Montag, 17. Dezember 2018

Neues Cyber-Investment kommt Krypto-Mining-Riese bereitet Börsengang vor  

Teilweise exorbitante Wertsteigerungen, dann aber auch immer wieder heftige Rückschläge sowie regelmäßige Berichte über Hackerangriffe, Betrügereien und ähnliches unseriöses Treiben - der Markt für Krypto-Währungen dürfte auf viele Investoren anziehend und abstoßend zugleich wirken. Vor allem im vergangenen Jahr machten Bitcoin und Co von sich reden, als die Kurse der Cybergelder mit drei- und vierstelligen Raten in die Höhe schossen. 2018 dagegen geht es in dem Sektor bislang vor allem abwärts.

Wer an einem Investment in die Krypto-Welt interessiert ist, bekommt womöglich bald eine weitere Gelegenheit, die weniger intransparent und riskant sein könnte, als der direkte Kauf von Krypto-Geld: In Hongkong hat die Firma Bitmain Technologies erstmals Einblick in ihre Bücher gewährt und damit ihr Interesse an einem Gang an die Aktienbörse unterstrichen, wie der Nachrichtendienst Bloomberg berichtet.

Bitmain wurde von den Milliardären Jihan Wu und Micree Zhan gegründet und gilt als einer der weltgrößten Player im Mining-Geschäft, der Erschaffung neuer Einheiten der Krypto-Währungen also. Das Unternehmen betreibt selbst Anlagen zum Mining von Krypto-Geldern. Den weitaus größten Teil seines Umsatzes macht Bitmain jedoch mit dem Verkauf von Geräten, die dafür benötigt werden.

Den Highlights zufolge, die Bloomberg aus den Bitmain-Unterlagen zitiert, handelt es sich um ein durchaus erfolgreiches Unternehmen - solange es mit dem Krypto-Markt aufwärts geht. So bezieht sich ein Teil der Zahlen auf die erste Hälfte des vergangenen Jahres, eine Zeit also, als am Krypto-Markt noch überschäumende Euphorie herrschte. Zu der Zeit

  • verneunfachte sich der Gewinn des Unternehmens auf 742,7 Millionen Dollar,
  • und verzehnfachte sich der Umsatz auf 2,8 Milliarden Dollar.

Darüber hinaus hielt Bitmain Ende Juni dieses Jahres ein Krypto-Vermögen in Höhe von 886,9 Millionen Dollar. Allerdings erlitt das Unternehmen in der ersten Hälfte 2018 auch einen Verlust von 102,7 Millionen Dollar.


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Insbesondere der Absturz der Krypto-Gelder im laufenden Jahr hat Zweifel am dauerhaften Erfolg von Bitmain aufgeworfen, so Bloomberg. Allein der Bitcoin, die bekannteste Cyber-Währung, hat seit dem Höhepunkt im Dezember etwa zwei Drittel seines Wertes verloren. Aktuell notiert ein Bitcoin bei weniger als 6500 Dollar, nachdem er im vergangenen Jahr auf bis zu rund 20.000 Dollar geklettert war.

Für Bitmain bedeutet diese Marktentwicklung Druck in beiden Geschäftsfeldern: Das Mining ist weniger profitabel, und der Verkauf des dafür notwendigen Equipments, der immerhin beinahe 95 Prozent der Umsätze des Unternehmens ausmacht, stößt auf eine sinkende Nachfrage.

Hinzu kommt, dass auch der Wettbewerb in der Mining-Branche intensiver wird, wie Bloomberg schreibt. Wettbewerber wie Canaan Inc. oder Ebang International Holdings etwa stehen demnach ebenfalls bereits in den Startlöchern für eigene Börsengänge. Und das zu einer Zeit, in der es an den asiatischen Aktienbörsen mit den Kursen ebenfalls eher abwärts geht.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Das Fazit fällt daher gemischt aus: Das IPO von Bitmain könnte zum Test werden, ob Investoren dem Geschäft mit Krypto-Geldern auf Dauer trauen, oder ob sie es lediglich für ein flüchtiges Phänomen halten. Gleichzeitig könnte der Börsengang allerdings auch dazu beitragen, das Image dieses Nischenmarktes zu verbessern und ein Stück mehr Transparenz hineinzubringen.

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