Sonntag, 4. Dezember 2016

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China-Crash belastet Dax stürzt und verliert Hälfte seiner Jahresgewinne

Absturz: In Shanghai verlor der CSI Index am Montag rund 7 Prozent an Wert. Der Dax baute daraufhin seine Verluste aus - die Hälfte der Vorjahresgewinne wurden binnen Stunden nahezu ausradiert

Knapp 10 Prozent hatte der Dax im Jahr 2015 zugelegt. Am ersten Handelstag 2016 ging es jedoch erst einmal kräftig abwärts - der Kurseinbruch in China sorgte für ein Beben an den Märkten.

Der Crash am chinesischen Aktienmarkt hat den europäischen Börsen den Start ins neue Jahr vermasselt. Der Dax Börsen-Chart zeigen legte den schlechtesten Jahresstart seit mehr als 25 Jahren hin. Der deutsche Leitindex sackte am Montag um 4,28 Prozent auf 10.283 Punkte ab. Das Tagestief lag bei 10.248 Punkten. "Wachstumssorgen in China und damit Absatzsorgen für deutsche Exporteure drücken die Stimmung am ersten Handelstag nach Neujahr gleich mal in den Keller", schrieb Marktexperte Daniel Saurenz vom Analysedienst Feingold Research.

An der Wall Street baute der Dow Jones Börsen-Chart zeigenzum Handelsschluss in Europa seine Verluste ebenfalls aus und fiel unter die Marke von 17.000 Punkten. Auch die anderen Indizes gaben deutlich nach. Für den Mittelwerteindex MDax ging es um 2,50 Prozent auf 20.256 Zähler nach unten, und der Technologiewerte-Index TecDax büßte rund 2 Prozent auf 1793 Punkte ein.

Vorausgegangen waren heftige Kursverluste in Asien, nachdem durchwachsene chinesische Industriedaten erneut Befürchtungen um die Wirtschaft geschürt hatten. Chinas Festlandbörsen fielen um 7 Prozent, bevor der Handel für den restlichen Tag ausgesetzt wurde.

Ölpreis zieht an - Spannungen im Iran

Zusätzlich gerieten die Kurse durch die jüngsten Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran unter Druck. Der Ölpreis zog deutlich an: Der Preis für ein Barrel Brent stieg um 2,44 Prozent auf über 38 Dollar. Auch der im Vergleich zu den letzten Wochen relativ starke Eurokurs drückte auf die Stimmung an den Börsen der Euro-Länder. Positive Daten zur Industriestimmung in der Eurozone konnten den Abwärtstrend ebenso wenig stoppen wie die überraschende Abschwächung der Jahresinflationsrate in Deutschland.

Verkaufsverbot in Shanghai läuft aus, Peking wertet Yuan ab

Hintergrund des Kursrutsches in China waren neue Zahlen, wonach sich die Lage in der verarbeitenden Industrie Chinas im Dezember erneut verschlechtert hat. Zudem wurden die Anleger dadurch verunsichert, dass bestimmte Stützungsmaßnahmen für den Aktienmarkt bald auslaufen sollen. Seit Juli ist es Anteilseignern, die mehr als 5 Prozent eines Unternehmens besitzen, verboten, ihre Aktien zu verkaufen. Dieses Verbot endet am Freitag.

Außerdem wertete China am Montag die eigene Währung gegenüber dem Dollar ab. Die Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 6,5032 Yuan zu einem Dollar fest. Erstmals seit mehr als viereinhalb Jahren war das Verhältnis damit schwächer als 6,5 Yuan zu einem Dollar.

Dax seit Silvester im Abwärtstrend

Bereits am letzten Handelstag des Jahres 2015 hatte der deutsche Leitindex bereits um mehr als 1 Prozent nachgegeben - auf Jahressicht blieb aber immerhin noch ein Gewinn von fast 10 Prozent. Damit hat der Dax den US-Leitindex Dow Jones deutlich abgehängt.

Fresenius und FMC stark unter Druck

Kein Wert im Dax beendete den Handel im Plus. Die Papiere der Lufthansa Börsen-Chart zeigen stemmten sich etwas gegen den Ausverkauf und gaben nur 0,62 Prozent nach. Die Airline hatte zuvor bekanntgegeben, dass sie 2016 mehr als 4000 neue Mitarbeiter einstellen will, vor allem bei der Billigtochter Eurowings. Einem Börsianer zufolge zeigt dies die Zuversicht der Airline.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten die Aktien der Versorger Eon und RWE Börsen-Chart zeigen, die mit einem Minus von rund 6 und 7 Prozent am Dax-Ende standen. FMC und Fresenius verloren jeweils rund 4 Prozent und 5,1 Prozent. Im Vorjahr hatten die Aktien der beiden Gesundheits-Konzerne zu den größten Gewinnern im Dax gehört. Anleger nahmen aufgrund der Kursschwäche zum Jahresstart Gewinne mit. Stärker als der Dax rutschten Autotitel ab. Die Aktien von Daimler Börsen-Chart zeigen, die Vorzüge von Volkswagen Börsen-Chart zeigen und die Papiere von BMW Börsen-Chart zeigen brachen zwischen 5 und 5,5 Prozent ein.

Adidas verkauft mehr in China

Unternehmensnachrichten zu Jahresbeginn waren am ersten Handelstag rar. Gute Nachrichten kamen von Adidas Börsen-Chart zeigen: Der Sportartikelhersteller hat 2015 in China so viel abgesetzt wie noch nie, wie Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer der "Süddeutschen Zeitung" sagte. Dass das Geschäft bei den Herzogenaurachern wieder rund läuft, hatte die Aktie 2015 zum Dax-Sieger mit einem Kursgewinn von rund 56 Prozent gemacht. Aktien von Adidas zählten am Montag mit Verlusten von 2,6 Prozent ebenfalls noch zu den besseren Titeln.

Unsere Börsenseite: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit


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rei/ts/la mit Agenturen

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