Montag, 20. November 2017

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Die neue Börsenwoche Bank-Bilanzen dürften Dax bewegen

Der Start der Bilanzsaison könnte die Aktienmärkte in der neuen Woche aus ihrer Sommerlethargie reißen. Die Handelsumsätze dürften allerdings weiter zurückgehen.

Dümpelnde Indizes und steigende Nervosität: In der abgelaufenen Woche rückte der Dax Börsen-Chart zeigen nur leicht vor und notierte zuletzt bei 12.389 Punkten. Die Sorge vor einer Verschärfung geopolitischer Spannungen und Spekulationen über steigende Zinsen in der Euro-Zone hatten Anleger in Deckung gehen lassen.

In der neuen Woche wird das Augenmerk der Anleger verstärkt auf Konjunkturdaten und den Halbjahreszahlen der Konzerne liegen. "Dann wird sich zeigen, ob die Unternehmensgewinne mit den hohen Kursgewinnen dieses Jahres Schritt halten können", sagt Fondsmanager Thomas Altmann vom Investmenthaus QC Partners.

Nach Einschätzung von Merck-Finck-Chefstratege Robert Greil werden insbesondere die Firmen in Europa gute Zahlen vorlegen. "Allerdings spiegeln dies auch die Markterwartungen weitgehend bereits wider", sagt Greil. "Daher werden insbesondere die Ausblicke auf den weiteren Jahresverlauf auf großes Interesse stoßen."

Air France, Pepsi und US-Banken legen Zahlen vor

Am Montag gewährt Air France-KLM Börsen-Chart zeigen Einblicke in die Bücher, am Mittwoch die britische Luxusmodemarke Burberry. Am Donnerstag stehen mit dem Zuckerkonzern Südzucker Börsen-Chart zeigen und dem Verpackungshersteller Gerresheimer zwei deutsche Firmen auf dem Plan.

In den USA warten Anleger im Berichtsreigen gespannt auf die ersten Zahlen von US-Banken. Am Freitag legen JP Morgan, Wells Fargo und Citigroup ihre Bilanz vor. Bereits am Dienstag ist der Getränkekonzern PepsiCo an der Reihe.

Fed-Chefin Yellen spricht vor dem Kongress

Aber auch die Geldpolitik ist weiter Thema am Markt und Anleger werden Aussagen von Notenbankern daraufhin abklopfen, ob die Währungshüter in den USA und der Euro-Zone die Zügel straffen. Lange galten die extrem niedrigen Zinsen und die damit verbundene Liquiditätsschwemme als Treibstoff für die Rally an den Börsen. "Sollte dieser Treibstoff wegfallen, könnten den Märkten unruhige Zeiten bevorstehen", sagt Altmann.

In den USA tritt Notenbankchefin Janet Yellen am Mittwoch vor den Kongress. Analysten erwarten, dass sie ihre Bereitschaft zu einer weiteren Straffung der Geldpolitik bekräftigt. Begründen dürfte sie ihre Haltung nach Einschätzung von Commerzbank-Stratege Bernd Weidensteiner vor allem mit dem brummenden Jobmotor, während die ausbleibende Inflation das Sorgenkind bleibt. Argumentieren könnte sie zudem erneut mit den Risiken von Übertreibungen an den Finanzmärkten, die ein Eindämmen der Geldflut nötig machten.

EZB-Zinsentscheidung am 20. Juli

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) blickt bereits alles in Richtung Zinssitzung am 20. Juli. Äußerungen von Notenbankern zu einem Abschmelzen der Anleihekäufe werden im Vorfeld besonders im Fokus stehen.

Faule Kredite der südeuropäischen Banken

Zudem stehen wichtige US-Konjunkturdaten an, von denen sich die Anleger ebenfalls Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der geplanten Zinserhöhungen der Notenbank Federal Reserve (Fed) erhoffen. So legt die Fed am Mittwoch ihren Konjunkturbericht (Beige Book) vor. Am Freitag stehen die Verbraucherpreisdaten und die Einzelhandelsumsätze für Juni im Mittelpunkt.

Auf Unternehmensseite könnten zudem die Banken in Südeuropa erneut Thema werden. Am Dienstag beraten die EU-Finanzminister über einen Aktionsplan zum Abbau fauler Kredite in Europa. Es geht hier um Problemdarlehen in einer Summe von fast einer Billion Euro, die in den Bilanzen von Geldhäusern schlummern. Geplant ist, dass sie in nationale "Bad Banks" ausgelagert werden, als Verbriefungen gebündelt und anschließend an Investoren verkauft werden, die auf solche Risikopapiere spezialisiert sind.

Poker um Stada geht weiter

Weiter spannend bleibt es beim Übernahmepoker um den Arzneimittelhersteller Stada. Insidern zufolge haben sich die Finanzinvestoren Bain und Cinven ausreichend Rückhalt für einen neuen Vorstoß gesichert. Eine neu ausgearbeitete Offerte liege dem Stada-Management zur Prüfung vor, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen. Ein erstes Angebot war gescheitert, da zu wenige Aktionäre ihre Anteile andienten.

Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit

von Anika Ross, Reuters

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