Freitag, 15. Dezember 2017

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Bitcoin nahe 6000 Dollar - wann platzt die Blase? Was Bitcoin-Käufer beachten sollten

Lauter Bitcoins: Niemand weiß, wie lange der Preis noch steigen wird - aber viele wollen dabei sein, solange es aufwärts geht

Der Bitcoin-Preis steigt rasant, und vieles spricht dafür, dass sich eine Spekulationsblase bildet. Wer trotzdem noch investieren will, sollte einiges beachten.

Der Bitcoin ist derzeit eines der am meisten beachteten Phänomene am Finanzmarkt. Kaum ein anderes Investment verzeichnete binnen weniger Monate derartige Wertsteigerungen, und kaum eines gelangte in so kurzer Zeit nahezu aus dem Nichts zu so großer Bekanntheit.

Noch Anfang des Jahres kostete ein Bitcoin weniger als 1000 Dollar. Am Donnerstag dieser Woche übersprang der Preis erstmals die Marke von 5000 Dollar. Und schon einen Tag später gerät die nächste magische Marke bei 6000 Dollar in Reichweite. Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat der Bitcoin-Preis bereits um etwa 700 Prozent zugelegt.

Was ist da also los?

Bitcoins werden häufig als Kryptowährung oder Digitalwährung bezeichnet. Das ist formal korrekt, führt aber faktisch in die Irre. Tatsächlich kann man mit Bitcoins zwar vor allem in der digitalen Welt bereits hier und da Leistungen oder Produkte bezahlen. Insgesamt ist die Eignung des Bitcoins als Zahlungsmittel jedoch für das Gros der Bevölkerung noch eher eine theoretische.

Ist der Bitcoin also ein Geldanlageprodukt? Auch dies gilt bestenfalls mit Einschränkungen. Bitcoins werfen keine Zinsen oder andere Erträge ab. Wer in sie investiert, kann ausschließlich auf Wertsteigerungen hoffen. Das ist zwar nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium, schließlich ist der Bitcoin in dieser Hinsicht durchaus vergleichbar mit anderen Assets wie etwa Gold Börsen-Chart zeigen.

Anleger sollten sich dieses Umstandes aber bewusst sein - insbesondere in der aktuellen Phase der Preisentwicklung.

700 Prozent Zuwachs seit Januar: Der Chart wird immer steiler

Der Grund: Die Steigerungsraten des Bitcoin-Preises wurden zuletzt immer höher, der Chart, der die Preisentwicklung nachzeichnet, immer steiler. Parallel zum Preisanstieg nahm auch die öffentliche Aufmerksamkeit stetig zu, was wiederum weitere Investoren in den Markt gelockt haben dürfte.

Kurzum: Das Gesamtbild legt die Vermutung nahe, dass es sich beim Bitcoin um eine Preishausse handelt, die sich selbst nährt. Vulgo: Um eine Spekulationsblase. Die meisten Käufer, so sehen es auch einige prominente Beobachter, erwerben den Bitcoin vermutlich ausschließlich, weil sie davon ausgehen, dass sich weitere Käufer finden werden, die ihnen die Währung zu einem höheren Preis (und im Zweifel mit dem gleichen Motiv) wieder abkaufen.

Solche Spekulationsblasen haben einige gemeinsame Eigenschaften. Eine davon ist, dass sie irgendwann - etwa weil der Glaube der Investoren schwindet - platzen, und der Preis dann in kurzer Zeit enorme Verluste erleidet. Eine andere ist - und das macht vermutlich für viele den besonderen Reiz solcher Investments aus -, dass niemand vorhersagen kann, wann sie platzen.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Im Falle des Bitcoins kommt noch ein besonderer Faktor hinzu: Weil das Thema Kryptowährungen inklusive der Entstehung derselben sowie deren Verbreitung vielen Investoren weitgehend fremd sein dürfte, lässt sich gefühlt noch schlechter einschätzen, in welcher Phase der Spekulation sich der Markt gegenwärtig befindet. Besser gesagt: Wie kurz das Platzen der Blase bereits bevorsteht - oder wie lange es womöglich noch auf sich warten lässt.

"This time it's different" - stimmt das diesmal also wirklich?

Die Erfahrung spricht dagegen. Wer dennoch dran glaubt und auch bei knapp 6000 Dollar noch in den Bitcoin-Hype einsteigen will - hier ein Überblick über die wichtigsten Wege, auf denen Jedermann in Bitcoins investieren kann:

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