Montag, 22. Oktober 2018

Erholung an den Börsen Kaufpanik bei Eon und RWE

VW, BMW, Daimler - und RWE: Das Comeback der Kursverlierer
DPA

Der Dax klettert zum Wochenschluss deutlich über die Marke von 10.000 Punkten. Die Aktien der krisengeschüttelten Energiekonzerne RWE und Eon verbuchen satte Kursgewinne.

Die Aussicht auf noch länger strömendes Billiggeld in den USA hat den Dax Börsen-Chart zeigen am Freitag erneut über 10.000 Punkte getragen. Der deutsche Leitindex legte am Nachmittag um 1,2 Prozent auf 10.111 Punkte zu. Damit winkt auch eine sehr positive Wochenbilanz. Aktuell liegt sie bei fast 6 Prozent Plus.

Wall Street im Plus - trotz Alcoa

Auch an der Wall Street legten die Indizes zum Auftakt leicht zu. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen der Standardwerte legte im frühen Handel 0,3 Prozent auf 17.101 Punkte zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,1 Prozent auf 4815 Punkte. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand unter anderem der Aluminiumriese Alcoa Börsen-Chart zeigen , der am Vorabend traditionell die US-Bilanzsaison eingeläutet hatte. Die Papiere tendierten 1,4 Prozent schwächer. Alcoa enttäuschte mit einem Gewinneinbruch.

RWE mit mehr als 20 Prozent Plus auf Wochensicht

Fast alle 30 Dax-Werte notierten im Plus. zu den größten Gewinnern zählten erneut die Aktien von RWE Börsen-Chart zeigen: Die Aktie des Energieversorgers setzte sich mit einem Kursgewinn von 6 Prozent auf 12,10 Euro an die Dax-Spitze. Am Montag hatte das Papier noch knapp unter 10 Euro notiert: Die Aktie hat nach ihrem tiefen Absturz (minus 50 Prozent seit Jahresbeginn) binnen einer Woche mehr als 20 Prozent zugelegt.

Auch beim RWE-Konkurrenten Eon stand zuletzt ein Plus von mehr als 5 Prozent zu Buche. Nach dem Ausverkauf der beiden Energiewerte im September gelangen offenbar viele Schnäppchenjäger zu der Überzeugung, dass die Kursverluste bei Eon und RWE seit Jahresbeginn übertrieben seien.

VW legt weiter zu - Kurssprung bei den Stammaktien

Die Vorzugsaktien von VW legten unterdessen um gut 3 Prozent zu. Eine Empfehlung der Investmentbank Bernstein stützte den Kurs der Aktie. Um fast 11 Prozent verteuerten sich gleichzeitig die Stammaktien des Wolfsburger Konzerns. Die vor Beginn der "Dieselgate"-Krise weitgehend gleichlaufende Stämme und Vorzüge waren am Vormittag um rund 26 Euro auseinander gedriftet. Börsianer tippten darauf, dass jemand in den Stämmen auf fallende Kurse gesetzt hatte. Nun habe er bei geringem Streubesitz Probleme gehabt, seine Schieflage zu korrigieren.

Deutsche Bank Aktie nach Rekordverlust schon wieder auf Erholungskurs

Auch die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen legte rund 2 Prozent zu. Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte am Vortag einen Verlust von 6,2 Milliarden Euro für das dritte Quartal angekündigt - den höchsten Verlust in der Geschichte der Deutschen Bank. Dennoch setzen Anleger offenbar auf einen Neustart mit Cryan und zeigen sich erleichtert, dass die befürchtete neue Kapitalerhöhung bislang ausgeblieben ist.

Lufthansa enttäuscht mit Zahlen: Schlusslicht im Dax

Die Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen sind am Freitag nach der Vorlage der Verkehrszahlen für September ans Dax-Ende gerutscht. Zuletzt verloren sie mehr als 3 Prozent. Die Pilotenstreiks im September verhagelten der Fluggesellschaft den Abschluss der Sommersaison. Die Anzahl der Passagiere sank etwas, nachdem sie in den Monaten zuvor noch deutlich zugelegt hatte. Nun entwickelten sich zudem die Ticketpreise im Vorjahresvergleich "deutlich rückläufig".

In den vergangenen Wochen hatten die Papiere noch stark von der Hoffnung auf wieder besser laufende Geschäfte profitiert: Seit Anfang September hatten sie sich um mehr als ein Viertel verteuert.

Fed hält weiter still

Die US-Notenbank Fed hat am Donnerstag keinen klaren Hinweis auf den Zeitpunkt einer ersten Zinserhöhung in den USA gegeben. Die Währungshüter sorgten sich um die konjunkturelle Abkühlung in China und hielten es für klug, mehr Klarheit bezüglich der Konjunkturaussichten abzuwarten, hieß es in dem am Abend veröffentlichten Protokoll (Minutes) zur Fed-Sitzung Mitte September.

Schaeffler wagt sich an die Börse

Bei ruhiger Nachrichtenlage dürfte vor allem ein Börsengang die Blicke auf sich ziehen: Nach einer schwierigen Anlaufphase werden am Morgen die Papiere des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler erstmals gehandelt. Der Ausgabepreis für die insgesamt 75 Millionen Vorzugsaktien lag bei 12,50 Euro je Stück und damit im unteren Bereich der bereits reduzierten Angebotsspanne von 12 bis 14 Euro

Statt bei bis zu 1,05 Milliarden Euro liegt der Bruttoerlös damit nur bei 938 Millionen Euro, wovon Schaeffler 825 Millionen Euro zufließen.

Beim Broker Lang & Schwarz spielte die Musik vorbörslich vor allem in den krisengeschüttelten Vorzugsaktien von VW . Sie legten um 1,35 Prozent zu. Aktuell hatte ihnen Analyst Max Warburton von der Investmentbank Bernstein mit der Bestätigung seiner positiven Einstufung die Stange gehalten.


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ts/dpa

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