Donnerstag, 8. Dezember 2016

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Erholung an der Börse Dax und Dow klettern weiter - erlegt Draghi den Börsen-Bären?

Erholungsversuch: Nach der Dauertalfahrt zieht der Ölpreis am Freitag kräftig an und zieht die Aktienkurse mit nach oben

Ein wieder deutlich steigender Ölpreis sowie die Hoffnung auf weitere Geldspritzen der EZB und der Bank von Japan haben den Dax Börsen-Chart zeigen am Freitag weiter nach oben getrieben. Der Dax Börsen-Chart zeigen stieg bis zum Nachmittag um 2,3 Prozent auf 9785 Punkte. Auf Wochensicht winkt nun ein Plus von mehr als 2 Prozent, nachdem der deutsche Leitindex am Mittwoch noch neue Tiefs getestet hatte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen stieg um rund 2,5 Prozent.

Auch an der Wall Street legten die Indizes im frühen Handel deutlich zu, der Dow Jones Börsen-Chart zeigen kletterte um 1,2 Prozent auf 16.080 Punkte. Neben der Erholung der Ölpreise stützen vor allem die Spekulationen auf weitere Geldspritzen der EZB die Kurse: Anleger erwarten, dass EZB-Chef Mario Draghi bereits im März neue milliardenschwere Anleihekäufe zusagen könnte, um die Konjunktur anzukurbeln und den Börsen-Bären, also die pessimistische Grundstimmung an der Börse, wieder zu vertreiben.

Ölpreis und Draghi stützen die Kurse

In den letzten Wochen hatte der Ölpreisverfall immer wieder Sorgen um die Weltkonjunktur geweckt. Am Freitag nun preschten die Preise der beiden wichtigsten Rohölsorten WTI und Brent um rund 4 Prozent nach vorne.

Damit setzten Asiens Börsen zu einem Befreiungsschlag an. Besonders in Japan und Hongkong schossen die Kurse in die Höhe.

Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex seinen Erholungsversuch bereits durchgehalten und fast 2 Prozent gewonnen. Als Antrieb erwiesen sich Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik weiter lockern könnte.

"Noch keine Trendwende"

Marktanalyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke wollte jedoch noch nicht von einer Trendwende am Aktienmarkt sprechen. Immerhin hatte der Dax Börsen-Chart zeigen in einem verpatzten Jahresstart mehr als 12 Prozent verloren. Nach diesem starken Kursrückgang habe das Börsenbarometer aber gleichwohl nun endlich die erhoffte Reaktion nach oben gezeigt.

Auch Markus Huber vom Wertpapierhändler City of London Markets schlug etwas skeptische Töne an. Es bleibe abzuwarten, ob und wie lange reine Kommentare der EZB oder bestenfalls vage Aussichten auf weitere geldpolitische Lockerungen ausreichen, die Befürchtungen um eine Abschwächung der Weltkonjunktur zu verdrängen.

SAP nach endgültigen zahlen im Minus

Unter den Einzelwerten hierzulande standen die Papiere von SAP im Fokus. Der starke Schlussspurt des vergangenen Jahres macht Europas größten Softwarehersteller optimistischer für die Geschäfte über das laufende Jahr hinaus. Die Nachricht konnte die Stimmung für SAP-Aktien allerdings nur kurz aufhellen. Nach einem freundlichen Start verloren sie zuletzt gut 1,5 Prozent. Der Software-Konzern bewege sich mit seinen neuen Zielen lediglich im Rahmen der durchschnittlichen Markterwartung, meinten Händler. Damit sei die ersten Euphorie über die neuen Ziele des Konzerns schnell verflogen.

Vonovia an der Dax-Spitze - Immobilienwerte profitieren von niedrigen Zinsen

Ansonsten standen alle anderen Dax-Werte im Plus. Favorit waren die Aktien von Vonovia mit einem Gewinn von 6,61 Prozent. Im MDax Börsen-Chart zeigen hatten die Anteilsscheine von Deutsche Wohnen mit einem Aufschlag in ähnlicher Größenordnung die Nase vorn. Immobilienwerte profitieren besonders von der Aussicht auf weiter niedrige oder sogar fallende Zinsen im Euroraum, weil sie den Boom in der Branche weiter befeuern können.

Die Papiere der Lufthansa Börsen-Chart zeigen stiegen um rund 2 Prozent. Noch vor Beginn der Schlichtung hatten sich die Fluggesellschaft und die Gewerkschaft Ufo auf Tarifverträge zu Gehaltssteigerungen und zur Altersversorgung des Kabinenpersonals geeinigt.

Ölpreise beenden ihre Talfahrt - Aktien von Ölkonzernen ziehen an

Am Freitag zog der Preis für die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent Börsen-Chart zeigen aus der Nordsee allerdings um bis zu 6,3 Prozent auf 31,10 Dollar je Barrel (159 Liter) an. Auslöser der Rally war der Kälteeinbruch in den USA und Europa, der den Bedarf für Heizöl in die Höhe treibt. Darüber hinaus lösten zahlreiche Anleger ihre Wetten auf fallende Kurse auf, um ihre Verluste zu begrenzen, sagten Börsianer. Da das Angebot die Nachfrage aber bis auf weiteres übersteigen werde, sei dieses Kursplus aber nur ein Strohfeuer.

Leitindex in Moskau springt um mehr als 5 Prozent in die Höhe

Die Rally am Rohstoffmarkt schob die Ölwerte an: BP, Shell Börsen-Chart zeigen, Total Börsen-Chart zeigen, Statoil Börsen-Chart zeigen, OMV Börsen-Chart zeigen und Repsol Börsen-Chart zeigen gewannen bis zu 6,9 Prozent. In Russland, das stark von Energieexporten abhängig ist, legte der Moskauer Leitindex RTS 5,4 Prozent zu. Auch die Währung des Landes legte zu. Dollar und Euro verloren jeweils etwa vier Prozent zum Rubel.


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rei/la mit Nachrichtenagenturen

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