Samstag, 16. Dezember 2017

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Kritiker der Kryptowährung Acht Wege, auf den Sturz von Bitcoin zu setzen

Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen
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REUTERS

Mehr als 11.000 Dollar für eine virtuelle Münze mit kaum praktischem Nutzen, Geschichten von sagenhaftem Reichtum aus dem Nichts, Bitcoin Börsen-Chart zeigen in den Fernsehnachrichten - die Zeichen verdichten sich, dass die Bitcoin-Manie sich ihrem Zenit nähert.

An Skeptikern und Warnungen mangelt es nicht. Die Jagd nach immer höheren Preisen erscheint als pure Zockerei. Das müsste doch auch umgekehrt gehen: Wenn der Absturz von Bitcoin nur noch eine Frage der Zeit ist, ließe sich auch das Zurück auf den Boden der Realität zu leicht verdientem Geld machen. Selbst wer an die Zukunft der Blockchain-Währung glaubt, kann auf einen heftigen Kurseinbruch spekulieren, wie er schon mehrfach vorübergehend vorkam. Doch das ist gar nicht so einfach.

Bitcoins rechtzeitig verkaufen

Der einfachste und offensichtliche Weg, von einem Preissturz zu profitieren, ist Bitcoins rechtzeitig zu verkaufen und den Gewinn aus dem Boom einzustreichen - natürlich unter der Voraussetzung, dass man vorher Bitcoins besessen hat, was für die meisten Skeptiker eher ausgeschlossen ist. "Bloomberg" beschreibt einige Möglichkeiten, Bitcoin zu shorten, also auf fallende Preise zu setzen.

Differenzkontrakte

Contracts for Difference (CFDs) sind Derivate, also von dem eigentlichen Bitcoin-Kurs abgeleitete Finanzprodukte. Wer einen solchen Kontrakt schließt, handelt also nicht mit Bitcoin selbst, sondern geht schlicht eine Wette mit dem Broker ein. Die Parteien können sich im Prinzip frei über die zugrunde liegenden Werte einigen, auf steigende oder fallende Kurse setzen.

Das ist eine hoch riskante Spekulation. Neben dem offensichtlichen Risiko, sich in Zeitpunkt, Ausmaß und Richtung der Kursbewegung zu irren, könnte auch noch der Broker pleitegehen - durchaus auch in Deutschland schon vorgekommen. Dann droht der Totalverlust, sogar wenn die Wette selbst aufgeht. Die Anbieter jedenfalls wittern steigendes Interesse wegen der Aufsehen erregenden 10.000-Dollar-Marke. "CFDs sind aktuell ein großartiger Markt, wenn Sie Bitcoin shorten wollen", zitiert "Bloomberg" den Analysten Naeem Aslam vom Londoner Broker TF Global Markets.

Margin Trading

Diese Möglichkeit wird auch von manchen der Bitcoin-Börsen wie der führenden Plattform Bitfinex angeboten. Hierbei handelt es sich um Termingeschäfte - wiederum in beide Richtungen möglich -, für die nur ein Teil des gehandelten Wertes (Margin) als Sicherheit vorab gezahlt werden muss. Beim volatilen Bitcoin sind die Margin-Anforderungen jedoch recht hoch.

Beim Margin Trading lässt sich auch der Einsatz hebeln - also zum Beispiel eine Auszahlung von 1000 Euro für den Fall, dass der Bitcoin-Preis in einem bestimmten Zeitraum um 100 Euro sinkt. Im schlimmsten Fall ist jedoch noch viel mehr Geld weg als der ursprüngliche Einsatz.

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