Donnerstag, 28. Juli 2016

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Apple unter Druck Die dunkle Seite der Pracht 

Schwarz-Weiß-Ansicht: Nicht alles bei Apple leuchtet in hellen Farben

Abgesänge auf Apple hat es schon viele gegeben - bewahrheitet hat sich bislang kaum etwas davon. Und auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt wäre es wohl vermessen, bereits den Anfang vom Ende des iPhone-Herstellers auszurufen.

Außer Zweifel steht jedoch, dass sich Apple Börsen-Chart zeigen in einer kritischen Phase befindet: Die Aktie schwächelt, Investoren und Analysten zweifeln zunehmend daran, dass der Konzern sein hohes Wachstumstempo beibehalten kann. Hauptkritikpunkt ist die starke Abhängigkeit vom iPhone als wichtigstem Produkt des Hauses.

Noch stimmen die Verkaufszahlen. Wie Apple im Oktober mitteilte, schloss es das zu dem Zeitpunkt bereits beendete Geschäftsjahr 2015 mit Absatzrekorden beispielsweise beim iPhone sowie einem Umsatzplus von 28 Prozent auf den Rekordwert von 234 Milliarden Dollar ab.

Sollte das Kult-Smartphone jedoch an Beliebtheit einbüßen, so dürfte das schnell und empfindlich auf den gesamten Konzern durchschlagen. Denn Analysten zufolge stammen 85 Prozent der Apple-Gewinne aus iPhone-Verkäufen.

Die Sorgen spiegeln sich bereits in der Entwicklung der Apple-Aktie im vergangenen Jahr wider. Unterm Strich schloss das Papier den Zwölf-Monats-Zeitraum mit einem Minus von etwa 5 Prozent ab. Es war das erste Jahr ohne Kursgewinn seit 2008. Zum Vergleich: Der breite US-Index S&P 500, in dem auch Apple enthalten ist, beendete 2015 kaum verändert.

Neue iPhones bleiben in Läden liegen

Der Index Nasdaq 100, der die größten US-Technologiefirmen und damit ebenfalls auch Apple enthält, legte über das Jahr gesehen sogar um mehr als 8 Prozent zu. Aufstrebende Branchengrößen wie Facebook Börsen-Chart zeigen oder Amazon Börsen-Chart zeigen erzielten noch deutlich kräftigere Kursgewinne.

Und dazu als Randnotiz: Gefragt nach dem Unternehmen, welches als erstes die Marke von einer Billion Dollar Marktkapitalisierung durchbrechen werde, tippten Leser von manager-magazin.de jüngst keineswegs auf das derzeit wertvollste Unternehmen der Welt. In der Umfrage, die wir so ähnlich auch auf Twitter durchgeführt haben, hängte vielmehr der Internetriese Google den iPhone-Konzern deutlich ab.

Vor dem Hintergrund ist auch die jüngste Reaktion der Börse auf eine Meldung aus Fernost nur allzu gut nachvollziehbar. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" mit Verweis auf Angaben von Apple-Zulieferern am Mittwoch berichtet, will Apple die Produktion seiner iPhone-Modelle 6S und 6S Plus in den ersten drei Monaten des Jahres um bis zu 30 Prozent drosseln. Grund seien schwache Verkäufe von China und Japan über Europa bis in die USA, aufgrund derer sich Lagerbestände aufgebaut hätten. Die Kunden sähen nur geringe Verbesserungen in den neuen iPhone-Modellen, die im vergangenen September auf den Markt gekommen waren, so "Nikkei".

Die Nachricht, für die es von Apple keine Bestätigung gab, schlug am Aktienmarkt ein wie eine Bombe. Die Papiere des Unternehmens aus Cupertino in Kalifornien gerieten heftig unter Druck. Im hiesigen Handel beispielsweise notierten Apple-Aktien gegen Mittag mit mehr als 4 Prozent im Minus. Auch die Aktien asiatischer Apple-Zulieferer wie Largan, Catcher oder Taiwan Semiconductor büßten kräftig an Wert ein. Der deutsche Chip-Designer Dialog Semiconductor notierte mit mehr als 4 Prozent Kursverlust am Ende des TecDax Börsen-Chart zeigen.

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