07.12.2017

Kryptowährung geht steil - und stürzt

Bitcoin stürzt um 2000 Dollar binnen weniger Minuten

rei / la mit Nachrichtenagenturen

AFP

Bitcoin-Blase: Der Kurs der Kryptowährung stieg am Donnerstag zeitweise über die Marke von 16.000 Dollar - dann nahmen Investoren Geld vom Tisch

Die wilde Kryptogeld-Party geht weiter: Der Kurs des Bitcoin übersprang am Donnerstag gleich drei Tausender-Marken. Doch dann nahmen Bitcoin-Glücksritter Geld vom Tisch - die Schwankungen sind extrem.

Der Bitcoin knackt eine Rekordmarke nach der nächsten, die Kursschwankungen werden dabei immer extremer. Am Donnerstag knackte der Bitcoin-Kurs gleich drei 1000er-Marken hintereinander und stieg zeitweise über die Marke von 16.000 Dollar. Doch ebenso rasch ging es auch wieder nach unten: Am Donnerstag Abend fiel der Kurs der Kryptowährung binnen weniger Minuten um rund 2000 Dollar.

Die Schwankungen und das Tempo des Kursanstiegs stellt auch erfahrene Daytrader auf eine Nervenprobe - und wird für Privatanleger zu einem unkalkulierbaren Glücksspiel. Das zeigt der Kursverlauf der vergangenen zwei Handelstage. Der Kurs des Bitcoin war erst in der Nacht zum Mittwoch erstmals über die Marke von 12.000 US-Dollar gestiegen. Am Mittwoch Abend knackte der Bitcoin-Kurs bereits die nächste Tausender-Marke und kletterte über 13.000 Dollar.

In der Nacht zu Donnerstag (MEZ) katapultierten Spekulanten die Kryptowährung dann noch höher: Am Donnerstagmorgen wurde eine Einheit der Digitalwährung über 14.000 US-Dollar gehandelt.

Am Donnerstag Mittag notierte der Bitcoin bereits über 15.000 US-Dollar und hat damit binnen 36 Stunden insgesamt 4 Tausender-Marken geknackt. Am Donnerstag Nachmittag kletterte der Bitcoin auf einigen Handelsplattformen bereits über die Marke von 16.000 US-Dollar. Der Kurszuwachs in den vergangenen 36 Stunden betrug zeitweise mehr als 4000 US-Dollar.

Doch am Donnerstag Abend setzten dann die ersten stärkeren Gewinnmitnahmen ein. Nach einem Anstieg von rund 4000 Dollar binnen 36 Stunden nahmen die ersten Spekulanten Geld vom Tisch - und ließen den Kurs der Digitalwährung wieder binnen weniger Minuten unter die Marke von 15.000 US-Dollar fallen.

"Ein klassischer, blinder Kaufrausch", kommentierte ein Händler. "Jeder will dabei sein, niemand achtet mehr auf Risiken."

4000 Dollar Kurszuwachs in 36 Stunden

AFP

Michael Poutre

Er war kurzzeitig reicher als Steven Spielberg: Michael Poutre wurde dank Bitcoin mit seiner unbekannten Firma zum Milliardär – zumindest auf dem Papier. Sein Vermögen betrug auf dem Höhepunkt 3,9 Milliarden Dollar und übertraf damit laut Forbes-Ranking das des Regisseurs und Produzenten. Poutre hält zwanzig Prozent an der Krypto-Beratungsfirma Crypto Co., deren Chef er gleichzeitig ist.

Das Unternehmen bietet technische Hilfsmittel und Beratung in den Feldern Blockchain-Technologie und Digitalwährungen. Im Zuge des Bitcoin-Booms gehört Crypto Co. zu den großen Gewinnern, weil Investoren nach allem zu greifen scheinen, das mit der Digitalwährung in Verbindung steht.

Die Marktbewertung des Startups schoss Mitte Dezember 2017 auf einen Höhepunkt von 12,6 Milliarden Dollar. Später gab der Kurs zwar wieder nach, aber der kurzzeitige Boom machte die erst 2017 gegründete Crypto Co. aus Malibu auf einen Schlag bekannt.

DPA; youtube/BBC

Satoshi Nakamoto/Craig Steven Wright

Satoshi Nakamoto gilt als Erfinder des Bitcoin. Allerdings weiß bisher niemand, wer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt. Der Australische Informatiker Craig Steven Wright gab sich im Mai 2016 als Nakamoto zu erkennen, allerdings zweifeln viele Bitcoin-Experten dies an.

Das Bitcoin-System wurde erstmals 2008 in einem Dokument beschrieben. Der Bitcoin ist seit dem 3. Januar 2009 als erste Digitalwährung im Umlauf. Insgesamt lassen sich 21 Millionen Bitcoins erstellen, dann ist Schluss. Mit dieser Maßnahme soll die Währung vor Inflation geschützt werden. Experten schätzen, dass dieser Zeitpunkt um das Jahr 2030 erreicht wird.

Bloomberg via Getty Images

Vitalik Buterin

Der gebürtige Russe Vitalik Buterin ist mit seinen Eltern im Jahr 2000 nach Kanada ausgewandert. Damals war er sechs Jahre alt. 2012 gründete er gemeinsam mit Mihai Alisie das "Bitcoin-Magazine". Später verließe er die Universität, um an Kryptowährungen zu arbeiten.

Mit 19 Jahren entwickelte Buterin die Code-Plattform Ethereum und die zugehörige Digitalwährung Ether. Etherum ist laut dem Branchendienst Coinmarketcap.com nach Bitcoin die zweitwertvollste Kryptowährung.

REUTERS

Tyler (l.) und Cameron Winklevoss

Ja, die Winklevoss-Zwillinge von Facebook: Sie hatten Gründer Mark Zuckerberg wegen Ideenklaus verklagt. In einem Vergleich erstritten sie 20 Millionen Dollar und Aktienanteile an dem sozialen Netzwerk im damaligen Wert von 45 Millionen Dollar. Tyler und Cameron Winklevoss haben eigenen Angaben zufolge 2012 das erste Mal von der Digitalwährung gehört und sich an der Bitcoin-Börse Bitinstant beteiligt, die 2013 geschlossen wurde. Ein Jahr später hätten sie bereits 120.000 Bitcoins besessen und schmiedeten Pläne für eine eigene Handelsplattform.

Mit Gemini wollten sie die ersten sein, die eine Bitcoin-Börse in den USA starten, doch Coinbase kam den Zwillingen im Januar 2015 zuvor. Im Oktober desselben Jahres bekamen sie dann doch die erforderliche Genehmigung. Inzwischen expandiert Gemini auch nach Europa. Die Zwillinge wollten zudem einen Bitcoin ETF auflegen, um in die Währung investieren zu können, ohne sie zu besitzen. Bisher scheiterten sie aber an den Aufsichtsbehörden.

Die beiden sollen einem Medienbericht zufolge als erste öffentlich bekannte Investoren Anfang Dezember 2017 zu Bitcoin-Milliardären geworden sein. Demnach sollen sie 2013 rund 11 Millionen Dollar in die Währung investiert haben, die damals 120 Dollar pro Stück kostete. Anfang Dezember betrug der Kurs zeitweise 11.000 Dollar pro Bitcoin.

Bloomberg via Getty Images

Roger Ver

Der gebürtige US-Amerikaner Roger Ver ist ebenfalls ein sehr früher Investor in Bitcoin. Bereits Anfang 2011 steckte er sein Geld in die Währung. In der Folge investierte er in mehrere Bitcoin-Startups, darunter die Handelsplattformen Bitinstant, Ripple und Kraken sowie den Dienstleister Blockchain.info.

Seine eigene Firma Memorydealers, mit der Ver zum Millionär wurde, gehörte zu den ersten, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptierte. Das Unternehmen vertreibt Computerteile. Später gründete Ver den Bitcoin-Store, der Tausende Produkte anbot, die mit Bitcoins bezahlt werden können. Seine Lobbyarbeit für die Digitalwährung brachte Ver den Ruf eines Bitcoin-Jesus ein. Er setzte sich stark für die Bitcoin-Abspaltung Bitcoin-Cash ein.

REUTERS

Charlie Shrem

Charlie Shrem gründete 2011 gemeinsam mit Gareth Nelson die Bitcoin-Börse Bitinstant. Ihnen dauerte die Transaktionszeit bei anderen Börsen zu lange und sie entwickelten ein nutzerfreundlicheres System. Im Juli 2013 wurde die Handelsplattform eingestellt. Auf dem Höhepunkt 2013 wickelte Bitinstant rund 30 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen ab. Shrem war auch Gründungsmitglied der Bitcoin Foundation.

Shrem wurde Anfang 2014 wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit der Darknet-Handelsplattform Silk Road verhaftet und zu zwei Jahren Haft verurteilt. Rund ein dreiviertel Jahr nach seiner Freilassung fing er im Mai 2017 als Verantwortlicher für die Geschäftsentwicklung bei Jaxx an. Das Unternehmen stellt Nutzern virtuelle Geldbörsen für Kryptowährungen zur Verfügung.

DPA

Gavin Andresen

Der Programmierer Gavin Andresen entwickelte bereits 2010 Produkte für den Bitcoin-Markt. 2011 wurde er von Satoshi Nakamoto zu seinem Nachfolger als führender Entwickler der Bitcoin Client-Software Bitcoin Core bestimmt. 2012 gründete Andresen mit Gleichgesinnten die Nonprofit-Organisation Bitcoin-Foundation, die die Entwicklung der Bitcoin-Software vorantreiben und den Einsatz der Währung fördern sollte.

Bis 2014 war Andresen als Chefentwickler tätig. Sein Nachfolger wurde Wladimir J. van der Laan. Andresen gehörte zu denjenigen, die im November 2016 Craig Steven Wright als Satoshi Nakamoto identifizierten, später distanzierte er sich aber von seinen Aussagen. Seit Mitte 2016 hat Andresen nicht mehr an Bitcoin Core gearbeitet.

REUTERS

Mark Karpelès

Der französische Informatiker mit Wohnsitz in Japan übernahm 2011 mit seinem Unternehmen Tibanne rund 90 Prozent an der Bitcoin-Handelsplattform Mt. Gox von Jed McCaleb. Mark Karpelès gehört ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern der Bitcoin-Foundation.

Karpelès stand im Mittelpunkt des bis dahin größten Bitcoin-Skandals: Mt. Gox hatte sich schnell zu einer der größten Handelsplattformen für die Digitalwährung entwickelt. Zeitweise wurde weit mehr als die Hälfte des weltweiten Handelsvolumens über Mt. Gox abgewickelt. Im Sommer 2011 konnten Hacker aufgrund einer Sicherheitslücke Bitcoins von Hunderten Nutzerkonten stehlen. Zugleich wurden 400.000 Bitcoin vermisst.

In den folgenden Jahren kam es auf Mt. Gox immer wieder zur Aussetzung des Handels und von Auszahlungen. Im Februar 2014 kam dann das Aus: Anfang des Monats wurden keine Abhebungen mehr zugelassen. Ende des Monats war die Website nicht mehr erreichbar und am 28. stellte Mt. Gox in Japan einen Antrag auf Gläubigerschutz. Das Unternehmen meldete den Verlust von 100.000 Bitcoins sowie von Kundeneinlagen in Höhe von 750.000 Bitcoins. Später reduzierte sich der Verlust auf 650.000 Bitcoins. Die japanische Polizei warf dem Unternehmen vor, dass 643.000 Bitcoins von unbekannten Insidern unterschlagen worden seien. Karpelès saß in Japan mehr als ein Jahr lang in Haft.

AFP

Bobby Lee

BTC China war die erste und zeitweise größte Bitcoin-Börse des Landes. Sie wurde 2011 gegründet und hatte ihren Sitz in Schanghai. Zeitweise war BTC China die weltweit zweitgrößte Handelsplattform für die Digitalwährung. Nachdem die chinesischen Regulierungsbehörden den Handel mit Bitcoin untersagt hatten, stellte BTC China den Handel in der Landeswährung Ende September 2017 ein.

Seitdem konzentriert sich das in BTCC umbenannte Unternehmen auf das Bitcoin-Mining und handelt Bitcoin in internationalen Währungen. BTCC hat auch die Geldbörsen-App Mobi entwickelt, die mehr als hundert Währungen unterstützt. Bobby Lee wirbt auf Vorträgen für die Akzeptanz der Digitalwährung.

imago/AFLO

Jesse Powell

Jesse Powell hat die Bitcoin-Börse Kraken 2011 gegründet und agiert als Geschäftsführer. Das Unternehmen hat seinen Sitz in San Francisco, operiert aber hauptsächlich in Europa. Kraken hat mit dem Kauf der kleineren Handelsplattform Coinsetter Anfang 2016 die bis dahin größte Übernahme in der Bitcoin-Sphäre getätigt. Es folgten Cavirtex und CleverCoin sowie der Bitcoin-Dienstleister Glidera im gleichen Jahr. Glidera ermöglicht es Webentwicklern, Bitcoin-Handel in ihre Seiten zu integrieren.

Anfang März 2017 setzte Kraken die Konsolidierung fort und übernahm die Schweizer Handelsplattform Cryptowatch. Der studierte Philosoph Powell hatte im Oktober 2001 Lewt mitgegründet. Das Unternehmen handelte mit virtuellen Waren in Computerspielen. Im Jahr 2011 sprang Powell Mt. Gox nach dem ersten Sicherheitsleck zur Seite und kam so auf die Idee, eine eigene Handelsplattform zu gründen.

youtube/Stellar.org Foundation

Jed McCaleb

Jed McCaleb ist ein Seriengründer. Er erfand 2000 mit eDonkey eines der größten Filesharing-Netze der 2000er-Jahre. Im Juli 2010 startete McCaleb die Bitcoin-Börse Mt. Gox. Im März 2011 verkaufte er Mt. Gox an Karpelès. Ihm fehle es an der Zeit für die Weiterentwicklung der Plattform, sagte er damals. Im gleichen Jahr gründete McCaleb Ripple. Ripple ist Coinmarketcap.com zufolge die nach Marktbewertung viertgrößte Digitalwährung.

Im Sommer 2013 verließ McCaleb Ripple nach Meinungsverschiedenheiten wieder. Später kam es zu einem Rechtsstreit wegen Vertragsverletzungen. Im Juli 2014 gründete der Programmierer Stellar. Das Unternehmen ermöglicht internationale Geldtransfers per Blockchain.

youtube/MPE.tv

Justyna Laskowska

Justyna Laskowska ist die Marketingverantwortliche der polnischen Bitcon-Handelsplattform BitBay. Bitbay wurde 2014 einen Monat nach dem Bankrott von Mt. Gox gegründet.

Die 1994 geborene Laskowska ist das Aushängeschild der eigenen Angaben zufolge größten Handelsplattform für Digitalwährungen in Europa. Bitbay ist Mitglied der Bitcoin Embassy in Amsterdam und damit ein wichtiger Teil der europäischen Bitcoin-Community. Auf Bitbay kann unter anderem mit Litecoin und Ethereum gehandelt werden.

Chamber of Digital Commerce

Perianne M. Boring

Perianne Boring ist die Gründerin und Leiterin des Chamber of Digital Commerce in Washington. Das Chamber of Digital Commerce wurde im Juli 2014 eröffnet, um eine Schnittstelle zwischen Politik und der wachsenden Blockchain-Industrie zu bilden. Die Interessensvertretung will die Technologie vorantreiben und die Akzeptanz von Blockchain-Anwendungen fördern.

Die in Florida aufgewachsene Boring arbeitete zuvor als Analystin und Moderatorin und betrieb den Blog "Boring Bitcoin Report". Zudem schreibt sie bei "Forbes" die Kolumne "The Beauty of the Blockchain".

AP

Blythe Masters

Die Investmentbankerin Blythe Masters war von 2004 bis 2009 Finanzchefin der Investmentsparte von JPMorgan. Dort verantwortete sie die Einführung der Credit Default Swaps, die in der Hypothekenkrise 2008 eine wichtige Rolle spielten. Später führte die 1969 in England geborene Masters die Sparte Global Commodities und war Mitglied im Vorstand.

Masters erkannte das Potenzial der Blockchain-Technologie und verließ 2014 nach 27 Jahren JPMorgan. Sie stieg als CEO beim Startup Digital Asset Holdings ein. Zu den Geldgebern gehört auch ihr ehemaliger Arbeitgeber. Digital Asset entwickelt Bankysteme auf Basis der Blockchain-Technologie. Seit 2015 ist Masters Beiratsvorsitzende des Chamber of Digital Commerce.

Bitcoin-Wahn und Kaufpanik lassen sich auch an der Geschwindigkeit des Kursanstiegs ablesen: Um von 12.000 auf 13.000 Dollar zu springen, hatte der Bitcoin-Kurs rund 17 Stunden gebraucht. Für den Sprung von 13.000 auf 14.000 Dollar benötigte die Digitalwährung nur noch 3 Stunden. Und nur wenige Stunden später kletterte die Digitalwährung bereits über die Marken von 15.000 und 16.000 US-Dollar.

Als Grund für den jüngsten Kurssprung gilt die baldige Einführung von Terminkontrakten auf Bitcoins - und statt Gewinne mitzunehmen, springen immer mehr Investoren ungeachtet der Risiken auf den springenden Zug.

Mit der Einführung von Terminkontrakten stößt die Digitalwährung in das traditionelle Finanzgeschäft vor. In der Branche ist das umstritten. Der Interessenverband "Futures Industry Association" kritisiert, die Regulierer hätten zu schnell und ohne intensive Diskussionen ihre Zustimmung erteilt.

Nur nichts verpassen: Warum "FOMO"-Investoren jetzt noch Bitcoin kaufen

Vergangenen Freitag hatte die US-Behörde CFTC grünes Licht für Bitcoin-Futures gegeben. Die US-Börse CBOE will Ende der Woche den ersten Bitcoin-Future in den Handel bringen, eine Woche später will die Chicago Mercantile Exchange (CME) folgen. Auch bei der japanischen Tokyo Financial Exchange wird über die Einführung eines Bitcoin-Futures nachgedacht.

Versuch der Angleichung an andere Anlageformen

Durch den Start der Terminkontrakte werden Bitcoins für institutionelle Investoren besser handelbar. Einerseits können diese sich gegen künftige Preisschwankungen absichern. Andererseits kann aber auch auf Kursentwicklungen spekuliert werden. Für Neil Wilson von ETX Capital stellt die Einführung von Terminkontrakten den Versuch dar, den Bitcoin anderen Anlageformen anzugleichen. Das dürfte nicht unbedingt im Sinne aller Bitcoin-Fans sein, denn viele von ihnen sehen in der Digitalwährung vor allem eine Alternative zu den klassischen Währungen.

Die Blase ihres Lebens: Eine Berliner WG im Goldrausch

Zu Jahresbeginn stand der Wert des Bitcoin noch bei 1000 Dollar. Seither ist er auf einer rasanten Rekordjagd, die sich in den vergangenen Monaten zunehmend beschleunigt hat und mit teils hohen Kursschwankungen einhergeht. Unter anderem Notenbanker warnen vor der Unberechenbarkeit der Digitalwährung. Zuletzt bezeichnete zudem der Chef des nordeuropäischen Bankkonzerns Nordea, Casper von Koskull, den Bitcoin als "absurde" Konstruktion, die jeder Logik widerspreche.

"Es herrscht die pure Gier"

AP

"Es wäre vielleicht unklug, virtuelle Währungen abzutun. In mancher Hinsicht könnten sie existierenden Währungen und der Geldpolitik den Garaus machen. Bürger könnten sie eines Tages vorziehen, weil sie besonders in entlegenen Gegenden leichter und sicherer zu bekommen wären als Bargeld."

Christine Lagarde, Generalsekretärin des Internationalen Währungsfonds, im Oktober 2017 - als eine der wenigen positiven Stimmen zu Bitcoin in der Finanzwelt

"Mir ist Bitcoin im Moment zu teuer."

Christine Lagarde, im Oktober 2017

REUTERS

"Es ist eine Blase, gar keine Frage... es ist ein Prachtexemplar einer Blase. Als Währung wäre es eine Rückkehr ins dunkle Zeitalter."

Robert Shiller, Ökonom und Experte für Finanzblasen, Januar 2014

"Ich bin nicht so negativ eingestellt, wie es scheint. Wie jede Blase, wird diese von einer Story angetrieben. Wir haben eine neue Form von Geld, was extrem revolutionär klingt, mit einer sehr cleveren Nutzung von Kryptographie, die zu verstehen man den ganzen Nachmittag brauchen kann. Das treibt den Markt, keine Fundamentaldaten. Fundamental ist das keine wichtige Sache, dieses Bitcoin."

Robert Shiller, 6. September 2017

AFP

"Bitcoin ist Betrug. Es ist nicht echt. Schlimmer als Tulpenzwiebeln." (die Spekulation im Holland des 17. Jahrhunderts) "Wer mit Bitcoin handelt, den schmeiße ich binnen Sekunden raus."

Jamie Dimon, Chef von JPMorgan Chase, 12. September 2017

"Ich würde das nicht oben auf die Liste der wichtigen Dingen in der Welt setzen. Aber ich werde nicht mehr über Bitcoin sprechen."

Jamie Dimon, 12. Oktober 2017

"Wenn Sie verrückt genug sind es zu kaufen, werden Sie dafür einiges Tages den Preis bezahlen. Der einzige Wert von Bitcoin ist, was jemand anderes dafür zu zahlen bereit ist."

Jamie Dimon, 13. Oktober 2017

AP/dpa

"Bitcoins sind doch überhaupt keine Alternative zu unserem Geld. Sie sind als Zahlungsmittel ein absolutes Nischenprodukt. Versuchen Sie einmal, ihren Samstagseinkauf mit Bitcoins zu bezahlen."

Bundesbankpräsident Jens Weidmann, Dezember 2013

AFP

"Die Leute unterschätzen Bitcoin etwas. Es ist eine Reservewährung wie Gold, einfach ein Wertaufbewahrungsmittel. Man braucht es nicht für Zahlungen zu benutzen. Wenn Bitcoin zur Cyber-Variante von Gold wird, hat es noch großes Potenzial. Es ist sogar noch schwieriger zu schürfen als Gold."

Peter Thiel, Silicon-Valley-Investor, 26. Oktober 2017

AP

"Bitcoin wirft zwei verschiedene Fragen auf: Ist es tragfähig? Und wenn ja, trägt es zum Gemeinwohl bei? Meine Antworten sind: wahrscheinlich nein, und definitiv nein. Bitcoin mag der Traum von Libertären sein, ist aber eine ernste Sorge für jeden, der öffentliche Politik als notwendige Ergänzung zur Marktwirtschaft sieht. Es wird zu oft für Steuerflucht und Geldwäsche genutzt. Und wie könnten Zentralbanken antizyklische Geldpolitik in einer Welt privater Kryptowährungen betreiben?"

Jean Tirole, Ökonom, 30. November 2017

AFP

"Ich liebe es, wie neue Technologie unser Leben einfacher macht. Bitcoin vereint meine Fans rund um die Welt, indem sie nur eine Währung benutzen."

Ex-Spice-Girl Mel B, angeblich die erste Musikerin, die Bitcoin akzeptierte, Dezember 2013

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"Bitcoin zeigt nur, wie viel Nachfrage nach Geldwäsche es in der Welt gibt. Das ist alles."

Larry Fink, Chef der weltgrößten Vermögensverwaltung Blackrock, 13. Oktober 2017

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"Es wird nützlich für legale und illegale Transaktionen. Man braucht eine Brücke von legal zu illegal. Manche Dinge sollten vielleicht nicht illegal sein."

Elon Musk, Tesla-Chef, Oktober 2014

"Stimmt nicht." (zu Gerüchten, er sei Bitcoin-Schöpfer Satoshi Nakamoto) "Ein Freund hat mir vor Jahren mal den Bruchteil eines Bitcoins gesendet, aber ich weiß nicht, wo der ist."

Elon Musk, 28. November 2017

AP

"Bitcoin sollte verboten werden. Es dient keinem nützlichen gesellschaftlichen Zweck."

Joseph Stiglitz, Ökonom, 29. November 2017

DPA

"Bitcoin ist böse."

Paul Krugman, Ökonom, Dezember 2013

AP

"Das große Ding an Bitcoin ist: Wenn wir uns gegenseitig anonym überwachen können, brauchen wir uns nicht über Big Brother zu sorgen. Dieselbe Infrastruktur, die Bitcoin geschaffen hat, könnte zum Wohl der Massen in der Sicherheitsindustrie genutzt werden."

Ashton Kutcher, Schauspieler, Mai 2013

Fahad Shadeed / REUTERS

"Es macht einfach keinen Sinn. Dieses Ding ist nicht reguliert, nicht unter Kontrolle, nicht unter Aufsicht irgendeiner Zentralbank. Ich glaube einfach nicht an dieses Bitcoin-Ding. Es wird eines Tages implodieren. Hier wird ein neues Enron gemacht." (der große Bilanzskandal des Jahres 2001)

Alwaleed bin Talal, saudi-arabischer Prinz und Eigentümer der Kingdom Holding, 23. Oktober 2017 (vor seinem Arrest)

REUTERS

"Kryptowährungen spielen heute keine Rolle. Sie sind einfach ncht groß genug."

Jerome Powell, designiert als nächster Präsident der US-Zentralbank Federal Reserve, 28. November 2017

REUTERS

"Ich rede nicht über Bitcoin oder eine Cyber-Währung, aber die Technologie dahinter kann Vertrauen und Effizienz in den Austausch von allem möglichen bringen. Die Blockchain wird für Transaktionen tun, was das Internet für Informationen getan hat."

IBM-Chefin Ginny Rometty, Juni 2017

DPA

"Man kann Bitcoin nicht bewerten, weil es keinen Wert produziert."

Warren Buffett, Investor, 29. Oktober 2017

AFP

"Bei allem Neuen haben die Leute große Erwartungen und auch große Unsicherheit. Aktuell denken wir, was Bitcoin und Kryptowährungen angeht, ist die Technologie noch nicht reif genug für unsere Beachtung."

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, 15. Oktober 2017

REUTERS

"Meiden Sie Bitcoin wie die Pest. Habe ich mich klar ausgedrückt? Anleihen haben einen Zinskupon, Aktien haben Gewinne und Dividenden, Gold hat nichts. Es gibt nichts, was Bitcoin stützt, außer die Hoffnung, dass sie es an jemanden für mehr verkaufen können, als Sie dafür gezahlt haben. Verrückt. Bitcoin kann noch auf 20.000 Dollar steigen, aber das würde nicht beweisen, dass ich falsch liege."

John Bogle, Gründer der Fondsgesellschaft Vanguard, 28. November 2017

"Der Run auf die Währung ist nur noch mit blanker Gier zu erklären. Jeder will mitzocken - die Absturzrisiken werden komplett ausgeblendet", sagte ein Händler. "Wer jetzt noch einsteigt, kann vielleicht binnen weniger Stunden noch 10 oder 20 Prozent mitnehmen", sagte der Händler. "Er riskiert aber auch, binnen weniger Stunden 30 bis 50 Prozent seines Einsatzes verlieren."

Erst Mitte Oktober hatte die Kryptowährung Bitcoin, die nach ihrer Entstehung im Jahr 2009 nur wenige Cent wert war, die Marke von 5000 Dollar übersprungen. Vergangene Woche erst kletterte der Bitcoin über die 10.000-Dollar-Marke - binnen zwei Monaten hat sich der Kurs des Bitcoin in etwa verdreifacht.

Ökonom Jean Tirole: "Wert kann binnen kürzester Zeit kollabieren"

Kritiker warnen seit Wochen vor einer Blase. Der Bitcoin selbst habe keinen ihm innewohnenden Wert, sagte etwa kürzlich der Wirtschaftsnobelpreisträger Jean Tirole. Deshalb könne der Wert "von einem Tag auf den anderen kollabieren".

Der Bitcoin war 2009 auch als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden, um eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung zu erschaffen. Die Kryptowährung basiert dabei auf dem Prinzip, dass Buchungen nicht von einer zentralen Stelle bestätigt werden müssen, sondern letztlich von allen am Bitcoin-System beteiligten Nutzern.

Neue "Münzen" werden durch komplexe Rechenoperationen unter Beteiligung zahlreicher Computer erschaffen. Ihre Zahl ist jedoch von vornherein auf 21 Millionen begrenzt. Mehr als drei Viertel davon wurden bereits geschaffen.

Die Wechselkurse von Digitalwährungen zu konventionellen Währungen schwanken stark. Auch der Bitcoin geriet in diesem Jahr wiederholt unter Druck - etwa in China, wo die Behörden auf eine strengere Regulierung dringen, um Kapitalflucht ins Ausland zu bekämpfen. Sie kritisieren zudem, Kryptowährungen würden zunehmend als "Werkzeug für kriminelle Aktivitäten" genutzt - darunter Geldwäsche, Drogenhandel und illegale Kapitalbeschaffung.

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