Donnerstag, 13. Dezember 2018

Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller - Bitcoin wird "total kollabieren"

Robert Shiller

Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller sieht die Zukunft der umstrittenen Digitalwährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen düster. Der Bitcoin werde vermutlich "total kollabieren" und letztlich in Vergessenheit geraten, sagte Shiller am Freitag dem US-Sender CNBC. Der Boom der Kryptowährung erinnere ihn an die letztlich geplatzte Tulpenblase im Holland des 17. Jahrhunderts.

Im Grunde sei der Bitcoin so lange wertlos, bis sich die Auffassung durchsetze, dass er nicht wertlos sei, sagte Shiller dem TV-Sender. Das sei ein Unterschied etwa zu Gold, das selbst dann einen Eigenwert habe, falls niemand es als Investment ansehe. Trotz der Warnung stieg die Kryptowährung am Freitag um fast 8 Prozent.

Shiller hatte bereits im Spätsommer vergangenen Jahres vor einer Bitcoin-Blase gewarnt und die Kryptowährung als bestes Beispiel für die "irrationale Übertreibung" auf Finanzmärkten dargestellt. Die digitale Währung hatte unter extremen Schwankungen im Dezember vergangenen Jahres zwischenzeitlich die Marke von 20.000 Dollar geknackt und hatte Mittwoch dieser Woche bei 9000 Punkten gestanden.

Shiller hatte im Jahr 2013 für seine Forschung zur Entwicklung von Preisen an Kapitalmärkten gemeinsam mit zwei Kollegen den Nobelpreis erhalten. Sein Buch "Irrationaler Überschwang" ("Irrational exuberance") wurde zum Bestseller und gilt als Standardwerk zum Thema Spekulationsblasen am Finanzmarkt.

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Shiller lehrt an der US-Elite-Universität von Yale und sieht funktionierende Märkte nicht als Selbstverständlichkeit an. Er vertritt damit die Gegenposition zu Eugene Fama, der Marktversagen als faktisch unmöglich betrachtet. Pikanterweise hatte Fama den Nobelpreis gemeinsam und im selben Jahr wie Shiller erhalten. Shiller wiederum hat als einer der wenigen Ökonomen vor der Immobilienblase in den USA gewarnt, die zum Ausbruch der Weltfinanzkrise 2008 geführt hat.

rei mit dpa

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