Freitag, 20. Juli 2018

Mehr als 2000 Dollar Tagesverlust Bitcoin-Kurs gibt zweistellig nach

Bitcoin: Extreme Kursschwankungen der Digitalwährung
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Bitcoin: Extreme Kursschwankungen der Digitalwährung

Rauf, runter, rauf, runter: Die Digitalwährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen hat nach ihrer Kursrally am vergangenen Freitag wieder kräftig nachgegeben und ist am Montag Nachmittag zeitweise wieder unter die Schwelle von 14.000 US-Dollar gefallen. Die Kursverluste des ersten Handelstages der neuen Woche belaufen sich damit auf rund 15 Prozent (2500 Dollar): Spekulative Anleger, die mit dem Bitcoin Geld verdienen wollen, brauchen weiterhin starke Nerven und müssen extrem hohe Schwankungen aushalten.

Anlass für die erneute Kursschwäche am Montag: Südkoreas Finanzaufsicht hatte mitgeteilt, dass sie sowie andere Behörden sechs heimische Banken ins Visier nehmen, die Konten für Digitalwährungen anbieten. Geprüft werden soll demnach etwa, ob sich die Geldhäuser an Vorgaben zur Bekämpfung von Geldwäsche halten.

Auf der in Luxemburg ansässigen Handelsplattform Bitstamp notierten Bitcoin Börsen-Chart zeigen zuletzt rund 13 Prozent im Minus. Vor einem Jahr war die weltweit wichtigste Kryptowährung noch für weniger als 1000 Dollar zu haben gewesen. Zeitweise erreichte der Bitcoin-Kurs im Dezember ein Niveau von 20.000 US-Dollar, danach setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein.

Ein Grund für die Kursrally war die Einführung von Terminkontrakten durch zwei die große US-Börsen und damit der Vorstoß ins klassische Finanzsystem. Kurz vor Weihnachten rutschte der Kurs jedoch um fast 40 Prozent in Richtung 11.000 Dollar ab. Nun pendelt der Kurs wieder zwischen 14.000 und 15.000 US-Dollar.

Bitcoin-Kaufrausch: Die Psycho-Fallen der Bitcoin-Bullen

Notenbanker und Experten warnen immer wieder vor der Unberechenbarkeit des Bitcoin und sprechen eher von einem Spekulationsobjekt als einer Währung, da einer der wichtigsten Eigenschaften von klassischem Geld - die Wertstabilität - nicht gewährleistet sei.

Auch Goldman Sachs will in Bitcoin-Handel einsteigen

Gleichzeitig faszinieren Bitcoin und Co. die Anleger vor allem in Asien. Zwei große US-Börsen haben mittlerweile Terminkontrakte auf den Bitcoin aufgelegt. Damit ist die Kryptowährung in der klassischen Finanzwelt angekommen. Sogar die US-Großbank Goldman Sachs plant inzwischen, ins Geschäft mit Bitcoin einzusteigen und eine Handelsabteilung für Bitcoin und andere Kryptowährung aufzubauen.

Terminbörse CBOE plant weitere Bitcoin-Finanzprodukte

Auch die US-Banken und Börsenplätze wollen am Bitcoin-Rausch mitverdienen. "Wir werden in den kommenden Monaten Vertrauen schaffen, und bleiben Sie dran, es wird noch mehr kommen", sagte Ed Tilly, Chef der US-Terminbörse CBOE. Dabei könne es um Optionen auf Future-Kontrakte und Indexfonds (ETF) gehen. Auch könnten Produkte für andere Kryptowährungen außer Bitcoin folgen.

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Niemals zuvor hätte ein neues Produkt an der CBOE soviel Interesse auf sich gezogen. "Es war so aufregend für uns, dies auf den Markt zu bringen. Ich sagte dem Team letzte Nacht, ich sagte: Lass uns das jeden Sonntag machen! Das ist eine Menge Spaß!", so Tilly weiter.

Bislang allerdings hat die US-Börsenaufsicht SEC alle Vorschläge für ein Bitcoin-ETF abgelehnt. Befürworter glauben dennoch, dass ein erfolgreiches Debüt der Terminkontrakte den Plänen neues Leben einhauchen und die Aufsicht milder stimmen könnten.

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Nach Worten des Börsenchefs hatte die CBOE unlängst Berufung gegen eine Entscheidung der SEC eingelegt, die einen CBOE-gelisteten Bitcoin-ETF blockierte, der von der Bitcoin-Börse Gemini vorgeschlagen wurde, den die Chicagoer Börse für den Schlussabrechnungspreis seiner Bitcoin-Futures-Kontrakte verwendet.

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