschwert den Export.

Auf Wochensicht verbuchte der Dax Börsen-Chart zeigen ein Plus von 1,7 Prozent, womit sich der Aufwärtstrend im saisonal sonst schwachen Börsenmonat September fortsetzte.

Der MDax Börsen-Chart zeigen , in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, schloss derweil 0,07 Prozent niedriger bei 25 264,17 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 beendete die Börsenwoche etwas niedriger.

Wall Street: Dow Jones testet neues Rekordhoch

An der Wall Street kletterte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen im frühen Handel auf 22.230 Zähler. Das ist im Handelsverlauf ein Rekordhoch. Der Technologieindex Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigengab dagegen minimal nach.

Bei den Einzelwerten standen vor allem Oracle Börsen-Chart zeigenund mehrere Fluggesellschaften unter Druck. Der SAP-Rivale enttäuschte Anleger mit seinen Gewinnerwartungen. Außerdem rechnet der US-Konzern mit einem schwächeren Wachstum im wichtigen Cloud-Geschäft. Die Aktie fiel 5,7 Prozent. Für die Fluglinien United Continental, Spirit Airlines und American Airlines ging es zwischen 1,0 und 2,1 Prozent nach unten. JPMorgan hatte zuvor die Aktien heruntergestuft.

Versorger nach Branchenstudie im Minus

Aus Branchensicht fielen die Aktien der deutschen Energieversorger mit überdurchschnittlichen Einbußen auf. Eine Branchenstudie der Societe Generale nahm ihnen weiteren Wind aus den Segeln. So fielen die Papiere von Innogy um 1,4 Prozent, jene von Uniper um 2 Prozent und RWE-Aktien um 1,1 Prozent. Anteilsscheine von Eon gaben um 0,5 Prozent nach. Analyst Lüder Schumacher hatte die Kaufempfehlungen für Uniper, Eon und RWE nach den deutlichen Kursgewinnen im bisherigen Jahresverlauf gestrichen.

Air Berlin fallen deutlich nach Ende der Bieterfrist

Riesensprünge machten erneut die Aktien von Air Berlin. Nach ihrem 36-Prozent-Gewinn am Donnerstag stiegen sie am Freitag zunächst um weitere 17 Prozent. Gegen Mittag folgte eine scharfe Gegenbewegung, die letztlich in einem Minus von knapp 12 Prozent mündete. Einen Monat nach dem Insolvenzantrag endete bei der Fluggesellschaft an diesem Freitag die Frist für Angebote der Kaufinteressenten. Eine Entscheidung soll am 25. September fallen, dem Tag nach der Bundestagswahl.

Goldman Sachs stützt Deutsche Post

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für die Aktie der Deutschen Post von 39 auf 47 Euro angehoben und sie auf der "Conviction Buy List" belassen. Papiere europäischer Anbieter von Geschäftsdienstleistungen dürften weiterhin ein hohes Ergebniswachstum aufweisen und attraktive Investments bleiben, schrieb Analyst Matija Gergolet. Für die Titel des Logistikkonzerns signalisierte sie ein Kurspotenzial von rund 30 Prozent.

Euro steigt wieder auf knapp 1,20 US-Dollar

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,31 Prozent leichter auf 3515,55 Punkte. Der CAC 40 gab in Paris um 0,22 Prozent auf 5213,91 Punkte nach.

In London weitete der Leitindex FTSE die Verluste des Vortages um 1,1 Prozent auf 7215,47 Punkte aus. Erneut lastete dort das stark steigende britische Pfund auf den Kursen.

Der Euro kostete zuletzt 1,1960 US-Dollar. Schwache US-Konjunkturdaten schwächten den Dollar und stärkten damit im Gegenzug den Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1963 (Donnerstag: 1,1885) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8359 (0,8414) Euro gekostet.

Börsen in Asien kaum verändert - trotz des neuen Raketentests Nordkoreas

Der erneute Raketentest Nordkoreas hat die asiatischen Aktienmärkte weitgehend kalt gelassen. In China und Japan ging es sogar nach oben, der Nikkei Börsen-Chart zeigenin Tokio schloss leicht im Plus. Verluste gab es dagegen in Südkorea, aber auch dort hielten sich diese in Grenze - der Leitindex Kospi gab zuletzt 0,17 Prozent auf 2373,61 Punkte ab.

In Tokio wirkten sich für den Nikkei eher die positiven Vorgaben aus den USA aus, wo die Aktienindizes am Donnerstag ihre jüngste Rekordjagd fortgesetzt hatten. Der CSI-300-Index , der die 300 größten Werte an den Börsen Shanghai und Shenzhen abbildet, zog um 0,3 Prozent an.

Auch bei den anderen Anlageklassen hielten sich die Reaktionen auf den neuen Raketentest in Grenzen. Sogenannte sichere Häfen, in die die Investoren ihre Gelder bei politischen Krisen verschieben, wie der japanische Yen, der Schweizer Franken oder das Gold waren zwar gesucht - aber die Kurse zogen nur leicht an.

US-Außenminister Tillerson fordert Verschärfung der Sanktionen

Nordkorea hatte in der Nacht auf Freitag trotz Verschärfung der UN-Sanktionen wegen seines jüngsten Atomwaffentests erneut eine Rakete von mehreren tausend Kilometern Reichweite über Japan hinweg gefeuert. Die Rakete sei nach dem Start nahe der Hauptstadt Pjöngjang 3700 Kilometer weit geflogen und dann in den Pazifischen Ozean gestürzt, teilte der südkoreanische Generalstab am Freitag mit.

Nordkorea hatte nach eigenen Angaben bei dem Atomtest in diesem Monat eine Wasserstoffbombe gezündet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Mit einer härteren Resolution, die ein Ölembargo und Finanzsanktionen gegen Machthaber Kim Jong Un vorgesehen hatte, konnten sich die USA in Verhandlungen mit China und Russland nicht durchsetzen.

"China liefert Nordkorea den größten Teil ihres Öls", schrieb Tillerson nach dem jüngsten Waffentest. "Russland ist der größte Arbeitgeber für nordkoreanische Zwangsarbeiter." Tillerson forderte China und Russland auf, die Raketentests Nordkoreas zu verurteilen und ihrerseits Maßnahmen zu ergreifen.

Dax-Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH