Sonntag, 19. November 2017

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Börse Dax und Dow bauen Gewinne aus, Apple nahe Rekordhoch

Bullige Stimmung: Der Dax klettert am Montag weiter

Hurrikan "Irma", Nordkorea, Euro-Stärke? Alles halb so wild. Anleger greifen bei Aktien zum Wochenstart zu und treiben Dax und Dow deutlich ins Plus. Der Dax notiert auf 6-Wochen-Hoch.

Der Dax Börsen-Chart zeigen setzt seine Erholung fort: Am Montag baute der deutsche Leitindex seine Gewinne auf 1,4 Prozent aus und rückte bis zum Handelsschluss auf Xetra auf 12.475 Punkte vor. Bereits in der vergangenen Woche war dem Dax mit einem Plus von mehr als einem Prozent ein guter Auftakt in den September geglückt.

Zu den größten Gewinnern im Dax Börsen-Chart zeigen zählten die Finanzwerte wie Munich Re Börsen-Chart zeigen, Deutsche Bank Börsen-Chart zeigenund Commerzbank Börsen-Chart zeigen . Dagegen gab Daimler Börsen-Chart zeigen als einziger Dax-Wert gegen den freundlichen Trend nach. Auch die Nebenwerte-Indizes MDax Börsen-Chart zeigen und TecDax legten deutlich zu. Der MDax Börsen-Chart zeigender mittelgroßen Werte stieg um 1,3 Prozent und der Technologiewerte-Index TecDax kletterte um 1,6 Prozent. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen ging es um 0,97 Prozent aufwärts auf 3481 Punkte.

Wall Street startet klar im Plus

Die Erleichterung über den schwächer als erwartet wütenden Hurrikan "Irma" ist auch an der Wall Street deutlich zu spüren: So zogen am Montag alle wichtigen Aktienindizes um rund 1 Prozent an. Als Antrieb hinzu kam, dass Nordkorea am Samstag, dem Nationalfeiertag des Landes, keine neuen potenziellen Atomraketen getestet hatte.

Damit kletterte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen im frühen Handel um 0,93 Prozent auf 22.000 Punkte in die Höhe. Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es um 0,87 Prozent auf 2482,94 Punkte nach oben.

Der technologielastige Nasdaq 100 Börsen-Chart zeigen stieg um 1,25 Prozent auf 5987Punkte.

Irma zu Tropensturm herabgestuft

"Irma" treibt zwar weiter sein Unwesen in den USA und bleibt gefährlich, wurde inzwischen aber zu einem tropischen Sturm herabgestuft. Die aktuellen Schäden könnten sich letztlich auf weniger als 50 Milliarden US-Dollar belaufen statt auf fast 200 Milliarden Dollar wie zuvor erwartet worden sei, kommentierte ein Analyst.

Dementsprechend zählten Aktien von Versicherern zu den Gewinnern am US-Aktienmarkt. Die Papiere von The Travelers etwa hatten mit einem Plus von rund 3 Prozent die Nase vorn im Dow. Anteilsscheine des Kfz-Versicherers Progressive verteuerten sich um 2,27 Prozent.

Apple zeigt neues iPhone: Aktie nähert sich Rekordhoch

Zudem zogen die Aktien von Apple vor der Vorstellung des nächsten iPhones um mehr als 2 Prozent an und näherten sich ihrem Rekordhoch von 165 US-Dollar. Gut zehn Jahre nach dem Start der ersten iPhone-Generation wird erwartet, dass der IT-Konzern an diesem Dienstag ein Super-iPhone präsentiert. Der Bildschirm soll praktisch die gesamte Frontseite ausfüllen und statt der Entsperrung des Geräts per Fingerabdruck soll es nun das Gesicht seines Besitzers erkennen. Die Neuerungen sollen allerdings auch ihren Preis haben: Es wird über einen Startpreis bei 1000 Dollar spekuliert, woraus bei den üblichen Apple-Preisen in der Top-Konfiguration locker noch 200 Dollar mehr werden können.

Neuer Chef für Teva, Aktie springt

Außerhalb des Dow sprangen die Anteilsscheine von Teva um rund 17 Prozent nach oben. Der mit Problemen kämpfende weltgrößte Generika-Hersteller fand nach langer Suche endlich einen neuen Chef. Der erfahrene Pharmamanager Kare Schultz soll das Unternehmen mit Hauptsitz in Israel wieder auf Kurs bringen. Der Mutterkonzern des deutschen Generika-Herstellers Ratiopharm stand mehrere Monate ohne festen Chef da. Der vorherige Konzernlenker Erez Vigodman hatte das Unternehmen im Februar verlassen. Seither wurde es von Interimschef Yitzhak Peterburg geführt, der bis zum Eintreffen von Schultz auch weiterhin die Geschäfte leiten wird

Daimler unter Druck

Unter die Räder kamen dagegen Daimler-Papiere Börsen-Chart zeigen - sie landeten mit einem Abschlag von nahezu eineinhalb Prozent am Dax-Ende. Laut Börsianern belastete der Fokus beim Kapitalmarkttag auf die E-Mobilität die Anteilsscheine des Autobauers. Bis 2025 soll laut einer Präsentation der Stuttgarter bis zu einem Viertel des Umsatzes mit Elektrofahrzeugen erwirtschaftet werden. "Das bedeutet aber erst einmal Investitionen, Kosten und sinkende Margen", sagte ein Händler. Die Aktien der Konkurrenten BMW Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen waren dagegen unauffällig.

Aktien von Air Berlin steigen deutlich: Wöhrl bietet 500 Millionen Euro

Fernab der großen Indizes sprangen die Aktien der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin zeitweise um mehr als 15 Prozent an. Zuvor hatte sich Eurowings mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo grundsätzlich auf einen Tarifvertrag für das Personal von Air Berlin geeinigt, von der die Lufthansa-Tochter bis zu 90 Jets übernehmen will.

Hans Rudolf Wöhrl bietet bis zu eine halbe Milliarde Euro für die insolvente Air Berlin. Wöhrls Firma Intro teilte mit, der Luftfhart-Unternehmer habe am Sonntag per Fax ein entsprechendes Übernahmeangebot bei Air-Berlin-Sachwalter Lucas Flöther eingereicht.

Aixtron auf 3-Jahres-Hoch

Aixtron-Papiere erreichten mit mehr als 6 Prozent Kursaufschlag bei 10,36 Euro den höchsten Kurs seit fast drei Jahren. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung durch Oddo, die das Papier mit einem Kursziel von 11,50 Euro wieder in die Bewertung aufnahmen. Bereits in der vergangenen Woche hatte eine sehr positive Einschätzung der Deutschen Bank die Aktie beflügelt.

Euro gibt leicht nach - knapp unter 1,20 US-Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat zu Wochenbeginn leicht nachgegeben. Am Montagvormittag kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,1993 US-Dollar und damit etwas weniger als im asiatischen Handel. Zuletzt wurde die Marke von 1,20 Dollar wieder leicht übertroffen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,2060 Dollar festgesetzt.

Leicht belastet wurde der Euro zum Wochenstart durch Äußerungen von EZB-Direktor Benoit Coeure. Der Franzose wies in einem öffentlichen Auftritt auf die Gefahr hin, dass ein höherer Wechselkurs die Finanzbedingungen verschärfen könne, falls die Gründe für die Aufwertung außerhalb des Währungsraums zu finden seien. Zudem wiederholte Coeure eine Bemerkung von EZB-Präsident Mario Draghi von vergangener Woche, wonach die jüngsten Kursschwankungen des Euro eine "Quelle der Unsicherheit" seien, die beobachtet werden müssten.

Hintergrund der Äußerungen Draghis und Coeures ist die relative Stärke des Euro. Die Gemeinschaftswährung hat seit Jahresbeginn deutlich aufgewertet, insbesondere zum US-Dollar. Über teurere Exporte und günstigere Importe könnte dies die konjunkturelle Erholung im Euroraum gefährden sowie die Inflation noch weiter unter das Preisziel der EZB von knapp zwei Prozent fallen lassen. Die schwache Inflation ist der Hauptgrund für die extrem lockere Geldpolitik der EZB.

Dax-Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit

cr/dpa/rtr

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