Freitag, 15. Dezember 2017

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Gerüchte um eigene Chipentwicklung bei Apple Das Zittern bei Dialog geht weiter

iphones mit Chips von Dialog

Die Aktien von Dialog Semiconductor kommen nicht zur Ruhe und bleiben in Spekulationen um Apple gefangen. Nachdem die Papiere des Apple-Zulieferers am Vortag nach einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" in der Spitze um mehr als ein Fünftel des Wertes verloren hatten, starteten sie am Freitag zunächst mit einem Plus von mehr als 7 Prozent. Dann rutschten sie wieder in die Verlustzone.

Hintergrund ist, dass der Technologiekonzern Apple nach einem "Nikkei"-Bericht vom Donnerstag möglicherweise die Chips für das iPhone künftig in Eigenregie herstellen will. Das Blatt berief sich auf namentlich nicht genannte Industriekreise. Apple wolle die Entwicklung der neuen Computerchips bereits Anfang 2018 starten. Die Aktien des Zulieferers Dialog Semiconductor brachen drastisch ein.

Apple wolle die Abhängigkeit vom Chiphersteller Dialog damit ein Stück weit zurückfahren, heißt es in dem Bericht weiter. Bei den fraglichen Computerchips handelt es sich um Bauteile, mit denen verschiedene Funktionen wie zum Beispiel der Stromverbrauch von Smartphones gesteuert wird.

Ein Sprecher von Dialog Semiconductor hatte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa-afx erklärt, die Geschäftsbeziehungen entsprächen "dem normalen Geschäftsverlauf".

Analysten: Trennung dürfte noch auf sich warten lassen

Befürchtungen über negative Folgen der großen Abhängigkeit von Apple hatten die Anteilsscheine bereits im April kräftig belastet. Damals hatte Analyst Karsten Iltgen vom Bankhaus Lampe Anzeichen gesehen, dass der Dialog-Großkunde eigene integrierte Schaltkreise für das Strommanagement (PMIC) entwickelt und damit die Chips des TecDax-Unternehmens zumindest teilweise ersetzen könnte. Ab 2019 könnten Eigenentwicklungen demnach in iPhones eingesetzt werden, hatte der Analyst geschrieben.

Analyst Robin Brass von der Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A) erachtete die Wahrscheinlichkeit als gering, dass Apple schon ab 2018 die Powermanagement-Chips von Dialog durch eigene Produkte ersetzt. "Ich kann mir zwar vorstellen, dass so etwas passieren wird, aber nicht so schnell", sagte Brass der Nachrichtenagentur Bloomberg. Normalerweise würden die Verträge immer für die übernächste iPhone-Generation gemacht, so dass Dialog bereits wissen müsse, wenn es einen Ersatz für die eigenen Produkte geben sollte.

Auch der Zulieferer Imagination musste schon zittern

Die nun wieder hochgekochte Angst der Dialog-Aktionäre muss auch vor dem Hintergrund des Umgangs von Apple mit einem anderen Lieferanten gesehen werden: So hatte Apple im Frühjahr angekündigt, an einer eigenen Technologie für die Grafikchips seiner Mobilgeräte wie iPhones und iPads zu arbeiten. Die Aktie des britischen Zulieferers Imagination Technologies hatte daraufhin schlagartig fast zwei Drittel ihres Werts verloren.

Die Kursverluste vom April - damals waren die Dialog-Papiere fast bis auf 30 Euro gefallen - hatten die Aktien damals recht schnell wettgemacht. Nach abermaligen Kursverlusten pendelten sie dann bis zuletzt über weite Strecken zwischen etwa 36 und 40 Euro.

Rei/dpa-afx

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