Sonntag, 26. Juni 2016

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Börse Dax und Dow brechen weiter ein - Anleger fliehen

Dax-Crash: Die größten Verlierer im Dax
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REUTERS

Auch die zweite Börsenwoche 2016 ist tiefrot: Der Dax baut seine Verluste deutlich aus und fällt zeitweise unter die Marke von 9500 Zählern. An der Wall Street taucht der Dow Jones ebenfalls tief.

Anleger auf der Flucht: Der Dax Börsen-Chart zeigen baute am Freitag Nachmittag seine Verluste deutlich aus und notierte zeitweise mehr als 3 Prozent im Minus. Zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) notierte der Dax dann noch 2,5 Prozent schwächer bei 9545 Zählern. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex mehr als 1200 Punkte an Wert verloren, ein Minus von rund 11 Prozent.

Von den letztjährigen Tiefs im Sommer und Herbst ist der Dax Börsen-Chart zeigen nicht mehr weit entfernt. Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Aktienwerte büßte am Freitag 2,6 Prozent ein. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 3,5 Prozent abwärts.

Alle 30 Dax-Werte notierten im Minus - besonders unter Druck gerieten einmal mehr die Auto- und Energiewerte, die zu den größten Verlierern des noch jungen Börsenjahres gehören.

Auch an der Wall Street gingen Anleger erneut in Deckung: Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen gab bis zum Handelsschluss in Europa mehr als 350 Zähler (2,1 Prozent) ab und stürzte auf 16.015 Zähler.

Ölpreis fällt weiter - WTI stürzt um 5 Prozent

Parallel fiel der Preis für die US-Ölsorte WTI auf den tiefsten Stand seit 2003. Stark sinkende Ölpreise interpretieren Investoren auch als Ausdruck einer womöglich bevorstehenden Konjunkturschwäche. Vor allem die weiter sinkenden Ölpreise mahnten derzeit zur Vorsicht.

Kursrutsch 2016: Jeder Zweite verliert zweistellig

Dax im freien Fall: Der deutsche Leitindex fiel innerhalb der ersten zwei Handelswochen um mehr als 1000 Punkte, das ist ein Kursverlust von rund 10 Prozent. (Stand: Freitag 15. Januar, 12 Uhr). Damit sind die Gewinne des Vorjahres mehr als aufgebraucht. Seit seinem Hoch im April 2015 hat der Dax mehr als 20 Prozent an Wert verloren - ein Zeichen für einen Bärenmarkt. Die Unterschiede zwischen den Einzelwerten im Dax sind beträchtlich ...

Jeder zweite im Dax 30 notierte Konzern hat seit dem 4. Januar mehr als 10 Prozent an Wert nachgegeben. Einen so schwachen Jahresstart gab es in der Geschichte des Dax noch nie. Noch schlechter sieht die 12-Monats-Bilanz aus: Sieben Dax-Unternehmen haben seit Januar 2015 mehr als 20 Prozent nachgegeben. Vor allem Automobilwerte werden überrollt ...

BMW: Größter Dax-Verlierer seit Jahresbeginn ist die Aktie von BMW mit einem Minus von 20 Prozent (Stand 15.1.). Im Jahr 2015 hatten sich BMW-Aktionäre noch über ein Jahresplus von knapp 10 Prozent gefreut - doch die zweite Schockwelle aus China reißt die Papiere der deutschen Autobauer nun erneut in die Tiefe. Erfasst wurde auch ...

Daimler: Bei der Daimler-Aktie steht ein Minus von 16 Prozent seit Jahresbeginn zu Buche - gemeinsam mit Thyssen ist Daimler damit der drittschwächste Dax-Wert 2016, trotz der von Daimler-Chef Dieter Zetsche gestarteten Aufholjagd.

Volkswagen: Die VW-Aktie schien seit ihrem Kurssturz im Zuge des Abgas-Skandals wieder auf dem Weg der Erholung - doch seit Jahresbeginn hat die VW-Aktie wieder knapp 15 Prozent an Wert verloren. Da helfen auch neue Modelle wie der auf der CES in Las Vegas vorgestellte E-Bulli derzeit nicht. Die Verluste der vergangenen 12 Monate summieren sich bei VW inzwischen auf knapp 40 Prozent. Es ist auch ein Horror-Jahresstart für die Autozulieferer ...

Continental: Conti-Chef Elmar Degenhart wurde als einziger Dax-Chef unter die Top 10 der besten Konzernchefs weltweit gewählt - doch nun gerät auch die Conti-Aktie deutlich unter Druck. 15 Prozent Verlust seit Jahresanfang, damit steht Conti gemeinsam mit BMW, Daimler, VW und ThyssenKrupp in den Flop 5. Einige Dax-Schwergewichte sind inzwischen auf ein Mehrjahrestief gefallen ...

BASF auf Dreijahrestief: Das Chemie-Schwergewicht ist stark in Asien engagiert - und verlor aufgrund der Konjunktursorgen rund 12 Prozent seit Jahresbeginn. Mit rund 62 Euro fiel die BASF-Aktie auf den tiefsten Stand seit drei Jahren.

Deutsche Bank auf Siebenjahrestief: Aufräumer John Cryan hat für dieses Jahr schon mal die Dividende gestrichen. Die Aktie der Deutschen Bank hat seit Jahresbeginn 12 Prozent an Wert verloren und fiel am Freitag zeitweise unter die Marke von 20 Euro. Zuletzt hatte die Deutsche Bank im Frühjahr 2009 unter 20 Euro notiert. Noch düsterer sieht die 12-Monats-Bilanz im Dax aus: Sieben Dax-Werte haben seit Januar 2015 mehr als 20 Prozent an Wert verloren ...

Die beiden Energieversorger RWE (minus 56 Prozent) und Eon (minus 42 Prozent) sind seit Januar 2015 besonders stark eingebrochen. Doch auch Volkswagen (minus 39 Prozent) und ThyssenKrupp (minus 26 Prozent) kamen unter die Räder, ebenso wie ...

... die Bankenwerte. Die Aktien von Commerzbank (minus 24 Prozent) und Deutsche Bank (minus 21 Prozent) testen Mehrjahrestiefs - obwohl es derzeit keine akute Bankenkrise gibt wie nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008. Vergleichsweise stail halten sich in diesem Jahr die Münchener Rück und der Softwarehersteller SAP ...

Besser als der Rest: Der einzige Dax-Konzern, der seit Jahresbeginn weniger als 5 Prozent an Wert verloren hat, ist der Softwarehersteller SAP mit einem geradezu bescheidenen Verlust von "nur" 3 Prozent. Das sichert den Walldorfern bislang die Spitzenposition im Dax 2016. Doch zur Entwarnung gibt es keinen Grund, denn auch der Blick in die USA bereitet Sorge ...

Der US-Leitindex Dow Jones hat seit Jahresbeginn mehr als 1200 Punkte (7 Prozent) an Wert verloren, auch in den USA ist es der schwächste Jahresbeginn seit dem Krisenjahr 2008. Im Gegensatz zum Dax leidet der Dow Jones jedoch schon länger unter Schwäche ...

... am Absturz einzelner Börsen-Lieblinge wie Amazon. Die Aktie des Handelsriesen verlor in der ersten Handelswoche mehr als 10 Prozent an Wert - Anleger bringen Geld in Sicherheit, nachdem sich die Amazon-Aktie im Vorjahr mehr als verdoppelt hatte. Die Aktie des wertvollsten Konzerns der Welt, Apple, geriet unterdessen mit einem Minus von knapp 9 Prozent unter die Räder - ein Zeichen, dass sich auch viele Privatanleger von Aktien trennen. Grüne Vorzeichen ...

... gab es in Tokio. Dort wurde der Nikkei ebenfalls vom Sog der chinesischen Börsen erfasst. Der Nikkei 225 verlor seit Jahresbeginn knapp 10 Prozent. Während Anleger in Europa und USA rot sehen, werden an den asiatischen Börsen Abwärtstendenzen mit einem grünen Pfeil gekennzeichnet.

Es ist nicht nur China: Die Abwertung des Yuan sowie der Kurssturz in Shanghai und Shenzen zeigt, dass die Regierung in Peking keine Mittel hat, um die Abkühlung der Konjunktur sowie das Platzen der Börsenblase zu verhindern. Vor allem die exportorientierte deutsche Wirtschaft dürfte darunter leiden.

Auch bei den Rohstoffen geht der Ausverkauf weiter, die Ölpreise sind im freien Fall. Der Öl-Preis sackte in der ersten Handelswoche auf den tiefsten Stand seit April 2004 ab, ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent kostete unter 30 Dollar. Gründe sind ein Überangebot des Rohstoffs und die Erwartung einer schwächeren Konjunktur.


Nordseeöl und US-Leichtöl WTI verbilligten sich bis zum Nachmittag um über fünf Prozent auf je rund 29,30 Dollar je Fass (159 Liter) - dem niedrigsten Niveau seit rund zwölf Jahren. US-Daten belasteten zusätzlich. Unter anderem enttäuschte der Einzelhandelsumsatz im Dezember, der um 0,1 Prozent schrumpfte.

Doch auch aus der Industrie gab es neue Hiobsbotschaften: Die Stimmung im Großraum New York fiel auf den niedrigsten Stand seit März 2009. Im ganzen Land ging die Industrieproduktion im Dezember überraschend stark zurück. Damit würden Konjunktursorgen wohl verstärkt, erklärte Helaba-Analystin Viola Julien.

Euro etwas fester - Fed dürfte mit neuer Zinserhöhung warten

Der Euro stieg um etwa einen halben US-Cent auf 1,0980 Dollar, da viele Anleger vorerst nicht an weitere schnelle Zinserhöhungen in den USA setzten.

Anleger sehen in dem seit Monaten anhaltenden Verfall der Ölpreise ohnehin ein böses Omen für die Weltkonjunktur. Als Grund wird allgemein die hohe Überproduktion bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage genannt. Viele Börsianer vermuten hinter der Preisentwicklung auch politische Gründe. Am Freitag spekulierten die Anleger darauf, dass die Internationale Atombehörde dem Iran die Erfüllung der Bedingungen des Atomabkommens vom Sommer bescheinigen wird.

Damit sollten auch die Sanktionen des Westens, durch die sich die iranischen Ölexporte mehr als halbiert hatten, bald aufgehoben werden. Saudi-Arabien könnte nun versuchen, dem Iran durch einen Preiskampf die Rückgewinnung von Marktanteilen zu erschweren, schrieb Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch in einem Kommentar.

Kleiner Verfallstag sorgt für Schwankungen - Autowerte sehr schwach

Zu den größten Verlieren zählten europaweit auch die Autowerte: Renault und VW verloren 5,7 und knapp fünf Prozent. Am Vortag war Renault wegen des möglichen Verdachts auf Abgasmanipulation ins Rampenlicht geraten, VW leidet weiter unter dem Skandal und kann weniger Autos verkaufen als die Konkurrenz.

Zudem sorgte der anstehenden kleine Verfall von Optionen auf Aktien und Indizes für starke Kursbewegungen bei Einzelaktien. Da am Montag die US-Börsen wegen des Martin-Luther-King-Days geschlossen bleiben, dürften darüber hinaus viele US-Anleger ihre Verkäufe vorziehen, was zusätzlich auf den Kursen lasten könnte.

Zu den Verlierern im Dax zählten auch Infineon Börsen-Chart zeigen. Sie büßten zuletzt rund 3 Prozent ein, nachdem der US-Branchenkollege Intel Börsen-Chart zeigen mit der Prognose für das laufende Quartal enttäuscht hatte. Henkel-Papiere Börsen-Chart zeigen zählten mit einem Verlust von 0,1 Prozent noch zu den stärksten Werte im Dax.

Unsere Börsenseite: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit


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la/rei/ts/dpa-afx/Reuters

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