Donnerstag, 30. Juni 2016

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Börse Draghi-Doping verdrängt China-Sorgen

Kaufen, was die Hände tragen: Das Wochenende nach Thanksgiving zählt für den Handel zu den umsatzstärksten in den USA

Der Dax hält sich über der 200-Tage-Linie. Börsianer warten auf weitere Hilfe durch EZB-Chef Draghi. An der Wall Street wird am heutigen "Black Friday" nur verkürzt gehandelt - aber umso mehr eingekauft.

Der Dax Börsen-Chart zeigen ist am Freitag nach einem schwächeren Start am Mittag ins Plus gedreht und hat damit seine Rally fortgesetzt.

Ein Kursrutsch an den chinesischen Börsen hatte europäische Aktienanleger am Freitag nur kurz verunsichert. Die Leitindizes der Börsen Shanghai und Shenzhen brachen um jeweils etwa 5,5 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seit den Turbulenzen im August. Ein Grund für den Kursrutsch waren die neuen Schritte der chinesischen Börsenaufsicht im Kampf gegen die Spekulationen auf Pump.

Anleger erwarten Hilfen der EZB

Die Hoffnung auf weitere EZB-Geldspritzen wog schwerer als die Turbulenzen in China und sorgte für neue Käufe. Hauptgesprächsthema auf dem Börsenparkett war allerdings die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche. Dann werden die Währungshüter voraussichtlich eine weitere Öffnung der Geldschleusen beschließen.

"Die Bullen scharren schon mit den Hufen beim Gedanken an das erwartete zusätzliche Liquiditäts-Doping", sagte Andreas Paciorek, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Im Börsenjargon werden Optimisten als Bullen bezeichnet.

Auf Wochensicht winkt dem Dax ein Kursplus von rund 2 Prozent, nachdem er an den vergangenen zwei Tagen deutlich von der Vorfreude auf eine weiter gelockerte Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) profitiert hatte.

Dax über 200-Tage-Linie

Zudem bewegt sich der Dax nun wieder über seiner 200-Tage-Linie, die laut Privatbank Donner & Reuschel zurzeit bei 11.077 Punkten verläuft. Die Linie gilt unter Charttechnikern als wichtige Markierung für den langfristigen Trend am Aktienmarkt.

Der Dax könnte nun endgültig in den langfristigen Aufwärtstrend zurückkehren, wenn er sich über der Marke von 11.250 Punkten zu halten vermag, so Donner & Reuschel.

Kursrutsch an chinesischen Börsen - Spekulation auf Pump eingedämmt

Ein erneuter Kursrutsch der chinesischen Börse hat außerdem Anleger am Freitag verunsichert. Die Börsen in Shanghai und Shenzhen büßten jeweils etwa 5,5 Prozent ein. Ein Grund für die Verkäufe waren die rückläufigen Gewinne der heimischen Unternehmen. Darüber hinaus zog die chinesische Börsenaufsicht Insidern zufolge die Zügel an : Sie dränge Brokerhäuser dazu, auf bestimmte Derivategeschäfte zur Finanzierung von Aktien-Deals zu verzichten. Damit soll die Börsenspekulation auf Pump eingedämmt werden.

Black Friday: Verkürzter Handel an der Wall Street

Auf der Unternehmens- und Konjunkturseite geht es zum Wochenschluss eher ruhig zu. Auch von der Wall Street dürften keine größeren Impulse kommen. Dort findet nach dem gestrigen Feiertag am heutigen "Black Friday" nur ein verkürzter Handel statt.

Kreise: Merck verkauft Allergiegeschäft

Die Aktien der Merck KGaA Börsen-Chart zeigen könnten am Freitag einen Blick wert sein. Der Pharma- und Chemiekonzern erwägt Kreisen zufolge den Verkauf seines Allergiegeschäfts. Der Schritt könnte dem Unternehmen etwa 600 Millionen Euro in die Kasse spülen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Allergiegeschäft zähle nicht zum Kerngeschäft von Merck nach der Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich.

Gewinnmitnahmen bei VW sich- Sattes Kursplus binnen einer Woche

Im Blick stehen erneut die Vorzugsaktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen , die am Freitag im frühen Handel um 2 Prozent auf 122 Euro nachgaben. Die Aktie hatte in dieser Woche zu einer rasanten Erholung angesetzt: Innerhalb der vergangenen 5 Handelstage hat die VW-Aktie rund 20 Prozent zugelegt.

Anlass für die Erholung: VW-Chef Matthias Müller hatte am Montag die Nachrüstung der vom Abgasskandal betroffenen Diesel-Fahrzeuge in Europa als "finanziell überschaubar" bezeichnet. Am Mittwoch lieferte VW Details: Die Nachrüstung der betroffenen Dieselmotoren soll durch den Einbau eines simplen Kunststoff-Bauteils zur Stabilisierung des Luftstroms erfolgen. Damit wäre die technische Lösung des Abgasproblems deutlich einfacher und günstiger als befürchtet. Eine so schlichte Lösung scheint vielen kaum vorstellbar - dennoch griffen Anleger nach der Präsentation der technischen Lösung erneut bei der VW-Aktie zu.

Euro unter 1,07 US-Dollar

Die Aussicht auf zusätzliche EZB-Anleihekäufe hievte den Bund-Future, der auf den zehnjährigen Bundestiteln basiert, zeitweise auf 158,52 Punkte. Damit lag er nur sechs Ticks unter seinem Sechs-Monats-Hoch von Ende Oktober. Im Gegenzug blieb der Euro mit 1,0607 Dollar weniger als einen halben US-Cent über seinem Siebeneinhalb-Monats-Tief vom Mittwoch.

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