Mittwoch, 18. Juli 2018

Trumps Iran-Entscheidung Noch ein Grund für teures Benzin im Sommer

Ölförderung in Iran: US-Sanktionen gegen das Land treiben den Ölpreis in die Höhe.

Die Entscheidung der USA gegen das Atom-Abkommen mit Iran treibt den Ölpreis in die Höhe. Das ist vermutlich kein vorübergehendes Phänomen.

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, aus dem Atom-Abkommen der führenden Nationen der Welt mit dem Iran auszusteigen, hat zusätzliche Bewegung in den Ölmarkt gebracht. Seit Monaten geht es mit dem Ölpreis aufwärts - nachdem Trump am Dienstag den Schritt der USA verkündet hatte, verteuerte sich das schwarze Gold nochmals merklich.

Ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent beispielsweise kostet inzwischen beinahe 78 Dollar. Das ist der höchste Stand seit November 2014. Vor etwa einem Jahr kostete die gleiche Menge des gleichen Öls noch lediglich 45 Dollar.

Führt die nun mögliche erneute Isolation Irans also zu einem weiteren Anstieg des Ölpreises und damit womöglich zu stärker steigen Preisen an der Zapfsäule sowie tendenziell bei zahllosen Produkten des täglichen Bedarfs? Einiges spricht dafür.

Schon der bisherige Anstieg des Ölpreises, der 2016 einsetzte, kam nicht von ungefähr. Saudi-Arabien als weltgrößter Ölförderer hat ein Interesse an einem höheren Preis und treibt ihn in die Höhe. Das Land braucht die Einnahmen aus dem Ölgeschäft, um seinen kostspieligen Reformprozess zu finanzieren. Zudem will Saudi-Arabien in Kürze seine Ölgesellschaft Aramco an die Börse bringen, auch dafür dürfte es hilfreich sein, wenn Öl auf einem möglichst hohen Preisniveau notiert.

Hinzu kommt die Förderkürzung, die das Ölkartell Opec - inklusive Saudi-Arabiens als einflussreiches Mitglied - gemeinsam mit anderen Förderländern wie Russland beschlossen hat. Diese Förderbremse wirkt zunächst bis Ende dieses Jahres und hat das Angebot auf dem Ölmarkt bereits verknappt sowie den Preis nach oben getrieben. Lieferrückgänge aus Venezuela, wo die Wirtschaftskrise das Land lähmt, haben ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen.

In dieser Lage fällt nun also Iran als Anbieter auf dem Weltmarkt in nächster Zeit womöglich zu großen Teilen aus. Die USA jedenfalls fordern andere Länder und Unternehmen bereits auf, Geschäfte mit dem Iran einzustellen, Ölgeschäfte selbstverständlich inklusive.

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