Freitag, 22. März 2019

Kapitalerhöhung Alcatel-Lucent peilt Milliarde an

Alcatel-Lucent: Sechs Verlustquartale in Folge

Alcatel-Lucent will mittels einer Kapitalerhöhung rund eine Milliarden Euro einnehmen. Darüber hinaus plant der angeschlagene französische Telekomausrüster die Ausgabe einer hochverzinsten Anleihe.

Paris - Der französische Telekomausrüster Alcatel-Lucent will für den Konzernumbau frisches Kapital beschaffen. Über eine Kapitalerhöhung sollten 955 Millionen Euro (1,3 Milliarden Dollar) eingenommen werden, teilte der angeschlagene Konzern mit.

Über die Ausgabe einer hochverzinsten Anleihe sollen zudem 750 Millionen Dollar in die Kasse fließen. Des weiteren sei eine syndizierte Kreditlinie über 500 Millionen Euro vereinbart worden. "Das sollte dem Unternehmen helfen, seine Zukunft zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen", sagte Konzernchef Michel Combes, der das Ruder im April übernommen hatte und die Existenz der Firma bedroht sieht. Er will den Konzern auf Hochgeschwindigkeitsangebote im Mobilfunk- und Festnetzgeschäft konzentrieren.

Die neuen Aktien von Alcatel-Lucent Börsen-Chart zeigen sollen Alt-Aktionären angeboten werden. Für jede Aktie, die sie halten, können sie für 2,10 Euro eine neue erwerben. Das liegt weit unter dem aktuellen Kurs von zuletzt 2,79 Euro. Am Montag gab die Aktie 6 Prozent nach. Händler und Analysten hatten bereits mit einer Kapitalerhöhung gerechnet. Sie komme nun aber früher als gedacht, sagte Franklin Pichard von Barclays Bourse.

Trotz des rigiden Sparkurses kommt Alcatel-Lucent noch nicht so recht voran und verzeichnete zuletzt das sechste Quartal in Folge einen Verlust. Bis 2015 ist der Abbau von 10.000 weiteren Arbeitsplätzen geplant. Das wäre fast jede siebte Stelle. Damit soll eine Milliarde Euro eingespart und die Wende geschafft werden. In den vergangenen Jahren wurden bereits 5000 Jobs gestrichen.

Das Geschäft mit Telekomausrüstung durchläuft derzeit weltweit eine schwierige Phase. Viele der ohnehin sparsamen Kunden halten sich mit Ausgaben zurück und machen damit auch Konkurrenten wie Marktführer Ericsson Börsen-Chart zeigen oder der Nokia-Tochter NSN zu schaffen.

ts/rtr

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