Montag, 30. Mai 2016

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Luxusaktien Bling-Bling an der Börse

Model mit Diamantschmuck: Vermögende weltweit geben wieder mehr für Luxusartikel aus

Die Börse im Diamantenfieber: Aktien aus der Luxusgüterindustrie ziehen Anleger zurzeit besonders in ihren Bann. Experten warnen jedoch vor allzu großer Euphorie - viele der Papiere haben bereits eine starke Performance hingelegt.

Hamburg - An der US-Börse sorgen zurzeit einige Aktien für Furore, auf denen das Label "Luxus" klebt: Das Papier der Juwelier-Kette Tiffany & Co. kletterte diese Woche um 8 Prozent auf einen Rekordkurs, nachdem das Unternehmen einen Gewinnsprung um 50 Prozent im ersten Quartal verkündet hatte. Auch den Ausblick setzte Tiffany nach oben.

Eine Woche zuvor hatte bereits die Nobel-Kaufhauskette Nordstrom ihre Geschäftsergebnisse präsentiert, wie CNN Money berichtet. Auch die fielen besser aus als erwartet - und auch das sorgte für einen Kursgewinn von beinahe 10 Prozent. Die Aktie des Mode-Designers Michael Kors hat zudem seit Jahresbeginn bereits um 13,5 Prozent zugelegt.

Ikone des Luxuslebens: Schauspielerin Audrey Hepburn im Film "Frühstück bei Tiffany"
Getty Images / Paramount Pictures
Ikone des Luxuslebens: Schauspielerin Audrey Hepburn im Film "Frühstück bei Tiffany"
Die Botschaft dahinter ist klar: Den Vermögenden weltweit geht es nach dem Abflauen der Weltwirtschaftskrise wieder gut, die Umsätze der Luxusfirmen lassen das erkennen. "Die Firmen bedienen eine Kundschaft, die im Überfluss schwimmt, und sie verfügen über Marken, die diese Kunden haben wollen", zitiert CNN Dorothy Lackner, eine Analystin der US-Firma Topeka Capital Markets.

Kein Wunder, haben sich doch die Aktienmärkte in den vergangenen Monaten überaus positiv entwickelt. Auch die Immobilienpreise weltweit sind stabil bis steigend.

Beides sorgt in den Portfolios der Reichen und Superreichen für Vermögenszuwächse. Mit der Folge, dass deren Konsumlust steigt.

Auch skeptische Töne

Auch in Europa haben sich einige Luxusaktien erfreulich entwickelt. Der Sportwagenbauer Porsche Börsen-Chart zeigen etwa zählt dazu. Seit Sommer 2013 ging es mit dem Kurs um rund 50 Prozent nach oben. "Bei der letzten Neuauflage des Porsche 911 Turbo wurden im Jahr des Marktstarts meiner Analyse zufolge 8000 Wagen verkauft", sagt dazu Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Funds. "Das sollte auch diesmal drin sein. Immerhin ist der Luxusmarkt seitdem sehr stark gewachsen." Ein weiteres Beispiel: Das Papier von LVMH Börsen-Chart zeigen, dessen Kurs seit Anfang Januar um mehr als 15 Prozent gestiegen ist.

"Institutionelle Investoren suchen zum einen nach Aktien von wachstumsstarken Unternehmen und zum anderen nach Aktien, die auf den ersten Blick wenig konjunkturreagibel sind", sagt Michael Gschrei vom Vermögensverwalter Aris in Tutzing bei München. "Beide Voraussetzungen sind bei Aktien von Luxusgüterherstellern - zumindest auf den ersten Blick - erfüllt."

Die Momentaufnahme darf allerdings über eins nicht hinwegtäuschen: Auch Luxusaktien sind keine Selbstläufer. Wer sich den Sektor genau anschaut, erkennt vielmehr: Viele Kurse erlebten in den vergangenen Jahren ein ziemliches Auf und Ab. Das gilt zum Beispiel für den britischen Bekleidungshersteller Burberry (der mit dem Karo-Muster). Und es spiegelt sich in der Performance von Luxus-Aktienfonds wie dem "Julius Baer Luxury Brands Fund" oder dem "ING - Invest Prestige & Luxe P Cap" wider. Bei beiden Fonds stagnierte in der jüngeren Vergangenheit die Wertentwicklung.

Kein Wunder also, dass von Experten auch skeptische Töne zu hören sind. "Sofern die Zinsen in den USA schneller steigen würden als derzeit vom Markt erwartet, wird dies Auswirkungen auf den Konsum und damit auch auf Aktien von Luxusgüterherstellern haben", sagt beispielsweise Vermögensverwalter Gschrei. "Darüber hinaus wird auch ein starker Rückgang des immer noch überproportionalen Wachstums in China auf diese Aktien einen negativen Einfluss haben."

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