Samstag, 2. Juli 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Börse Dax-Anleger bleiben vorsichtig

Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit
Fotos
AP

Das Finale der griechischen Schuldenkrise wird auch in der neuen Woche den Verlauf des Dax bestimmen. Am Montag treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone - unklar ist, ob die griechischen Banken am Montag überhaupt öffnen.

Der drohende Staatsbankrott Griechenlands dürfte den Dax Börsen-Chart zeigen in der neuen Woche stark schwanken lassen. Die Lage spitzt sich zu, denn die Zeit für die Regierung in Athen wird knapp. Am 30. Juni sind Zahlungen in Milliardenhöhe fällig, außerdem endet dann das aktuelle Hilfsprogramm.

"Das Risiko eines griechischen Euro-Austritts ist gewachsen, wir sehen die Wahrscheinlichkeit nun bei 40 Prozent," sagt Helaba-Analyst Christian Apelt.

Alle Augen richten sich jetzt auf den für Montag geplanten Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone.EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte das Treffen auf höchster Ebene einberufen, nachdem Beratungen der Euro-Finanzminister in Luxemburg am Donnerstagabend kein Ergebnis brachten.

Starke Schwankungen - Dax verlor vier Wochen in Folge

"Es ist ein stetes Hoffen und Bangen", sagte ein Händler. Das nervöse Auf und Ab am deutschen Aktienmarkt dürfte sich daher fortsetzen. Binnen fünf Tagen verlor der Dax 1,4 Prozent auf 11.040 Zähler, der vierte Wochenverlust in Folge.

Zuspitzen könnte sich die Lage ab Montag auch durch einen möglichen "Bank-Run" der Griechen. Immer mehr räumen Geld von ihren Konten, um für eine mögliche Staatspleite gerüstet zu sein. Dies schürte Sorgen um die Liquidität der griechischen Banken.

Griechen räumen Konten leer - EZB in Alarmbereitschaft

01.07.2016 Mittel % Spanne %
Tagesgeld (5000 Euro) 0,27 0,00 - 1,10 Tagesgeld 5.000 €
Festgeld (12 Monate) 0,31 0,01 - 1,61 Festgeld 12 Monate
Sparbriefe (5 Jahre) 0,63 0,00 - 2,50 Sparbriefe 5 Jahre
Baugeld (10 Jahre) 1,20 0,89 - 1,54 Baugeld Eff.zins 10 J.
Ratenkredit (36 Monate) 4,91 2,93 - 10,49 Ratenkredite 36 M.
Girokonto (Dispokredit) 9,49 4,24 - 12,59 Dispozinsen
Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling rechnet unterdessen nicht damit, dass die griechischen Banken wegen des massiven Kapitalabflusses der vergangenen Tage zu Wochenbeginn geschlossen sein werden. Er gehe davon aus, dass die Institute in den nächsten Tagen ihre Schalter ohne Probleme öffnen, sagte Schelling im ORF am Sonntag.

Es sei wichtig, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den griechischen Geldhäusern Notfall-Liquidität bereitstelle, solange diese solvent seien. Denn keine Bank in Europa könne einen solchen Abzug von Einlagen verkraften, den es in Griechenland über die vergangenen Monate gegeben habe. Deswegen sei es wichtig, dass solche Hilfsprogramme so lange laufen wie möglich.

Reihe von Konjunkturdaten in Eurozone und in USA

Abseits des Hellas-Dramas stehen in der neuen Woche zahlreiche Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks auf der Agenda. Die Einkaufsmanagerindizes aus dem Euro-Raum (Dienstag) werden Anleger vor allem daraufhin abklopfen, ob die Wirtschaft weiter an Fahrt gewinnt. Analysten gehen allerdings nicht von einer starken Aufwärtsbewegung aus.

Ebenfalls Beachtung finden dürfte der Ifo-Index am Mittwoch - zuletzt hatte sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen erstmals seit Oktober leicht eingetrübt.

In den USA richtet sich die Aufmerksamkeit unter anderem auf die Auftragseingänge langlebiger Güter (Dienstag), das US-BIP (Mittwoch) wie auch auf die Zahlen zum US-Einkommen und zum Konsum (Donnerstag). Eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung gilt als Grundvoraussetzung für die geplante Zinswende.

Zuletzt hatte sich die US-Notenbank Fed noch nicht auf einen genauen Zeitpunkt für die erste Zinserhöhung festlegen wollen und die Wall Street damit gestützt. Der Dow-Jones-Index gewann auf Wochensicht 0,6 Prozent. Am Freitag ging den US-Börsen allerdings die Puste aus, da auch in den USA die Griechenlandkrise auf die Stimmung drückte.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,59 Prozent am Vortag auf 0,61 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,24 Prozent auf 138,36 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,38 Prozent auf 151,94 Zähler.

Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1299 (Donnerstag: 1,1404) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8850 (0,8769) Euro.

Alle relevanten News des Tages gratis auf Ihr Smartphone. Sichern Sie sich jetzt die neue kostenlose App von manager-magazin.de. Für Apple-Geräte hier und für Android-Geräte hier . Viel Vergnügen bei der Lektüre!

rei/la/ts/dpa-afx/reuters

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH