Montag, 10. Dezember 2018

Belastungen im Kerngeschäft BMW-Renditeziel wackelt auch 2019

Etwas flatterhaft: BMW rechnet mit weiteren Belastungen für das Ergebnis im kommenden Jahr

Der Autobauer BMW bereitet Investoren auf schwächere Gewinnmargen im kommenden Jahr vor. Bereits im laufenden Jahr rechnet BMW mit einer deutlich niedrigeren Rendite im Autogeschäft. Dafür gibt es Gründe.

Der Autobauer BMW Börsen-Chart zeigen könnte auch im kommenden Jahr sein Renditeziel im Kerngeschäft verfehlen. "Unser strategischer Renditeanspruch liegt nach wie vor bei 8 bis 10 Prozent", sagte Finanzchef Nicolas Peter am Montag vor Analysten in München. "Ob das 2019 gelingen wird, hängt von vielen Faktoren ab."

Wechselkurse und Rohstoffpreise entwickelten sich weiter negativ, sagte Peter. "Wir rechnen für 2019 mit Gegenwind im mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbereich." Für 2018 hat BMW bereits Belastungen in ähnlicher Höhe angekündigt. 2019 schlügen zudem Zölle zwischen den USA und China erstmals für ein volles Jahr zu Buche. Hier rechne das Management mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag an Zusatzbelastung.

BMW hatte bereits nach dem schwachen dritten Quartal davor gewarnt, dass sich die Belastungen beim Ergebnis auch ins kommende Jahr fortsetzen könnten.

Im laufenden Jahr wird BMW voraussichtlich zum ersten Mal seit dem Finanzkrisenjahr 2009 das Ziel der operativen Rendite von 8 bis 10 Prozent im Automobilbau nicht erreichen - im September hatte der Dax-Konzern daher die Ergebnisprognose kappen müssen und rechnet aktuell mit mindestens 7 Prozent Ebit-Marge in der Autosparte.

Dabei schlugen im laufenden Jahr Rabattschlachten vor der Umstellung auf die schärferen Abgasmessregeln WLTP, hohe Rückstellungen für Rückrufe und auch die internationalen Handelskonflikte ins Kontor. Zudem blieben die Kosten für neue Technologien wie Elektromotoren und autonomes Fahren sowie Belastungen durch Wechselkurseffekte und Rohstoffpreise hoch.

Um die Rendite zu stützen hatte BMW für dieses und das kommende Jahr die nach eigenen Angaben größte Modelloffensive seiner Geschichte angekündigt. "Einige wichtige, margenstarke Produkte laufen erst im Laufe des Jahres hoch." Daher werde sich der Schwung neuer Modelle 2019 noch nicht voll im Ergebnis widerspiegeln, dämpfte Peter die Erwartungen an neue Modelle wie die SUV-Typen X5 und X7.

rei/dpa/Reuters

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