Montag, 18. Dezember 2017

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Apple, Exxon, Amazon und Co Das sind die besten US-Aktien seit fast 100 Jahren

Apple, Exxon und Co.: Die besten US-Aktien in den vergangenen 90 Jahren
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REUTERS

Zugegeben, in den vergangenen Tagen seit der Vorstellung der neuen iPhones Mitte September stand die Apple-Aktie unter Druck. Seit Beginn dieses Jahres liegt das Papier allerdings nach wie vor mit mehr als 30 Prozent im Plus. Dass die Aktie des Kultkonzerns aus Kalifornien auf lange Sicht ein Top-Investment ist, zeigt zudem einmal mehr eine Studie aus den USA. Demnach hat an der US-Börse seit 1926 kein Unternehmen für mehr Vermögenszuwachs bei Aktionären gesorgt als Apple Börsen-Chart zeigen.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Finanzprofessors Hendrik Bessembinder von der Arizona State University, über die auch die "New York Times" berichtet. Der Analyse zufolge kam Apple im Zeitraum von 1926 bis zum Jahresende 2016 auf eine absolute Vermögensmehrung für seine Aktionäre in Höhe von rund 746 Milliarden Dollar (rund 630 Milliarden Euro). Eingerechnet sind dabei sowohl Kursgewinne als auch Dividenden. Der tatsächliche Vermögenszuwachs der Apple-Aktionäre dürfte zudem sogar noch höher gewesen sein, denn in der Untersuchung berechnet Professor Bessembinder nur die Outperformance der Aktien gegenüber US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von einem Monat.

Mit seiner Performance lag Apple zum Stichtag Ende 2016 zwar hinter dem Ölkonzern Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen, der auf einen Profit für seine Aktionäre von mehr als einer Billion Dollar kam, so die Studie. Seither haben sich die Verhältnisse laut "New York Times" jedoch entscheidend verschoben: Während der Apple-Aktienkurs seit Jahresbeginn weiter zugelegt hat, rutschte Exxon merklich ab.

Die Folge: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist Apple nach Angaben der "Times" von allen Unternehmen an der US-Börse jenes, das Investoren in einer Betrachtung über beinahe 100 Jahre die größten Vermögenszuwächse beschert hat.

Nur wenige Aktien liefern Performance

Die Erkenntnis erscheint vor allem insofern bemerkenswert, weil viele andere Aktiengesellschaften in der Betrachtung bereits deutlich länger an der Börse gelistet sind als Apple. Sie hatten also viel mehr Zeit, um ihren Anlegern Gutes zu tun. Vorläuferpapiere von Exxon Mobil beispielsweise, das 1999 aus der Fusion von Exxon und Mobil Oil entstand, wurden bereits 1926, zu Beginn des Betrachtungszeitraums also, an der Wall Street gehandelt. Gleiches gilt etwa für General Electric Börsen-Chart zeigen, IBM Börsen-Chart zeigen, Coca-Cola Börsen-Chart zeigen oder Chevron Börsen-Chart zeigen. Apples Börsengang dagegen erfolgte erst 1980.

Eine weitere bemerkenswerte Erkenntnis der Bessembinder-Studie ist, dass die gesamten Vermögenszuwächse, die an der US-Börse entstehen, offenbar lediglich auf die starke Performance von sehr wenigen Unternehmen zurückgehen. Der Analyse zufolge sorgten zwischen 1926 und 2016 lediglich 4 Prozent aller öffentlich an der US-Börse gehandelten Aktien für sämtliche Gewinne, die Investoren einstreichen konnten. Nur 30 Unternehmen erzeugten demnach 30 Prozent der Nettogewinne der Anleger, und 50 Unternehmen 40 Prozent.


Milliarden für die Investoren: Das sind die besten US-Aktien


In der Diskussion über aktives versus passives Portfoliomanagement könnte das ein Argument für gezieltes Stockpicking sein. Das Problem ist nur: Die Studie liefert lediglich eine Ex-Post-Betrachtung, in der deutlich wird, welche Aktien in der Vergangenheit die besten Erträge für ihre Besitzer gebracht haben. Die Wahl jener Papiere, die dies in den kommenden Jahren tun werden, ist dagegen ungleich schwieriger.

Christoph Rottwilm auf Twitter

"Das Problem ist, ich habe keine Ahnung, welche Firmen in den nächsten zehn, 20 oder 30 Jahren die beste Rendite erzielen werden", sagt auch Studien-Autor Bessembinder in der "New York Times". "Vermutlich werden es Unternehmen sein, von denen wir noch nie gehört haben. Vielleicht sogar welche, die jetzt noch nicht einmal existieren."

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